Berlin-Lankwitz

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Lankwitz
Ortsteil von Berlin
Berlin Brandenburg Wannsee Nikolassee Zehlendorf Dahlem Steglitz Lankwitz LichterfeldeLankwitz auf der Karte von Steglitz-Zehlendorf
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 26′ 0″ N, 13° 21′ 0″ O52.43333333333313.35Koordinaten: 52° 26′ 0″ N, 13° 21′ 0″ O
Fläche 6,99 km²
Einwohner 41.913 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 5996 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahlen 12247, 12249
Ortsteilnummer 0603
Verwaltungsbezirk Steglitz-Zehlendorf

Lankwitz ist der östlichste der acht Ortsteile des im Südwesten Berlins gelegenen Bezirks Steglitz-Zehlendorf.

Lage und städtebauliches Umfeld[Bearbeiten]

Die Dreifaltigkeitskirche (umgangssprachlich als Lankwitz-Kirche bezeichnet)

Mit einer Fläche von rund sieben Quadratkilometern grenzt er an die folgenden Berliner Ortsteile:

Wappen des Ortsteils Lankwitz

Lankwitz wird im Norden durch den Teltowkanal begrenzt, der in diesem Bereich auf Lankwitzer Gebiet liegt. Im Osten und Süden ist der Ortsteil durch die Grenze zum Bezirk Tempelhof-Schöneberg bestimmt, die zunächst westlich der Bahngleise der Dresdener Bahn verläuft. Im weiteren Verlauf gehören der Trachenbergring und Friedrichsrodaer Straße sowie der Kreuzkirchhof noch zu Lankwitz. Die Grenze streift in gerader Verlängerung die südlichen Enden der Tambacher Straße und der Tautenburger Straße und kreuzt dann in gerader Verlängerung die Tennstedter und die Trippsteinstraße. Die Hildburghauser und die Zerbster Straße liegen im Folgenden dann schon auf dem Gebiet von Lichterfelde. Die Grenze umläuft westlich den Friedhof Lankwitz, folgt dann der Luisenstraße, kreuzt anschließend die Lankwitzer Straße, die Anhalter Bahn und die Bruno-Walter-Straße. Schließlich verläuft sie an der Ostseite der Gärtnerstraße und an der Westseite des Wiesenweges, wo sie dann in gerader Verlängerung – östlich vorbei am Steglitzer Hafen – wieder auf die Grenze an der Nordseite des Teltowkanals trifft.

Lankwitz ist vorwiegend mit Ein- und Mehrfamilienhäusern bebaut. Die ältesten Villen stammen aus dem 19. Jahrhundert. Das geografische Zentrum des Ortsteils liegt im Gemeindepark Lankwitz. Lankwitz war bis zur Eingemeindung nach Groß-Berlin im Jahr 1920 eine eigenständige Gemeinde. Das Zentrum bildet heute der Bereich zwischen dem S-Bahnhof Lankwitz und der Dreifaltigkeitskirche (auch Lankwitz Kirche genannt), an der ein Knotenpunkt für zahlreiche Buslinien aus dem Südwesten Berlins liegt. Heute ist der Ortsteil vorwiegend von kleinen Wohnsiedlungen geprägt. Es gibt aber auch moderne, rund 20-geschossige Hochhäuser, die sich östlich des Zentrums am Kamenzer Damm befinden. Das Berliner Tierheim, heute in Falkenberg, befand sich von 1901 bis 2001 in Lankwitz in der Dessauerstraße. In der Gärtnerstraße befindet sich das Herrenhaus Correns, auch Siemens-Villa genannt, das ehemalige Villenanwesen eines Mitglieds der Familie Siemens, bis 2010 Musikarchiv der Deutschen Bibliothek und heute Sitz der privaten Hochschulen BSP Business School Berlin Potsdam (Hochschule für Management) und der MSB Medical School Berlin (Hochschule für Gesundheit und Medizin).

