D-Netz

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Funktelefonnetz. Zum Radwegesystem siehe D-Netz-Route
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Das D-Netz (Funktelefonnetz-D) ist ein mehrdienstfähiges (Übertragung von Sprache, Text und Daten), zellulares, digitales Mobilfunksystem im GSM-900-Frequenzbereich mit grenzüberschreitenden Nutzungsmöglichkeiten, das auf dem europäischen GSM-Standard basiert.

Übersicht[Bearbeiten]

Der GSM-Standard wird bereits von mehr als 200 Staaten weltweit unterstützt (Stand: 2005). Durch sogenannte Roamingabkommen ist es möglich, grenzüberschreitend in mehr als 130 Länder weltweit sein Mobiltelefon mitzunehmen und von dort aus zu telefonieren und erreichbar zu sein. Die D-Netze mit digitalisierter Übertragung von Funktelefonaten wurden im Juli 1992 eingeführt. Europaweit wurden 10 Mio. Teilnehmer erwartet.

Länderspezifika[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Das D-Netz bezeichnet in Deutschland ein digitales, telefonieorientiertes Mobilfunknetz nach GSM-Standard im 900-MHz-Bereich, das im Jahre 1991 eingerichtet wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

A-Netz B-Netz C-Netz D-Netz E-Netz Universal Mobile Telecommunications System Long Term Evolution

1982 wurde die Groupe Spéciale Mobile (GSM) gegründet, die für Europa ein einheitliches digitales Mobilfunksystem entwickeln sollte. Als sich Ende der 1980er Jahre die praktische Umsetzung des Standards abzeichnete, wurde in Deutschland vom Postminister Christian Schwarz-Schilling entschieden, dass neben der Bundespost auch ein privater Anbieter eine Lizenz für den Betrieb eines Netzes des GSM-Standards erhalten sollte. In dem Ausschreibungsverfahren wurde festgelegt, dass zwischen beiden Betreibern faire Wettbewerbsbedingungen bestehen sollten. Insgesamt zehn Firmen bewarben sich um die Lizenz, die am 7. Dezember 1989 schließlich an ein Konsortium unter Führung des Mannesmann-Konzerns vergeben wurde, das nach Meinung des Lenkungsausschusses Mobilfunk den leistungsfähigsten Bewerber darstellte. An diesem Konsortium beteiligt war die Deutsche Genossenschaftsbank, der britische Konzern Cable & Wireless, das französische Versorgungsunternehmen Lyonnaise des Eaux, der US-Konzern Pacific Telesis und der Zentralverband des Kfz-Handwerks sowie der Zentralverband des Elektrohandwerks. Damit entstand zum ersten Mal in der Geschichte des bundesdeutschen Telekommunikationsmarktes eine Konkurrenzsituation. Beide Konkurrenten waren hinsichtlich der Preisgestaltung völlig frei. Technische Voraussetzung war der flächendeckende Aufbau von digitalen Vermittlungsstellen, die von Mannesmann mitbenutzt werden durften. Nach der Wiedervereinigung wurden die Lizenzen auf das Gebiet der ehemaligen DDR ausgeweitet.

Nach einer einjährigen Versuchsphase wurde der Regelbetrieb am 1. Juli 1992 gestartet. Als unmittelbarer Nachfolger des C-Netzes erhielt das neue Netz die Bezeichnung „D-Netz“.

Das D1-Netz ist das Mobilfunksystem der Deutschen Telekom (vorherige Namen: T-Mobile; DeTeMobil), das nach Aussage des Betreibers „nahezu abhörsicher“ ist. Das ist der Grund, weshalb die Betreiber der digitalen D-Netze von der Bundesregierung gezwungen wurden, eine Abhörschnittstelle für die „Dienste“ zu programmieren. Seit 1995 bietet das T-MobilNet einen „Global-Roam“-Service; durch eine Kooperation mit dem US-amerikanischen Mobilfunkanbieter GTE sind D1-Kunden in den USA und in Kanada mit einem gesonderten Endgerät unter ihrer gewohnten D1-Rufnummer erreichbar. Im April 1993 nannte die Telekom 130.000 Teilnehmer.

Das D2-Netz (D2 privat) ist das Mobilfunksystem der Firma Vodafone D2, ehemals Mannesmann Mobilfunk, und war das erste Telefonnetz eines privaten Anbieters, der als Konkurrent zur Bundespost Telekom auftrat. Auf der CeBIT 1991 kündigte die Firma das digitale Netz D2 privat an, das planmäßig ab 1992 zur Verfügung stand. Die Mobiltelefone wurden zunächst über Fernsehhändler und Kaufhäuser zu einem Preis von knapp unter 3.000 DM angeboten. Mit etwa 200 Antennenstationen war D2 zunächst in einigen bundesdeutschen Großstädten wie Hamburg, Bremen, Hannover, Frankfurt am Main, Stuttgart präsent. Ende 1992 erreichte das D2-Netz 80 Prozent Deutschlands. Die Gebühren lagen unter denen des bestehenden Funktelefonnetzes (C-Netz) der Post.

Nach der Einführung des E-Plus-Mobilfunknetzes setzte 1994/95 ein erheblicher Preisverfall bei den D1-Endgeräten sowie bei der Tarifstruktur ein (Preisreduzierung von 1992 bis 1993: etwa 40 %). Im September 2006 nannte Vodafone 29,6 Millionen Teilnehmer.

2006 bekamen auch E-Plus und O2 von der Bundesnetzagentur D-Netz-Frequenzen im sogenannten E-GSM-Frequenzband zugeteilt. Die Bereiche sind vorher militärisch genutzt worden. Im Gegenzug für die Zuteilung der D-Netz-Frequenzen haben E-Plus und O2 einen Teil der E-Netz-Frequenzen zurückgegeben. Auch die D-Netze haben inzwischen zur Kapazitätserhöhung zusätzlich E-Netz-Frequenzen erhalten, so dass eine strikte Systemtrennung zwischen D- und E-Netz nach Frequenzbändern nicht mehr gegeben ist.

Österreich[Bearbeiten]

In Österreich war das D-Netz ein analoges Mobilfunknetz nach dem E-TACS-Standard im 900-MHz-Bereich, das von der Post und später der Mobilkom angeboten wurde. Es wurde 1990 eingeführt und am 28. Februar 2002 abgeschaltet. Das GSM-Netz wurde in Österreich 1993 unter der Bezeichnung E-Netz eingeführt, dieser Begriff wird allerdings nicht mehr verwendet. Verwechslungen mit dem deutschen D-Netz sind möglich, jedoch handelt es sich beim österreichischen D-Netz um ein mit dem deutschen C-Netz vergleichbares.

Schweiz[Bearbeiten]

Der kommerzielle Start des digitalen GSM-Netzes in der Schweiz erfolgte im März 1993 unter der Bezeichnung NATEL D. Die heute noch beständige Vorwahl 079 wurde eingeführt. Das D-Netz wurde in der Schweiz zuerst in den Schweizer Ballungszentren und entlang der wichtigsten Achsen aufgebaut. Erste internationale Roamingverträge mit ausländischen Netzbetreibern in Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden, Deutschland, Italien und Frankreich wurden abgeschlossen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christel Jörges und Helmut Gold: Telefone 1863 bis heute; Aus den Sammlungen der Museen für Kommunikation; Edition Braus, 2001; ISBN 3-926318-89-9; S. 288–290