Neil Gaiman

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Neil Gaiman Ende 2004

Neil Richard Gaiman (* 10. November 1960 in Portchester, England) ist Autor zahlreicher Science-Fiction- und Fantasygeschichten, Comics und Drehbücher.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Nach mehreren gescheiterten Versuchen, seine Manuskripte unterzubringen, studierte Gaiman Journalismus. In dieser Zeit schrieb er sein erstes Buch, eine Biografie über die Band Duran Duran, sowie eine große Anzahl von Artikeln für das Knave Magazine. Außerdem verfasste er Don't Panic: The Official Hitchhikers Guide to the Galaxy Companion über Douglas Adams, seiner Auffassung nach ein Werk im „klassischen englischen humoristischen Stil“.

Seine jugendliche Liebe zum Comic, die durch ein ernüchterndes Gespräch des 16-jährigen Gaiman mit einem Berufsberater einen herben Dämpfer erhalten hatte, lebte in den 1980ern wieder auf. Nachdem er Freundschaft mit dem Comicautor Alan Moore geschlossen hatte, begann er selbst Comics zu verfassen. Zusammen mit seinem Mitarbeiter und langjährigem Freund Dave McKean schuf er Violent Cases und Signal to Noise. Er erhielt einen Auftrag von DC Comics und verfasste die Mini-Serie Black Orchid.

Gaiman schrieb eine Vielzahl von Comics für mehrere Verlage. Am bekanntesten wurde seine Serie Sandman über die Abenteuer des Morpheus als Personifikation des Traums. Die 1988 gestartete Serie fand sofort großen Anklang und wurde nach acht erfolgreichen Jahren 1996 eingestellt, allerdings nicht wegen nachlassenden Publikuminteresses, sondern weil Gaiman seine Geschichte zu Ende erzählt hatte. Bislang einmalig in der Geschichte von DC wurde die Figur des Morpheus endgültig zu Grabe getragen. Andere Charaktere aus dem von Gaiman geschaffenen Universum werden allerdings immer wieder in neuen Geschichten genutzt. Geschichten um Morpheus, die Gaiman nach dieser Zeit gelegentlich nachschob, spielen chronologisch alle vor dem Tod des Hauptcharakters. Alle 75 Ausgaben wurden als zehnbändige Sammlung veröffentlicht, die auch heute noch aufgelegt und gut verkauft wird.

1991 veröffentlichte er The Books of Magic, eine vierteilige Miniserie, die in der mystischen und magischen Welt der DC-Comics angesiedelt ist. Held der Serie ist ein englischer Teenager, der vom Schicksal auserkoren wurde, der Welt größter Magier zu werden. Aus dem Comic entwickelte sich eine Fortsetzung gleichen Titels, die größtenteils von John Ney Reiber verfasst wurde.

Mit dem Gefühl, dem Medium Comic zumindest vorläufig nichts mehr hinzufügen zu können, wandte sich Gaiman der erzählenden Literatur zu. Seinen ersten Roman, Ein gutes Omen, eine Erzählung über eine bevorstehende Apokalypse, schrieb er bereits während der Arbeit an Sandman zusammen mit Terry Pratchett. Es folgten, nach Abschluss der Comicserie, u.a. Neverwhere, beruhend auf der gleichnamigen BBC-Fernsehserie, für die Gaiman die Drehbücher geschrieben hatte, Stardust (deutsch Sternwanderer), der Kurzgeschichtenband Smoke and Mirrors und der Roman American Gods, mit dem sich Gaiman endgültig in der nicht-Comic-lesenden Welt etablierte. Dabei bezeichnete er selbst American Gods als den Roman, der seinem Sandman am nächsten kommt.

Seine Kinderbücher The day I swapped my dad for two goldfish, Coraline und Wolves in the Walls wurden - wie schon sämtliche Sandman-Cover - von Dave McKean illustriert. Gaiman gibt sich in Interviews einigermaßen überzeugt, dass, wenn etwas von ihm bleibt, es diese Kinderbücher sein werden.

Darüber hinaus schrieb er Liedtexte, Gedichte und Novellen.

Gaiman unterhält seit Anfang der 90er Jahre eine enge Freundschaft zur Sängerin Tori Amos. Auf jedem ihrer Alben wird er in mindestens einem Song erwähnt, wenn auch mitunter stark verschlüsselt.[1] Er schrieb Vorworte zu mehreren ihrer Tourprogramme und trug einige Sätze zum Booklet ihres Albums Strange Little Girls bei.