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten]

Dorfkirche Lankwitz aus dem 13. Jahrhundert
Lanke-Stein an der alten Ratswaage
Gedenkstein 750 Jahre Dorf Lankwitz (1239–1989)

Das Dorf Lankwitz entstand aus einer slawischen Siedlung in Hufeisenform, deren Schenkel am Lankegraben endeten. Der Name geht auf das alt-slawische Lancowice (sprich: Lonkowizze) zurück und bedeutet Ort an der Uferaue. Er verweist auf den Wiesenbach Lanke, der einst durch diesen Ort führte. Die Lanke existiert noch immer, ist allerdings in ihrem gesamten Verlauf kanalisiert oder im Teltowkanal aufgegangen. Die Quelle ist durch den Lanke-Stein an der Ratswaage Ecke Charlotten-/Elisabethstraße gekennzeichnet. Von dort floss sie nach Nordosten über die heutige Bruchwitzstraße zur Mühlenstraße, wo sie sich zu einem Teich erweiterte, der im Volksmund Karpfenteich genannt wurde. In einem östlichen Bogen umschloss sie das Dorf und mündete am alten Upstall in den Lankwitzer Hauptgraben (heute: Teltowkanal). Der Graben leitete das Wasser am morastigen Birkbusch (Birkbuschstraße) zur ehemaligen und gleichfalls weitgehend im Teltowkanal aufgegangenen Bäke, die das Wasser über den Griebnitzsee der Havel zuführte.

Lankwitz wurde erstmals 1239 urkundlich erwähnt: die älteste urkundliche Erwähnung eines Dorfes im heutigen Stadtgebiet von Berlin. 1239 schenkten Johann I. und sein Bruder Otto III. die Gemarkung Lankwitz dem Benediktinerinnenkloster St. Marien zu Spandau, das zum Bistum Brandenburg gehörte. Die Bevölkerung bestand hauptsächlich aus Bauern. Das Dorf wurde mit 44 Hufen erwähnt, war also bereits vermessen („verhuft“) worden, was auf eine deutsche Übernahme vor 1239 hindeutet.

Der Kern des Angerdorfes Lankwitz befindet sich im Nordosten des Ortsteils. Ursprünglich handelte es sich um einen Sackanger, der, am Rande eines slawischen Handelsweges längs der Bäke zwischen Teltow und Köpenick gelegen, nur von Nordwesten her zugänglich und ansonsten von Wasser und Feldern umgeben war. Dieser Sackanger wurde im 14. Jahrhundert in ein Straßenangerdorf umgewandelt, dessen Anger noch heute als Alt-Lankwitz im Bereich der Dorfkirche Lankwitz erkennbar ist.

Der Bau der Dorfkirche stand im Zusammenhang mit der Besitzübernahme durch die Benediktinerinnen aus Spandau. Mit dem Zuzug deutscher Siedler wird wie üblich eine Holzkirche errichtet worden sein. Üblicherweise vergingen 30 Jahre bis zum Bau einer erheblich teureren Steinkirche, bis die Siedler aus Erträgen der Getreideernte genug Geld angespart hatten. Diese Zeit konnte in Lankwitz wegen des Vermögens des Klosters verkürzt werden. Die Kirche entstand wahrscheinlich um 1250.

Jedenfalls wird Lankwitz 1265 als Pfarrdorf erwähnt. Das Landbuch Karls IV. weist für Lankwitz 33 Hufen aus, davon vier Pfarrhufen. Die Differenz zwischen 44 Hufen (1239) und 33 Hufen (1375) erklärt sich vermutlich dadurch, dass elf Hufen wüst lagen, denn 1450 werden wieder 40 Hufen erwähnt. Inzwischen ist zu den Pfarrhufen noch eine Kirchenhufe hinzugekommen. Für das Dorf wird schon 1375 ein Krug erwähnt sowie ein Schulze. Auf das slawische Element deuten fünf Kossäten hin.

Im Jahr 1558 ging Lankwitz als Folge der Reformation aus dem Besitz des Klosters in Spandau in den Besitz des Amtes Spandau über. 1590 umfasste das Lehnschulzengut vier Lehnhufen und zwei Zinshufen. Das Lehnschulzengut ist seit 1786 im Besitz der Familie Von Pfuhl.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde zunächst das nordwestlich des Bahnhofs Lankwitz gelegene, sogenannte Rosenthalsche Viertel mit Villen bebaut; heute wird es wegen der dort vorherrschenden Straßennamen als Komponistenviertel bezeichnet. In den darauf folgenden Jahrzehnten folgte südlich des Komponistenviertels das Zietenmannsche Viertel, das wegen der einfacheren Bebauung auch als Klamottenviertel bezeichnet wurde. Noch weiter südlich folgte dann das Thüringer Viertel, das im Volksmund Kleinkleckersdorf genannt wurde, da der Ausbau nur stockend voranging.

