Coraline

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Dieser Artikel behandelt den Roman Coraline. Für die gleichnamige Filmadaption siehe Coraline (Film).

Coraline (Originaltitel: Coraline) ist eine Fantasy- und Gruselgeschichte des britischen Autors Neil Gaiman, die 2002 bei Bloomsbury Publishing und Harper Collins erschien. Die Illustrationen im Buch stammen von Dave McKean. Die deutschsprachige Übersetzung von Cornelia Krutz-Arnold erschien erstmals 2003 unter dem Titel Coraline. Gefangen hinter dem Spiegel im Arena Verlag, Würzburg.

Handlung[Bearbeiten]

Zu Beginn der Geschichte zieht Coraline mit ihren Eltern in eine sehr alte Wohnung um. Coralines Eltern sind stets mit ihrer Arbeit beschäftigt und haben wenig Zeit für ihre Tochter. In ihrer Langeweile geht Coraline auf Entdeckungsreise und trifft die anderen Bewohner des Hauses: Fräulein Miriam Forcible und Fräulein April Spink, zwei ältliche Schauspielerinnen im Ruhestand von der Bühne, und einen alten Herrn, der vorgibt, einen Mäusezirkus zu trainieren, welchen man aber nie sieht.

In der Wohnung findet sie eine verschlossene Tür. Als sie diese mit einem Schlüssel öffnet, ist der Durchgang dahinter zugemauert. Am nächsten Tag, als beide Eltern abwesend sind, öffnet sie die Tür erneut und findet einen dunklen Flur, der zu einer anderen Wohnung führt, die genauso aussieht wie ihre. Dies gibt ihr das Gefühl, ihre Wohnung nie verlassen zu haben. Diese alternative Welt wird von ihrer „anderen Mutter“ und ihrem „anderen Vater“ bewohnt. Ihre „anderen Eltern“ sehen auch aus wie ihre Eltern, außer den Knopfaugen. Die „andere Mutter“ erklärt ihr, dass jeder diese „anderen Eltern“ habe und diese anderen Eltern erscheinen zunächst aufgeschlossener, mehr an ihr interessiert und generell auch viel interessanter als ihre eigenen. Am Ende des Tages bietet die „andere Mutter“ Coraline an, für immer in der anderen Welt zu bleiben, die einzige Bedingung wäre, sich auch Knöpfe anstatt Augen annähen zu lassen, dies täte gar nicht weh. Coraline entscheidet aber, dass sie lieber wieder nach Hause geht, sehr zur Enttäuschung der anderen Mutter.

Nachdem sie in ihrer wirklichen Wohnung ankommt, sind ihre Eltern verschwunden. Sie kommen auch am nächsten Tag nicht wieder, und Coraline, die entdeckt, dass ihre Eltern von der anderen Mutter gekidnappt worden sind, entschließt sich trotz ihrer Angst, wieder in diese Parallelwelt zurückzukehren. Dort verärgert sie die andere Mutter, indem sie ihre Geschenke und Liebe komplett ablehnt, worauf sie hinter einem Spiegel eingeschlossen wird. An diesem Ort trifft sie drei seelenlose Kinder aus verschiedenen Zeitaltern, die der anderen Mutter nicht entkommen sind, nach und nach ihre Seelen verloren haben und schließlich eingesperrt worden sind.

Die andere Mutter holt Coraline schließlich aus der Kammer hinter dem Spiegel. Coraline fordert die andere Mutter zu einem Spiel heraus, die drei Seelen und ihre Eltern in der anderen Welt zu finden oder im Verlustfall für immer zu bleiben – ihre einzige Chance, die Eltern zu retten. Dazu benutzt sie einen Stein mit Loch, den sie von Fräulein Spinks vor ihrer Reise erhielt, und ihren Einfallsreichtum. Coraline ist vernünftig genug, nicht zu glauben, dass sich die andere Mutter an die Regeln hält. Doch Coraline findet mit Hilfe der schwarzen Katze die drei Seelen der Kinder und ihre Eltern, die die andere Mutter in einer Schneekugel versteckt hatte. Sie kann die andere Mutter überlisten und entkommt ihr nur knapp aus der anderen Welt durch die kleine Tür. Dabei wird der Arm der anderen Mutter, die nach ihr greift, in der Tür eingeklemmt und verletzt. Ihre Eltern sind wieder zuhause. In der nächsten Nacht hat Coraline einen Traum, in dem sie die Seelen der Kinder trifft, bevor diese ins Jenseits übergehen. Diese warnen sie, dass die Hand der anderen Mutter mit in ihre Welt gekommen sei und versuche, an den Schlüssel der Tür zu gelangen, den Coraline an einem Band um den Hals trägt. Coraline lockt die Hand zu einem tiefen Brunnen und stellt ihr dort eine Falle, so dass diese mit dem Schlüssel in den tiefen Brunnen fällt, aus dem sie nicht entkommen kann. Danach geht Coraline wieder nach Hause zurück zu ihrem normalen gewöhnlichen Leben, welches sie nun akzeptiert und liebt.

