Custine-Schanzen (Oberursel)

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Custine-Schanzen
Die westliche der Schanzen

Die westliche der Schanzen

Entstehungszeit: 1792
Burgentyp: Höhenbefestigung
Erhaltungszustand: Burgstall
Bauweise: Erdwall
Ort: Oberursel
Geographische Lage 50° 12′ 35,9″ N, 8° 32′ 37,3″ O50.209977188.543694019Koordinaten: 50° 12′ 35,9″ N, 8° 32′ 37,3″ O
Custine-Schanzen (Oberursel) (Hessen)
Custine-Schanzen (Oberursel)

Die Custine-Schanzen sind eine Gruppe von drei Geschützstellungen im Oberurseler Stadtwald am Borkenberg mit Ausrichtung nach Nordosten auf den etwa 500 Meter entfernten Talweg. Sie sind jeweils 30 Meter auf 30 Meter groß. Die westlichste der drei Schanzen ist durch das Anlegen des neuen örtlichen Friedhofs abgegangen. Sie waren jeweils etwa 300 Meter voneinander entfernt.

Während des Ersten Koalitionskrieges im November 1792, als die französischen Revolutionstruppen den Taunus besetzt hatten, befahl ihr Kommandant Graf Adam-Philippe de Custine die Schanzen anzulegen, um sich besser gegen die anrückenden Preußen und Hessen verteidigen zu können. Die von 4000 Mann der französischen Armee errichteten Stellungen verfügten über freies Schussfeld über den Urselbach ins Tal. Der Angriff erfolgte jedoch am 2. Dezember 1792 durch hessische Truppen bergab von Oberreifenberg her kommend. Am 3. Dezember 1792 mussten die Franzosen die Stellungen räumen und zogen sich über Kronberg und Eschborn nach Frankfurt am Main zurück.

1911 erfolgten Ausgrabungen einer Arbeitsgruppe des Saalburgmuseums. Außer Kochgeschirr gab es jedoch keine Fundstücke der französischen Truppen.

Galerie[Bearbeiten]

Denkmalschutz[Bearbeiten]

Der Bereich der Schanzen ist ein Bodendenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz. Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind genehmigungspflichtig, Zufallsfunde an die Denkmalbehörden zu melden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl August von Cohausen: Die Wallburgen, Landwehren und alten Schanzen des Regierungsbezirks Wiesbaden. In: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung. Bd. 15, 1879, ZDB-ID 504639-7, S. 343–377, Nr. 94.
  • Hermin Herr: Lexikon vom Hohen Taunus. Berge, Wege, Wälder, Geschichte. Kramer, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-7829-0437-0, S. 20.
  • Günther Spahn: Zum Verwechseln ähnlich... In: Jahrbuch Hochtaunuskreis. 2000, ISSN 0943-2108, S. 183–185.