In der Nacht vom 23. zum 24. August 1943, der Lankwitzer Bombennacht, wurden das Rathaus, die Dreifaltigkeitskirche, die Dorfkirche, das Schloss, die Villa Louise, das gelbe Schulhaus (Alt-Lankwitzer Grundschule) und viele andere Gebäude zerstört. Bei Luftangriffen im Zeitraum der Lankwitzer Bombennacht bis zum 4. September 1943 wurde Lankwitz zu rund 85 Prozent zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden allmählich alle Baulücken geschlossen, sodass es heute in Lankwitz keine landwirtschaftlich genutzten Flächen und kaum noch Brachflächen gibt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

vor 1945
Jahr Einwohner
1866 341
1890 2.102
1900 4.111
1910 9.528
1919 12.397
1937 30.402
ab 1945
Jahr Einwohner
1945 10.557
1956 29.797
2005 40.613
2008 40.385
2010 40.939
2011 41.242

Bildung[Bearbeiten]

Teil der FU Berlin in Lankwitz:
GEO CAMPUS

Lankwitz ist ein Universitätsstandort: Auf dem Campus der Freien Universität (FU), dem Gelände der ehemaligen Pädagogischen Hochschule (PH) in der Malteserstraße, befinden sich Einrichtungen des Fachbereiches Geowissenschaften (Institut für Geographie, Institut für Geologie, das Interdisziplinäre Zentrum Ökosystemdynamik in Zentralasien und das Willy-Scharnow-Institut für Tourismus). Außerdem ist auf dem Gelände die Verwaltung des Fachbereiches angesiedelt sowie die Geowissenschaftliche Bibliothek mit ihrer Kartensammlung zu finden.

Das inzwischen nach Dahlem umgezogene Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der FU Berlin hatte auf dem Campus ebenfalls seinen Standort.

Mit dem Hauptcampus der FU Berlin in Dahlem ist der Campus in Lankwitz durch die Buslinie X83 verbunden. Mit seiner dezentralen Position ist der Campus in Lankwitz vergleichbar mit dem ebenfalls dezentralen Campus Adlershof der Humboldt-Universität (HU).

Lankwitz verfügt sowohl mit der Beethoven-Oberschule über ein Gymnasium und mit der Bröndby-Oberschule über eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe.

Erholung[Bearbeiten]

Wildgehege im Gemeindepark Lankwitz

In Lankwitz gibt es neben mehreren kleineren Parks, wie den als Rosengarten bezeichneten Bernkastler Platz, den zehn Hektar großen Gemeindepark, einen Park mit Sportplatz, Minigolfanlage und Wildgehege. Des Weiteren laden Dauergartenkolonien zu Spaziergängen, das Stadtbad Lankwitz als freizeitorientiertes Hallenbad zum Schwimmen und die Eisbahn Lankwitz im Winter zum Schlittschuhlaufen sowie Eisstockschießen ein. Zudem bestehen für zahlreiche sportliche Aktivitäten – wie beispielsweise für Fußball, Tennis und Squash – entsprechende Möglichkeiten. Das seit 1953 bestehende Kino Thalia lädt zu Filmen sowie gelegentlichen Veranstaltungen ein.

Verkehr[Bearbeiten]

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Eine der ältesten Eisenbahnstrecken in Berlin ist die 1841 erbaute Anhalter Bahn. Sie führt auch durch Lankwitz. Am 1. Dezember 1895 wurde die Eisenbahnhaltestelle Lankwitz-Viktoriastraße an der heutigen (seit 20. Mai 1937) Leonorenstraße[1] durch das entschiedene Mitwirken vom Gemeindeverordneten August Bruchwitz eröffnet. Am 30. September 1899 wurde der Bahnhof in „Lankwitz“ umbenannt.[2]

Seit 1951 wurden die Fernzüge auf einen Umweg über den Berliner Außenring geleitet, um West-Berlin und damit auch Lankwitz zu umfahren. Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 wurde die Trasse an der Stadtgrenze völlig unterbrochen.

Die Wiederaufnahme des Fernverkehrs erfolgte am 28. Mai 2006. In diesem Zusammenhang hat Lankwitz verkehrstechnisch profitiert, denn der naheliegende Bahnhof Lichterfelde Ost wurde Regionalbahnhof und über den neuen Fernbahnhof Südkreuz sind viele Fernverkehrsverbindungen schneller erreichbar.