Figuren[Bearbeiten]

  • Coraline Jones: Hauptfigur des Romans. Coraline langweilt sich nach dem Umzug in eine neue Wohnung und geht auf Entdeckungsreise. Sie findet eine geheimnisvolle Tür, welche in die andere Welt führt. Dort trifft sie auf die andere Mutter und den anderen Vater. Ihr Name wird außer von den Eltern und den Mäusen verdreht ausgesprochen.
  • Frau Jones: Coralines Mutter. Sie arbeitet zu Hause viel am Computer und hat kaum Zeit für ihre Tochter.
  • Herr Jones: Coralines Vater (Charlie). Er verbringt wie die Mutter die meiste Zeit des Tages mit seiner Arbeit am Computer.
  • Die Katze: Eine schwarze Katze aus Coralines Welt. Sie begleitet Coraline auf ihrer Reise in die andere Welt und agiert dort als Coralines Mentor. Im Gegensatz zu den anderen Figuren hat die Katze keinen Gegenpart in der anderen Welt. Sie bleibt in beiden Welten die Gleiche, mit dem Unterschied, dass sie in der anderen Welt sprechen kann.
  • Die andere Mutter: Sie hat die andere Welt erschaffen. Äußerlich ist sie größer und dünner als Coralines wirkliche Mutter. Sie besitzt rote, gebogene Fingernägel, Knopfaugen und papierweiße Haut. Sie sammelt Kinder, derer sie schnell überdrüssig wird, ihnen das Leben aussaugt und hinter einen magischen Spiegel einsperrt. Die andere Mutter möchte Coraline in der anderen Welt behalten und ihr Knopfaugen annähen. Die Geisterkinder bezeichnen sie als Vettel.
  • Der andere Vater: Er ist eine Schöpfung der anderen Mutter. Sie benutzt ihn, um Coraline dazu zu bringen, in der anderen Welt zu bleiben. Er erzählt Coraline Einzelheiten über die andere Welt und die andere Mutter. Als die andere Mutter dies herausfindet, sperrt sie ihn in einen Keller, wo er verfällt.
  • Fräulein Miriam Forcible und Fräulein April Spink: Sie sind Schauspielerinnen im Ruhestand und leben mit ihren geliebten Terriern in der Wohnung unter Coraline. In ihrem täglichen Leben trauern sie ihrem ehemaligen Theaterleben nach. In der Deutung von Coralines Teesatz sehen sie Gefahr und geben Coraline als Schutz einen Stein mit Loch. In der anderen Welt geben sie eine nicht endende Daueraufführung in einem Theater, welches sich in ihrer Wohnung befindet. Zudem sind sie in der anderen Welt jünger und hübscher und haben ein Hundepublikum, das sich menschlich benimmt.
  • Herr Bobinsky: Ein Zirkuskünstler im Ruhestand. Er ist Coralines Nachbar und wohnt oben im Haus in einer Mansarde. Herr Bobinsky trainiert Mäuse für einen Mäusezirkus. Er überbringt Coraline Nachrichten der Mäuse. Darunter eine Warnung, nicht durch die Tür zu gehen. Sein Gegenspieler in der anderen Welt trainiert schwarze rotäugige Ratten, die Spione der anderen Mutter sind.
  • Die drei Geisterkinder: Die beiden Mädchen und der Junge sind frühere Opfer der anderen Mutter. Sie wurden von ihr zu verschiedenen Zeiten gefangen genommen und hinter einen magischen Spiegel gesperrt. Nachdem Coraline von dem Schicksal der Kinder erfährt, verspricht sie, ihnen zu helfen und ihnen die von der anderen Mutter geraubten Seelen wiederzubeschaffen.

Adaptionen[Bearbeiten]

Coraline wurde bereits auf vielfältige Weise adaptiert; 2009 lief in den Kinos der Stop-Motion-Film Coraline von Henry Selick an, der sich in einigen Aspekten in Handlung und Personen vom Buch unterscheidet. Zum Film erschien eine Videospielversion, in der Coraline mit anderen Figuren interagiert und kleine Spiele löst. Im gleichen Jahr startete außerdem eine Off-Broadwayproduktion mit Musik und Text von Stephin Merritt und Buch von David Greenspan. Weiterhin entstand bereits vor der Filmadaption ein Comic zum Buch von P. Craig Russell.

Ausgaben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]