Danelectro

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Danelectro Longhorn E-Bass

Danelectro ist ein US-amerikanischer Hersteller von Musikinstrumenten und Zubehör, der sich auf E-Gitarren, E-Bässe, Gitarrenverstärker und Effektgeräte spezialisiert hat.

Die Firma Danelectro wurde im Jahr 1947 von Nathan Daniel gegründet. In den späten 1940er-Jahren stellte das Unternehmen Instrumentenverstärker im Auftrag der Versandhäuser Sears und Montgomery Ward her. 1954 begann Danelectro damit, selbst Gitarren und Bässe zu bauen. Die Gitarren wurden durch ihren elektromagnetischen „Lipstick-tube“-Tonabnehmer bekannt: Um den Preis so niedrig wie möglich zu halten, hatte Danelectro große Bestände an Lippenstift-Hülsen aus einer Überproduktion aufgekauft, in die die Firma ihre Tonabnehmer einbaute. So kam es zu charakteristischem Namen und Aussehen dieser Tonabnehmer.[1] Die Korpusse der Gitarren sind hohl und bestanden damals wie heute aus einem Holzrahmen, der mit Masonit, einer Faserplatte, aus der auch Boote hergestellt wurden, verkleidet ist.

Im Jahr 1956 stellte Danelectro als erster Hersteller einen sechssaitigen E-Bass vor, das Modell UB-2,[2] der von anderen Unternehmen wie Fender (Modell Fender VI) kopiert wurde. Dieses Instrument konnte sich jedoch auf dem Markt nicht durchsetzen. 1966 wurde Danelectro durch den Unterhaltungskonzern MCA aufgekauft. Auf Initiative von MCA erfolgte ein Jahr später die Einführung der Produktlinie Coral, die aus Halbresonanz-Gitarren und elektrischen Sitars bestand.[3] 1969 kam es zur Schließung der Fabrik.[4]

Seit 1990 hat sich Danelectro darauf spezialisiert, Nachbauten der Silvertone-Gitarre und aktuelle Gitarreneffekte zu vertreiben. Nach einem zwischenzeitlichen Aus gibt es mittlerweile im Danelectro-Sortiment wieder verschiedene Gitarrennachbauten eigener früherer Modelle mit zum Teil außergewöhnlichen Designs sowie eine großes Angebot verschiedener Effektgeräte für E-Gitarren.

Den Vertrieb von Danelectro-Musikinstrumenten in Deutschland hat im Jahr 2013 das Unternehmen Mitanis Sound Distribution übernommen. Eine der berühmtesten Studiomusikerinnen mit Danelectro-Bass war Carol Kaye.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tony Bacon, Dave Hunter: Totally Guitar – the definitive Guide (englisch),
    Gitarrenenzyklopädie. Backbeat Books, London 2004. ISBN 1-871547-81-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Danelectro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bacon: Totally Guitar, S. 324
  2. Stromgitarren; Sonderheft der Zeitschrift Gitarre & Bass zur Geschichte der E-Gitarre, S. 24. MM-Musik-Media-Verlag, Ulm 2004. ISSN 0934-7674
  3. Bacon: Totally Guitar, S. 322
  4. Bacon: Totally Guitar, S. 328