Gaiman, Vater von drei Kindern, lebt seit 2002 nahe Minneapolis in den USA. Seit 2008/2009 verbindet ihn mehr als die Arbeit an gemeinsamen Projekten (wie "Who killed Amanda Palmer") mit der ehemaligen Dresden Dolls-Sängerin Amanda Palmer.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

Gaiman rangiert unter den Top-Ten der (noch lebenden) postmodernen Autoren im Dictionary of Literary Biography. Er wurde für sein Werk mehrfach ausgezeichnet. 1991 erhielt er für seine Sandman-Ausgabe A Midsummer Night's Dream den World Fantasy Award, 2002 den Hugo Award und den Nebula Award für American Gods. Zwischen 1991 und 1994 erhielt er für seine Comics viermal in Folge den Eisner Award als bester Autor; diesen Award erhielt er außerdem mehrmals in verschiedenen anderen Kategorien. Im Jahr 2009 wurde ihm die Newbery Medal für Das Graveyard-Buch verliehen. Diese Auszeichnung gilt als angesehenster Kinderbuchpreis der Vereinigten Staaten.[2]

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Comics

  • Violent Cases, zusammen mit Dave McKean, Titan Books, 1987.
  • Black Orchid #1-3, zusammen mit Dave McKean, DC Comics, 1988.
  • The Sandman, zusammen mit verschiedenen Künstlern, DC Comics, 1988-1996.
  • Miracleman #17-24, zusammen mit verschiedenen Künstlern, Eclipse Comics, 1990-1993.
  • Books of Magic #1-4, zusammen mit verschiedenen Künstlern, DC Comics, 1991.
  • Signal to Noise, zusammen mit Dave McKean, VG Graphics/Dark Horse Comics, 1992.
  • Death: The High Cost of Living #1-3, zusammen mit Chris Bachalo, Vertigo, 1993.
  • The Tragical Comedy or Comical Tragedy of Mr. Punch, zusammen mit Dave McKean, Vertigo, 1994.
  • The Last Temptation, zusammen mit Michael Zulli (Die Story basiert auf Alice Coopers Album The Last Temptation), Marvel Comics, 1994.
  • Angela, zusammen mit Todd McFarlane, Image Comics, 1995.
  • Death: The Time Of Your Life, zusammen mit Chris Bachalo, Vertigo, 1996.
  • Neil Gaiman's Midnight Days, (Eine Sammlung früher Werke zusammen mit verschiedenen Künstlern), Vertigo, 1999.
  • Green Lantern/Superman: Legend of the Green Flame, (One-Shot), zusammen mit verschiedenen Künstlern, DC Comics, 2000; dt. bei Panini Comics, 2001.
  • Harlequin Valentine, zusammen mit John Bolton), Dark Horse Comics, 2001.
  • Murder Mysteries, Illustrationen von P. Craig Russell, Dark Horse Books, 2002.
  • 1602 #1-8, zusammen mit Andy Kubert, Marvel Comics, 2003.
  • Endless Nights, zusammen mit verschiedenen Künstlern, Vertigo, 2003.
  • Creatures of the Night, zusammen mit Michael Zulli, Dark Horse Comics, 2004.
  • Eternals #1-7, zusammen mit John Romita Jr., Marvel Comics, 2006 - 2007.

[Bearbeiten] Romane

[Bearbeiten] Kinderliteratur

[Bearbeiten] Prosa

(einschließlich der Werke, die als illustrierte Texte erschienen)

