Corrado Gini

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Corrado Gini (* 23. Mai 1884 in Motta di Livenza nahe Treviso; † 13. März 1965 in Rom) war italienischer Statistiker, Soziologe und Demograph. Er entwickelte unter anderem den nach ihm benannten Gini-Koeffizienten, mit dem er die Ungleichverteilung der Einkommen in einer Volkswirtschaft darstellte.

Gini war auch ein führender faschistischer Theoretiker und Ideologe, der 1927 als Leiter des Zentralen Instituts für Statistik in Rom Die Theorie des Faschismus schrieb. Im Jahr 1932 trat er aus Protest gegen die Einmischung des faschistischen Staates in seine Arbeit von seinem Amt zurück.

1949 reaktivierte er in Konkurrenz zur im gleichen Jahr gegründeten International Sociological Association (ISA) die alte Gelehrtengesellschaft Internationales Institut für Soziologie (IIS), die bis zum Zweiten Weltkrieg die einzige und allgemein anerkannte internationale Soziologenorganisation gewesen, wegen der Kollaboration ihres letzten Leiters, René Maunier, mit den Nationalsozialismus aber stillgelegt worden war. Gini wurde erster Nachkriegspräsident des IIS.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Franco Ferrarotti: Gini, Corrado. In: Wilhelm Bernsdorf, Horst Knospe (Hrsg.): Internationales Soziologenlexikon. Band 1: Beiträge über bis Ende 1969 verstorbene Soziologen. 2. neubearbeitete Auflage. Enke, Stuttgart 1980, ISBN 3-432-82652-4, S. 148 ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johannes Weyer, Der "Bürgerkrieg in der Soziologie". Die westdeutsche Soziologie zwischen Amerikanisierung und Restauration, in: Sven Papcke (Hg.), Ordnung und Theorie. Beiträge zur Geschichte der Soziologie in Deutschland, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1986, ISBN 3-534-09098-5, S. 280-304, hier S. 288.