Der idyllische Charakter einer beschaulichen S-Bahn-Strecke, die sich direkt durch die Lankwitzer Wohngebiete zieht, ging dadurch jedoch verloren. Heute stehen graue Lärmschutzwände (Verschallschutzwandung) an der Strecke, die nunmehr wieder eine Fernbahntrasse geworden ist, ausgebaut für Geschwindigkeiten bis 160 km/h.

S-Bahn[Bearbeiten]

S-Bahnhof Lankwitz von Norden

Für den gesonderten Vorortverkehr wurde die Anhalter Vorortbahn mit dem Bahnhof Lankwitz geschaffen, 1903 als erste Bahnstrecke Berlins elektrifiziert und 1929 auf das bis heute verwendete System der Berliner S-Bahn umgestellt. Mit der Übernahme der S-Bahn von der Deutschen Reichsbahn durch die BVG 1984 wurde die Strecke stillgelegt. Die Brücke über die Leonorenstraße wurde abgerissen.

Die Wiederinbetriebnahme der S-Bahn erfolgte 1995. Dabei wurde der eingleisige Abschnitt über den Teltowkanal bis südlich des Bahnhofs Lankwitz verlängert, sodass Brücke und Bahnhof nur eingleisig wieder aufgebaut wurden. Damit besaß Lankwitz den einzigen eingleisigen S-Bahnhof in Berlin, an dem im 10-Minuten-Takt gefahren wurde. Die hier verkehrende Linie S25 führt heute von Teltow im Süden über Lankwitz durch den Nord-Süd-Tunnel in die Berliner Innenstadt und weiter bis zum Endbahnhof Hennigsdorf im Norden.

Am Ostrand von Lankwitz liegt die Trasse der Dresdener Bahn, auf der die S-Bahnlinie S2 verkehrt. Es ist geplant, an der Lankwitzer Brücke (Kamenzer Damm) einen Haltepunkt zu errichten. Durch die aktuelle Finanzlage Berlins wird sich dieses Projekt allerdings auf unbestimmte Zeit verzögern.

Bus[Bearbeiten]

Trotz der S-Bahn ist der Bus das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel für die meisten Lankwitzer. Die Verbundenheit der Lankwitzer zur Einkaufsmeile Schloßstraße in Steglitz erzeugt eine starke Nachfrage für die Buslinien zwischen dem Rathaus Steglitz und dem Lankwitzer Umsteigepunkt Lankwitz Kirche. Dieser Streckenabschnitt wird daher im dichten Takt von mehreren Linien (auch Metrobusse und Expressbusse) befahren und verfügt teilweise über Busspuren.

Folgende Buslinien fahren nach oder durch Lankwitz:

Sonstiges[Bearbeiten]

In den 1980er Jahren wurde geplant, eine Verlängerung der Linie U9 der Berliner U-Bahn zu bauen. Das standardisierte Bewertungsverfahren ergab hier das günstigste Kosten-Nutzen-Verhältnis. Aus politischen Gründen wurde allerdings die Verlängerung der Linie U8 in Reinickendorf vorgezogen. Die Verlängerung der U9 bis zum S-Bahnhof Lankwitz ist weiterhin Bestandteil des Stadtentwicklungsplans. Heute ist jedoch aufgrund der hohen Kosten eher anzunehmen, dass Berlin in Zukunft – außer der aktuell im Bau befindlichen Linie U5 – überhaupt keine neuen U-Bahn-Strecken mehr bauen wird.

Inzwischen gibt es Überlegungen für die Rückkehr der Straßenbahn nach Steglitz. Die Straßenbahnen könnten die vorhandenen Tunnel am Rathaus Steglitz nutzen und im U-Bahnhof Schloßstraße an den Richtungsbahnsteigen der U9 beginnen. Dies würde ein komfortables und wettergeschütztes Umsteigen zur U9 ermöglichen. Der weitere Streckenverlauf würde sich bis Lankwitz an der heutigen Busroute orientieren und könnte weiter nach Marienfelde geführt werden. Auch hier ist eine baldige Realisierung nicht zu erwarten.

