Collins-Reagenz

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Struktur des Collins-Reagenz'

Das Collins-Reagenz auch bekannt als Sarett-Reagenz ist ein Komplex von Pyridin an Chrom(VI)-oxid in Dichlormethan.

Es dient der selektiven Oxidation primärer Alkohole zu Aldehyden. Oxidationsreaktionen mit dem Collins-Reagenz werden auch als Collins-Oxidation bezeichnet. Das Reagenz wurde erstmals 1968 vorgestellt und stellt einen Fortschritt zu vorherigen Methoden dar, da es Dichlormethan als Lösungsmittel nutzt. Dies erlaubt die nutzung des Oxidationsmittels für eine breitere Palette an Basen-empfindlichen Substraten.

Das Collins-Reagenz toleriert die Anwesenheit vieler funktioneller Gruppen. Es wird meist im Überschuss von vier bis sechs Äquivalenten eingesetzt.[1]

\mathrm{{R{-}CH_2{-}OH\ \xrightarrow {Py_2\ \cdot\ CrO_3}\ \ R{-}CHO}}
Bruttoreaktionsgleichung der Collins-Oxidation.

Zur Vermeidung von Verlusten an Aldehyd durch Adduktbildung mit ausfallenden reduzierten Chromspezies kann vor der Bildung des Collins-Reagenz Kieselgel oder Kieselgur hinzugegeben werden. Für die Oxidation empfindlicher Substrate (beispielsweise Kohlenhydrate oder Nukleoside) können durch Zugabe von Essigsäureanhydrid mildere Reaktionsbedingungen geschaffen werden. Sie dient der Vermeidung von β-Eliminierungen in Gegenwart von Heteroatomen in β-Position.[1]

Weitere Chrom(VI)-komplexe mit Pyridin, welche als Oxidationsmittel eingesetzt werden, sind Pyridiniumchlorochromat und das Cornforth-Reagenz.

Herstellung[Bearbeiten]

Zur Herstellung des Collins-Reagenz wird Chrom(VI)-oxid im stöchiometrischen Verhältnis zu einer Lösung von Pyridin in wasserfreiem Dichlormethan gegeben.[1]

\mathrm{{2\ Py\ +\ CrO_3\ \xrightarrow {CH_2Cl_2}\ \ Py_2\ \cdot\ CrO_3}}

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c G. Tojo, M. Fernández: Oxidation of alcohols to aldehydes and ketones, 2. Auflage, S. 20–27, Springer Verlag, Berlin, ISBN 0-387-23607-4.

Literatur[Bearbeiten]