Dichterliebe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Dichterliebe ist ein Zyklus von 16 Liedern des Komponisten Robert Schumann, der mit seinem Opus 48 einen Höhepunkt des romantischen Kunstlieds schuf. Der Zyklus entstand 1840 zu Gedichten aus Lyrisches Intermezzo des Dichters Heinrich Heine, einer Sammlung von 65 Gedichten, die 1823 in Tragödien nebst einem lyrischen Intermezzo, dann 1827 im Buch der Lieder erschienen waren. Von den 20 komponierten Liedern wurden 16 schließlich gedruckt.

Schumann ging bei seinen Liederzyklen oft von einer in sich geschlossenen Episode mit einer zugrunde liegenden poetischen Idee aus. Dies schlägt sich hier in dem selbst gewählten Titel Dichterliebe nieder, wobei er dabei einer eigenen dramatischen Konzeption folgend die Reihenfolge von Heines Gedichten umstellte. Heine hatte die Gedichte nicht mit Überschriften versehen, es handelt sich bei den „Liedertiteln“ daher um Incipits.

Das Werk wurden im September 1844 bei Peters in Leipzig gedruckt und 1861 in Hamburg von Julius Stockhausen und Johannes Brahms erstmals als Ganzes aufgeführt.

Der Zyklus wurde von sehr vielen namhaften Liedsängern eingespielt. Unter den bedeutenden und bekannten Interpretationen befinden sich die von Dietrich Fischer-Dieskau/Christoph Eschenbach, Peter Pears/Benjamin Britten, Fritz Wunderlich, Peter Schreier/Christoph Eschenbach, Brigitte Fassbaender, Ian Bostridge, Thomas Quasthoff, Christoph Prégardien und Christian Gerhaher und Simon Keenlyside

Titel[Bearbeiten]

  1. Im wunderschönen Monat Mai
  2. Aus meinen Tränen sprießen
  3. Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne
  4. Wenn ich in deine Augen seh'
  5. Ich will meine Seele tauchen
  6. Im Rhein, im heiligen Strome
  7. Ich grolle nicht
  8. Und wüßten's die Blumen, die kleinen
  9. Das ist ein Flöten und Geigen
  10. Hör ich das Liedchen klingen
  11. Ein Jüngling liebt ein Mädchen
  12. Am leuchtenden Sommermorgen
  13. Ich hab' im Traum geweinet
  14. Allnächtlich im Traume
  15. Aus alten Märchen
  16. Die alten, bösen Lieder

Vier Lieder wurden bei der Drucklegung ausgesondert:

  • Dein Angesicht so lieb und schön 1840 Nr. 05. bei Heine Nr. 05.
  • Lehn' deine Wang' an meine Wang' 1840 Nr. 06. bei Heine Nr. 06.
  • Es leuchtet meine Liebe 1840 Nr. 15. bei Heine Nr. 46.
  • Mein Wagen rollet langsam 1840 Nr. 16. bei Heine Nr. 54.

Sie erschienen in den Zyklen op. 127 (Dein Angesicht... dort 02., Es leuchtet..., dort 03.), veröffentlicht 1854 und op. 142, veröff. 1852 (Lehn' deine Wang'..., dort 02., Mein Wagen..., dort 04.). Op. 127 und op. 142 enthalten neben diesen Heine-Gedichten noch Gedichte von Justinus Kerner.

Editionen[Bearbeiten]

  • Faksimile nach dem Autograph der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz. Hrsg. Elisabeth Schmierer. Laaber, Laaber 2005, ISBN 3-89007-641-6.

Weblinks[Bearbeiten]