Individualverkehr[Bearbeiten]

Problematisch für einige Bereiche von Lankwitz ist der relativ starke Durchgangsverkehr. Die Autos und Lastwagen, die aus dem südlichen Berliner Umland (wie dem Güterverkehrszentrum bei Großbeeren) kommen, fahren durch Lankwitz, um nach Steglitz und in die westlichen Bezirke von Berlin zu kommen. Dabei erweist sich die Paul-Schneider-Straße als Nadelöhr, da in dieser Straße nur eine Spur pro Richtung zur Verfügung steht und es dadurch häufig zu Staus kommt.

Planungen sahen ursprünglich vor, die Bundesstraße 101, die von der Stadtgrenze über die Marienfelder Allee nach Alt-Mariendorf verläuft, über Malteserstraße, Munsterdamm und Grazer Damm zum Stadtring am Autobahnkreuz Schöneberg zu führen. Dazu wäre eine neue Straße als Verlängerung der Malteserstraße – an der Grundschule in der Schulstraße vorbei – über den Teltowkanal in Höhe Edenkobener Weg zur Ecke Steglitzer Damm/Munsterdamm notwendig gewesen. Diese Straße hätte mitten durch Lankwitzer Wohngebiete geführt. Nördlich des Teltowkanals wurden die seinerzeit errichteten Gebäude bereits seit Mitte der 1960er Jahre in die geplante Trassenführung einbezogen. Im Laufe der Jahre entwickelte sich gegen diese Straße von Seiten der Anwohner Widerstand. Aktuell werden diese Planungen nicht weiterverfolgt.

Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Lankwitz ist an das Wasserstraßennetz angebunden. Über den Teltowkanal (Eröffnung am 2. Juni 1906) ist eine Verbindung zur Havel und zur Spree hergestellt. Der Hafen in Lankwitz dient vor allem dem Umschlag von Öl. Die ansässigen Unternehmen beliefern zahlreiche Haushalte im Südwesten Berlins mit Heizöl.

Trockenlegung[Bearbeiten]

Lankegraben bei der Peter-Frankenfeld-Schule

Im Jahr 1777 wurde auf Geheiß des preußischen Königs Friedrich II. von der Marienfelder Feldmark durch Lankwitz und Giesensdorf bis an die Bäke ein Entwässerungsgraben gebaut, um die Vernichtung der Ernten durch das nach ausgedehnten Regenfällen auf den Feldern stehende Wasser zu vermeiden. Dieser Graben hatte zahlreiche Nebenarme und wurde dem König zu Ehren Königsgraben genannt. Der Verlauf dieses Grabens ist noch an vielen Stellen zu erkennen, jedoch ist heute örtlich nur sehr vereinzelt noch ein neuer, wesentlich kleinerer Graben vorhanden. In Lichtenrade ist der Königsgraben heute noch gut erhalten und mündet dort in den Freseteich. Von der Straße An der Heilandsweide kommend lag der Königsgraben auf dem heutigen Hanielweg, kreuzte die Malteserstraße (damals: Marienfelder Straße) an der Marchandstraße und den Übergang zwischen Gallwitzallee und Tautenburger Straße. Dazwischen befindet sich heute die Kleingartensiedlung Kolonie Königsgraben. Der Graben an der Waltershauser Straße bis zur Trippsteinstraße wird heute Okengraben genannt. Dort befinden sich die Grundschule am Königsgraben und ein Sportplatz. Im weiteren Verlauf liegen heute die Geraer Straße, der Bereich südlich der Kiesstraße und das nordwestliche Ende der Grabenstraße. Nach der Unterquerung der Anhalter Bahn verlief der Königsgraben in westlicher Richtung und mündete im Gebiet des Hafens Lichterfelde in die Bäke.

Die Bäke und der nördlich vom Dorfkern gelegene Lankwitzer Hauptgraben sind heute durch den Teltowkanal miteinander verbunden und daher nicht mehr in ihrem ursprünglichen Zustand. Von der Lanke, die Lankwitz einst seinen Namen gegeben hat, sind heute nur noch Reste im Gebiet direkt südlich des alten Dorfkerns erhalten.

