Dagomba (Volk)

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Die Dagomba (auch: Dagbamba, Dagbane) sind eine Ethnie in der Northern Region Ghanas, die vorwiegend islamischen Glaubens und patrilinear ist. Die Sprache Dagomba oder auch Dagbani wird von ca. 800 000 Menschen gesprochen.

Die Dagomba sind nahe verwandt mit den Mossi in Burkina Faso und den ghanaischen Mamprusi. Das Gebiet der Dagomba hat eine Größe von über 8.000 Quadratmeilen. Es umfasst sieben verschiedene Distrikte: Tamale Municipality, Tolon/Kumbungu, Savelugu/Nantong, Yendi, Gushegu/Karaga, Zabzugu/Tatali und Saboba/Cheriponi. Die größte Stadt im Siedlungsgebiet der Dagomba ist Tamale.

Königtum der Dagomba[Bearbeiten]

Die drei Völkerschaften Mossi, Mamprussi und Dagomba haben im 17. und 18. Jahrhundert im heutigen Nordghana und im heutigen Burkina Faso große Reiche errichtet, die auch unter dem Namen Mossi-Staaten zusammengefasst werden. Eins davon ist das Königreich Dagomba.

Politik[Bearbeiten]

Durch zwei blutige Ereignisse gerieten die Dagomba auch in Europa in die Schlagzeilen. 1994 entluden sich die Spannungen insbesondere zwischen den Dagomba und den nomadischen Konkomba in den blutigsten ethnischen Konflikten, die der Staat Ghana bis dahin erlebt hat. Mehrere tausend Menschen wurden getötet.

2002 führte ein Thronfolgestreit um den Ya Na zwischen verfeindeten Clans in der Stadt Yendi (siehe dort) zum Tod von 34 Menschen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]