Dermatozoenwahn

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Vergleichende Klassifikation nach
ICD-10   DSM-IV
F06.0 Organische Halluzinose 297.10 Wahnhafte (paranoide) Störung, körperbezogener Wahn
ICD-10 online DSM IV online

Der Dermatozoenwahn (wörtlich „Haut-Tiere-Wahn“) ist die wahnhafte Vorstellung, dass sich Lebewesen (meist Würmer oder Insekten) unter der Haut befinden und sich bewegen, was zu Angst und Juckreiz führt. Betroffene Personen empfinden die unkorrigierbare Gewissheit, ihre Haut sei von Parasiten befallen, auch wenn es hierfür keinen klinischen Beweis gibt. Der Begriff geht auf Karl-Axel Ekbom aus dem Jahre 1938 zurück, man spricht deshalb auch von Ekbom-Syndrom. Weitere Bezeichnungen sind Insektenwahn, Befallswahn, Epizoonose-Wahn, wahnhafter Ungezieferbefall, chronische taktile Halluzinose, Acarophobie, Entomophobie oder Parasitophobie. Spezielle Form einer Parasitosis.

Ursachen[Bearbeiten]

Zu den nachweisbaren Ätiologien gehören Kokainmissbrauch, Amphetaminmissbrauch, ein Alkoholentzug mit Delir, Erkrankungen des zentralen Nervensystems sowie Hirnverletzungen.

Diagnostik und Therapie[Bearbeiten]

Andere körperliche Erkrankungen müssen differenzialdiagnostisch ausgeschlossen werden. Die Behandlung ist schwierig, da die Patienten oft eine psychiatrische Ursache ablehnen und an somatische Ursachen glauben. Die Therapie erfolgt mit Neuroleptika. Es liegen nur wenige Erkenntnisse aus kontrollierten Studien zur Wirksamkeit einzelner Stoffe vor, eingesetzt werden Pimozid, Haloperidol oder Risperidon.

Mediale Rezeption[Bearbeiten]

In den Filmen Hellbound - Hellraiser II (1988) und A Scanner Darkly (2006) sieht man Dermatozoenwahn aus der Sicht eines Patienten.

In der Zeichentrickserie Die Simpsons findet sich eine Anspielung auf den Dermatozoenwahn: Das Motto des Springfield Psychiatric Center lautet Because There May Not Be Bugs On You (deutsch: „Denn vielleicht krabbelt gar kein Ungeziefer auf Ihnen rum“).

Das umstrittene Krankheitskonzept Morgellons wird in der wissenschaftlichen Medizin mehrheitlich dem Dermatozoenwahn zugeordnet. Die Verbreitung als eigenständiger Begriff wird auf die Diskussion im Internet und in anderen Medien zurückgeführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilson FC, Uslan DZ: Delusional parasitosis. Mayo Clin Proc. 2004 Nov;79(11):1470. Review. PMID 15544029 (PDF-Datei)
  • William D. James, Timothy G. Berger: Andrews' Diseases of the Skin: clinical Dermatology. Saunders Elsevier, 2006, ISBN 0-7216-2921-0.

Weblinks[Bearbeiten]

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