  • Ghastly Beyond Belief: The Science Fiction and Fantasy Book of Quotations (eine Sammlung von Film- und Buchzitaten), zusammen mit Kim Newman, 1985.
  • Don't Panic: The Official Hitchhikers Guide to the Galaxy Companion, Titan Books, 1987, ISBN 1-85286-013-8, dt.: Keine Panik. Mit Douglas Adams durch die Galaxis (Ein Guide zu Douglas Adams' Trilogie), Ullstein, Berlin, 1990, ISBN 3-548-22272-2.
  • Now we are Sick – Anthology of Nasty Verse (eine Sammlung von Kurzgeschichten), Herausgeber zusammen mit Stephen Jones. Darin enthalten sind Gedichte von Alan Moore, Ramsey Campbell, Gene Wolfe, Raphael Aloysius Lafferty, Terry Pratchett, Brian Aldiss, Kim Newman, Diana Wynne Jones u.a., 1991.
  • Angels and Visitations, 1993.
  • Snow, Glass, Apples (Kurzgeschichte), illustriert von Charles Vess, 1994.
  • The Sandman Book of Dreams (Kurzgeschichtenanthologie), Herausgeber zusammen mit Ed Kramer. Unter anderem Beiträge von Gene Wolfe, Tad Williams, Steven Brust, Susanna Clarke u.a., Haper Prism, 1996.
  • About Cats and Dogs (zwei Kurzgeschichten), 1997.
  • Smoke And Mirrors (Kurzgeschichtensammlung), Avon Books, 1998, ISBN 0-380-97364-2, dt.: Die Messerkönigin, Heyne, 2001, ISBN 3-453-17798-3.
  • The Sandman: The Dream Hunters, zusammen mit Yoshitaka Amano, Vertigo, 1999.
  • Murder Mysteries (limitierte Auflage für ein Hörspiel mit Illustrationen von George Walker), Biting Dog Press, 2001.
  • Adventures in the Dream Trade, 2002.
  • Snow, Glass, Apples (limitierte Auflage für ein Hörspiel mit Illustrationen von George Walker), Biting Dog Press, 2002.
  • A Walking Tour of the Shambles, zusammen mit Gene Wolfe, 2002.
  • Little Lit: It Was a Dark and Silly Night, zusammen mit Gahan Wilson, eine Zusammenstellung von Erzählungen verschiedener Autoren und Künstler, herausgegeben von Art Spiegelman und Francoise Mouly, 2003.
  • Fragile Things - Short Fictions & Wonders (Kurzgeschichtensammlung), Headline review, 2006.

[Bearbeiten] Hörspiele & Hörbücher

  • Warning Contains Language, Erzählungen, vorgetragen von Gaiman, Musik von Dave McKean, 1995.
  • Signal to Noise, Hörspiel, 2000.
  • American Gods, Hörbuch, gelesen von George Guidall. 2002.
  • Coraline, Hörbuch, US-Ausgabe gelesen von Gaiman, britische Ausgabe gelesen von Dawn French, 2002.
  • Two Plays for Voices Hörspielumsetzung von Snow, Glass, Apples und Murder Mysteries, 2002.
  • Telling Tales, Sammlung von Geschichten, gelesen von Gaiman, 2003.
  • The Neil Gaiman Audio Collection, enthält vier seiner Kindergeschichten und ein Interview, gelesen von Gaiman, 2004.

[Bearbeiten] Drehbücher

  • Neverwhere, Original-Drehbuch, BBC-Miniserie, 1996.
  • Prinzessin Mononoke, Adaption für den englischsprachigen Filmmarkt, 1997.
  • Babylon 5: Day of the Dead, als Gastautor: Episode 8 der 5. Staffel, 1998.
  • MirrorMask, Drehbuch nach einer gemeinsam mit Dave McKean entwickelten Geschichte (McKean führte Regie), 2005.
  • Stardust Drehbuch zur Roman-Verfilmung, (Regie: Matthew Vaughn), 2006.
  • Die Legende von Beowulf, Drehbuch nach der gleichnamigen altenglischen Saga (Regie: Robert Zemeckis), 2007.
  • Coraline, Drehbuch zur Kinderbuch-Verfilmung (Regie: Henry Selick & Mike Cachuela), 2007.

[Bearbeiten] Adaptionen

  • 1996 Neverwhere, BBC-Miniserie.
  • 2006 Musik-Compilation „Where's Neil when you need him?“ mit Songs verschiedener Independent-Künstler, die von Gaimans Werken inspiriert wurden. Dabei u.a. deutsche Beiträge von Deine Lakaien, Schandmaul und Joachim Witt. Gaiman verfasste für das Booklet Kommentare zu jedem Song.
  • 2006 Verfilmung von „Stardust“ (dt. Der Sternwanderer) mit Michelle Pfeiffer und Robert de Niro, Paramount Pictures.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. [1] Mutual Reference in the Works of Neil Gaiman and Tori Amos
  2. Süddeutsche Zeitung vom 28. Januar 2009, Seite 14

[Bearbeiten] Weblinks

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