Nach den ergiebigen Regenfällen in den Jahren 1926/1927 standen weite Teile – vor allem von Lichtenrade – lange Zeit unter Wasser. Daraufhin wurde zwischen August 1928 und November 1929 der zehn Kilometer – davon sieben Kilometer auf dem Gebiet der Ortsteile Lichtenrade und Mariendorf – lange unterirdische Entwässerungskanal Lichtenrader-Lankwitzer-Regenwasser-Sammler (LiLaReSa) gebaut, der westlich des Lankwitzer Hafens und der Sieversbrücke in den Teltowkanal mündet und heute noch in Betrieb ist.[3]

Bestehende Fließ- und Stehgewässer[Bearbeiten]

  • Parkteich[4] (Lage): ein 1910/12 im Beyendorffpark (heute Gemeindepark) von Karl Rimann als künstlicher Parkteich mit Papp-Abdichtung mit einer Fläche von 4750 Quadratmetern bei 330 Meter Umfang angelegt.
  • Lankegraben-Teich und Lankegraben (Lage): Er liegt Alt-Lankwitz 58/Wedellstraße/In den neuen Gärten in einem kleinen Grünzug, er wird vom Lankegraben gespeist. Bei einer Fläche von 780 Quadratmetern hat er eine mittlere Tiefe von 1,15 Metern und eine maximale Tiefe von 2 Metern.[4]
  • Theodosiusteich (Lage): Auf der Fläche am Dominikuskloster gelegen wurde er in 1970er Jahren als künstlicher Teich mit Betonabdichtung auf einer Fläche von 500 Quadratmetern und maximaler Tiefe von 2 Metern angelegt.[4]
  • Alter Upstall Teich (Lage): Vier Teiche auf dem Gelände der ehemaligen Kleingartenanlage Alter Upstall, die nur periodisch Wasser führen, wobei der größte (Nr. 1) eine Fläche von 145 Quadratmetern besitzt. Die Karte der Gemarkung Lankwitz um 1846 zeigt den Upstall als sumpfiges Wiesengelände. Wobei die Teiche wohl durch die Suhlen entstanden.[4]
  • Okengraben (Lage): Seitenkanal des Königsgrabens zwischen Waltershauser Straße und Trippsteinstraße.
  • Gasgraben (Lage): Ehemaliger Lankwitzer Hauptgraben, im Alten Upstall/Freymüllerweg mit einigen Tümpeln erkennbar.[5]
  • Hospitalgraben (Lage) im Zuge des Laufs der Lanke.
  • Kämpegraben
    • Am Trachenbergring (Lage)
    • Kämpergraben an der Friedrichrodaer Straße (Lage)
  • Königsgraben: 1777 erbauter Entwässerungsgraben, der zu keiner Zeit seine Funktion erfüllte. Heute namentlich vor allem aufgrund der Grundschule am Königsgraben sowie der gleichnamigen Gartenkolonie bekannt.
  • Der Teltowkanal liegt zwischen Prinzregent-Ludwig-Brücke und vor der Eisenbahnbrücke der Dresdener Bahn auf Lankwitzer Flur, wobei die Lankwitzer Gemarkungsgrenze nördlicher lag und den Hauptgraben mit seinem sumpfigen Ufergelände einschloss.[6]

Wichtige Gebäude und Einrichtungen[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

  • Pflege- und Wohnheim des Auguste-Viktoria-Krankenhauses, Leonorenstraße
  • Berliner Synchron, eines der bedeutendsten Synchronstudios Deutschlands in der Mühlenstraße
  • Berufsbildungszentrum der Landespostdirektion, Kaiser-Wilhelm-Straße
  • Bürgeramt, Gallwitzallee
  • Business School Berlin Potsdam, private Hochschule für Management in der Siemens-Villa an der Ecke Calandrelli-/Gärtnerstraße
  • Carl-Voll-Stiftung, Friedrichrodaer Straße
  • Eisbahn Lankwitz, Leonorenstraße
  • Energie-Museum Berlin, Teltowkanalstraße
  • Freie Universität Berlin, Hochschulgelände Lankwitz, Malteserstraße, früher Pädagogische Hochschule Berlin
  • Haus Lankwitz – Kinder- und Jugendheim, Beethovenstraße
  • Käseglocke, umgangssprachlich für das Parkwohnhaus Bernkastler Platz (Rosengarten), heute Kinder-, Jugend- und Familientreff, Leonorenstraße (gegenüber vom Rathaus)
  • Medical School Berlin, private Hochschule für Medizin und Gesundheit in der Siemens-Villa an der Ecke Calandrelli-/Gärtnerstraße
  • Polizeidirektion 4 – Abschnitt 46, Gallwitzallee
  • PreussenstadionBFC Preussen, Ecke Malteserstraße/Kamenzer Damm
  • Psychiatrische Tagesklinik des Theodor-Wenzel-Werks, Kamenzer Damm
  • Rathaus Lankwitz (dieses Gebäude beherbergte ehemals Teile des Finanzamtes Steglitz-Zehlendorf; jetzt Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Abt. Soziales und Sport), Leonorenstraße
  • Ratswaage Lankwitz, Ecke Charlotten-/Elisabethstraße, Frauentreffpunkt des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf
  • Seniorenheim, Gallwitzallee
  • Seniorenheim, Malteserstraße
  • Sportanlage Leonorenstraße (Eisbahn, Feldhockey, Tennis)
  • Stadtbad Lankwitz, Leonorenstraße
  • Stadtbücherei, Bruchwitzstraße
  • Stiftung Geschenke der Hoffnung, Haynauer Straße
  • Technisches Hilfswerk, Gallwitzallee

