Das Geheimnis göttlicher Kultur

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Die Abhandlung Das Geheimnis göttlicher Kultur wurde von Abdul-Baha 1875 verfasst und ist ein Appell an die Führungselite und das Volk Persiens.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der persische Schah Nāser al-Dīn Schah entschloss sich 1875, den Fortschritt seines Volkes, dessen Wohlfahrt und Sicherheit sowie das Gedeihen des Landes in die Wege zu leiten. Abdul-Baha hielt es daher für nötig, als Beitrag zu jenen hochgesinnten Bemühungen diese Abhandlung auf Persisch zu verfassen. Um darzulegen, dass sein einziger Vorsatz die Förderung des allgemeinen Wohls ist, wurde das Original 1882 anonym in Mumbai lithografiert. Die erste englische Übersetzung erschien 1910 in London unter dem Titel „Mysterious Forces of Civilization“. Eine zweite Auflage erschien 1918 in Chicago. Als Autor wird darin „ein bedeutender Bahai-Philosoph“ angegeben. Auf Deutsch wurde dies 1928–1930 unter dem Titel „Die geheimnisvollen Mächte der Kultur“ in der Bahai-Zeitschrift „Sonne der Wahrheit“ veröffentlicht. Marzieh Gail übersetzte dann das Original neu ins Englische, dass 1957 unter dem Titel „The Secret of Divine Civilization“ veröffentlicht wurde und Abdul-Baha als Autoren nennt. Diese genauere Neufassung wurde 1973 auf Deutsch unter dem Titel „Das Geheimnis göttlicher Kultur“ veröffentlicht.

Inhalt[Bearbeiten]

Nach einer Einführung durch die Hand der Sache Horace Holley beginnt das Werk „Das Geheimnis göttlicher Kultur“, in dem Abdul-Baha zunächst appelliert die Zivilisation zu fördern. Er erläutert unter anderem die Hintergründe der Reformfeindlichkeit und diskutiert die Voraussetzungen des Parlamentarismus. Außerdem definiert er die Rangordnung der Gesellschaft und erläutert die Stufe und die Eigenschaften des wahren gebildeten Menschen, der seiner politischen Verpflichtung bewusst wird - nicht als einer leidigen Last, sondern in tiefer Liebe zu Wertbegriffen, Vorbildern und Zielvorstellungen und im Erbarmen mit der Not der Menschheit. Jedoch warnt er vor einer rein äußerlichen Zivilisation, die niemals Ergebnisse zeitigen, die Gottes Wohlgefallen finden und Frieden und Wohlfahrt der Menschen Gewähr leisten. Er empfiehlt daher die Kultur, deren Grundlage seiner Meinung nach die Religion ist und beschreibt beispielhaft das Entstehen und den Zerfall der Kultur der Israeliten, das Entstehen der christlichen Kultur und den Niedergang Europas im Mittelalter und den Islam als Grundlage der abendländischer Kultur. Abdul-Baha zitiert in dem ganzen Werk zahlreiche Verse aus dem Koran, um an das Gewissen der islamischen Nation Persien zu appellieren.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Abdu’l Baha: Risáliy-i-mandaníyyih. Bombay 1892.
  •  Abdu’l Baha: The Mysterious Forces of Civilization. Cope&Fenwick, London 1910.
  •  Abdu’l Baha: The Mysterious Forces of Civilization. Baha'i Publishing Society, Chicago 1918.
  •  Abdu’l Baha: Die Sonne der Wahrheit: Zeitschrift für Weltreligion und Welteinheit. Stuttgart 1928/1929, S. 98,117.
  •  Abdu’l Baha: Die Sonne der Wahrheit: Zeitschrift für Weltreligion und Welteinheit. Stuttgart 1929/1930, S. 37,55,86,115,134,150,167.
  •  Abdu’l Baha: The Secret of Divine Civilization. Bahai Publishing Trust, Wilmette, Illinois 1957.
  •  Abdu’l Baha: The Secret of Divine Civilization. Bahai Publishing Trust, Wilmette, Illinois 1990, ISBN 0-87743-008-X (Online).
  •  Abdu’l Baha: Das Geheimnis göttlicher Kultur. Bahai-Verlag, Oberkalbach 1973, ISBN 3-87037-060-2 (Online).
  •  Abdu’l Baha: Risáliy-i madaníyyih. Bahai-Verlag, Hofheim-Langenhain 1984.