Cycasin

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Strukturformel
Struktur von Cycasin
Allgemeines
Name Cycasin
Andere Namen
  • Methylazoxymethanol-β-D-glykosid
  • Cykazin
Summenformel C8H16N2O7
CAS-Nummer 14901-80-5
PubChem 5459896
Eigenschaften
Molare Masse 252,22 g·mol−1[1]
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

154 °C [1]

Löslichkeit

wasserlöslich[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Cycasin ist ein in vielen Vertretern der Palmfarne (Cycadales) vorkommendes Glycosid. Aglycon des Cycasin ist das Methylazoxymethanol.

Verbreitung[Bearbeiten]

Cycasin kommt in allen Gattungen der Palmfarne vor, etwa in Cycas revoluta und Cycas circinalis.[1] Cycasin kommt in allen Pflanzenteilen vor, besonders hoch ist der Gehalt in jungen Sprossen.[4]

Giftwirkung[Bearbeiten]

Das Aglycon des Cycasin:
Methylazoxymethanol

Cycasin wie sein Aglykon Methylazoxymethanol sind bei Mensch und Nagetieren leberschädigend und bei Nagetieren krebserregend.[2] Cycasin an sich ist noch nicht giftig, erst das Aglykon. Der letztendlich krebsauslösende Stoff ist erst das Abbauprodukt des Methylazoxymethanols, das Methyldiazonium-Ion, das Nukleinsäuren methyliert.

Beim Menschen führt die Aufnahme von unzureichend gereinigtem Palmfarn-Mehl zu Leberschäden sowie zu neurogenen Effekten. Nach 12 bis 24 Stunden treten Übelkeit und Erbrechen ein, auch Todesfälle sind bekannt. Das häufige Auftreten von Amyotropher Lateralsklerose (ALS) bei Bewohnern von Guam wurde mit der regelmäßigen Aufnahme von Palmfarn-Mehl in Zusammenhang gebracht.[2]

Auch von Nutzvieh, besonders Rindern und Schafen, sind Vergiftungen nach dem Verzehr von Palmfarn-Blättern bekannt. Besonders in Australien waren diese Vergiftungen lange ein großes Problem, sind doch in vielen Gebieten die Palmfarne die einzig grün bleibenden Pflanzen während der Trockenzeit.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann: Giftpflanzen, Pflanzengifte. 4. Auflage, ecomed, Landsberg 1994, S. 798 (Nachdruck ISBN 3-933203-31-7)
  2. a b c d e Safety Data Sheet Cycasin der Division of Occupational Health and Safety der NIH, abgerufen 1. Mai 2008.
  3. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  4. a b Loran M. Whitelock: The Cycads. Timber Press, Portland 2002, S. 48f. ISBN 0-88192-522-5