Der Zaunkönig und der Bär

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Der Zaunkönig und der Bär ist ein Tiermärchen (ATU 222). Es steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm an Stelle 102 (KHM 102).

Inhalt[Bearbeiten]

Bär und Wolf gehen im Wald spazieren. Der Bär will wissen, welcher Vogel so schön singt. Als er hört, dass es der König der Vögel (der Zaunkönig) ist, will er den Palast sehen. Er guckt ins Nest, nachdem die Eltern weggeflogen sind. Er meint, das sei ein ärmlicher Palast und die Kinder unehrlich. Das beleidigt sie. Ihr Vater muss dem Bären den Krieg erklären, Flugtiere gegen Vierbeiner. Die Mücke späht aus, dass der schlaue General Fuchs den Schwanz wie einen Federbusch hochhält, solang es vorangeht, aber tief, wenn es heißt weglaufen. In der Schlacht lässt der Zaunkönig die Hornisse dem Fuchs unter den Schwanz stechen, bis er ihn senken muss und das Gefolge flieht. Die Zaunkönigkinder sind erst zufrieden, als der Bär kommt und Abbitte leistet, dann fressen sie wieder.

Herkunft[Bearbeiten]

Laut Rolf Wilhelm Brednich verdichtet sich in Erzählungen vom Krieg der Tiere die tägliche Beobachtung ihres Überlebenskampfes zu der Vorstellung, sie würden wie Menschen organisiert Krieg führen. Grimms Text ist ältester Beleg für diese bisher v.a. in Mittel- und Osteuropa nachgewiesene Form des Streits zwischen Vögeln und Vierfüßlern.

Vgl. KHM 48 Der alte Sultan, KHM 171 Der Zaunkönig.

Zeichentrickserie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Wilhelm Brednich: Krieg der Tiere. In: Enzyklopädie des Märchens. Band 8. Berlin, New York 1996. S. 430–436.
  • Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019441-8, S. 231–232.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Der Zaunkönig und der Bär – Quellen und Volltexte