Konfessionelle Einrichtungen[Bearbeiten]

Das katholische St. Marien-Krankenhaus
Engelsstatue der Tabea-Kinderbegräbnisstätte auf dem Kreuz-Friedhof
Ruine des alten Gebäudes der Bröndby-Oberschule

Protestantisch

Katholisch

Sonstige

Friedhöfe[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Persönlichkeiten aus Lankwitz[Bearbeiten]

Bestattet auf dem Friedhof Lankwitz[Bearbeiten]

Bestattet auf dem Kreuzkirchhof[Bearbeiten]

  • Herbert Richter (1901–1944), Architekt, hingerichtet als Widerstandskämpfer – Ehrengrab des Landes Berlin
  • Hermann Marchand (1864–1945), Jurist und Stadtentwickler
  • Fritz Freymüller (1882–1950), Architekt, Gemeinde- und Stadtbaurat
  • Erna Maraun (1874–1953), Sozialpädagogin und Stadträtin

Bestattet auf dem Luther-Friedhof[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Lankwitz ist auch der deutsche Name des polnischen Dorfes Łękwica.

Im Kieler Stadtteil Russee und in Hannover ist jeweils eine Straße mit dem Namen Lankwitzweg nach dem Ortsteil benannt. In Bielefeld und Monheim am Rhein gibt es jeweils einen Lankwitzer Weg.

Am 5. Oktober 2007 starb die in Lankwitz lebende, zu diesem Zeitpunkt älteste Deutsche, Irmgard von Stephani, im Alter von 112 Jahren.[9][10]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Hiller: Chronik Lankwitz (= Vorabdruck. Band Nr. 5/6). Wort-& Bild-Specials, Berlin 1989, ISBN 3-926578-19-X.
  • Annelen Hölzner-Bautsch: 100 Jahre Kirche Mater Dolorosa – Geschichte der katholischen Gemeinde in Berlin-Lankwitz – 1912 bis 2012. Herausgeber: Katholische Pfarrgemeinde Mater Dolorosa, Selbstverlag, Berlin 2012 (Inhalt)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Lankwitz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leonorenstraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLankwitz. In: stadtschnellbahn-berlin.de. Abgerufen am 10. März 2012.
  3. Marina Heimann: Der LILARESA (Lichtenrader-Lankwitzer-Regenwasser-Sammlers). Bei: lichtenrade.com, abgerufen am 10. Dezember 2012.
  4. a b c d Wasserbuch Steglitz-Zehlendorf (PDF; 376 kB)
  5. Wolfgang Friese: Der Teltowkanal in Lankwitz. In: Heimatverein Steglitz e. V. (Hrsg.): Steglitzer Heimat, 51. Jg., Nr. 2, Berlin 2006, S. 25.
  6. Wolfgang Friese: Der Teltowkanal in Lankwitz. In: Heimatverein Steglitz (Hrsg.): Steglitzer Heimat. 51. Jg., Nr. 2, Berlin 2006, S. 21–25 (PDF; 738kb).
  7. Abfrage der Ehrengrabstätten Berlin.de, abgerufen am 28. Februar 2012
  8. Friedhöfe der Evangelischen Kirchengemeinden Lankwitz und Luther, Z-26-27
  9. Die Älteste Deutsche lebt in Lankwitz. In: Die Welt.
  10. Irmgard von Stephani (Geb. 1895) – Das Alter kommt von ganz allein. In: Der Tagesspiegel.