Dictionnaire de Trévoux

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Ausgabe von 1743, Titelblatt des ersten Bandes

Der Dictionnaire de Trévoux ist ein französisches Nachschlagewerk des 18. Jahrhunderts, das von Mitgliedern des Jesuitenordens zunächst in der Stadt Trévoux herausgegeben wurde.

Die erste Ausgabe wurde 1704 in Trévoux unter dem Titel Dictionnaire universel françois et latin mit Druckerlaubnis von Louis Bourbon veröffentlicht.

Die beiden maßgeblichen Herausgeber, die Jesuiten Tournemine und Claude Buffier stellen vor allem in den Theologie und Philosophie betreffenden Artikeln die katholische Position gegenüber dem Jansenismus dar.

Der ersten Ausgabe von 1704 folgten bis 1771 sechs weitere Ausgaben von kontinuierlich wachsendem Umfang. Nach dem Druckort der beiden ersten Auflagen setzte sich für das Werk allgemeinen Sprachgebrauch der Name Dictionnaire de Trévoux durch, der nach Verlagerung der Druckorte nach Nancy (1734) und Paris (1743, 1752 und 1771) beibehalten wurde. Eine Ausnahme bildet die erste Pariser Ausgabe von 1732 mit dem Titel Dictionnaire universel, francois et latin, vulgairement appellé Dictionnaire de Trévoux.

Inhaltlich werten die Herausgeber weitgehend den Dictionnaire universel von Antoine Furetière aus, der 1690 nach dem Tod des Autors mit einem Vorwort von Pierre Bayle herausgekommen war, ohne in der ersten Ausgabe ihre Hauptquelle zu nennen.

Der Dictionnaire gilt als ein Werk, das einerseits noch in der traditionellen Gedankenwelt der Philosophie, Theologie und Gesellschaftslehre verankert ist, andererseits in weiten Bereichen schon moderne Ideen der Aufklärung aufgreift. Wissenschaftsgeschichtlich ist er eine erstrangige Quelle für die Lexikographie der Aufklärung und für die Etymologie der französischen Sprache.

Quellen und Weiterverwendung[Bearbeiten]

Neben dem „Furetière“ schöpfen die Autoren praktisch die vollständige Palette zeitgenössischer Nachschlagewerke aus, so den Thrésor de la langue francoyse von Jean Nicot(1530-1604), das Glossar von Charles du Fresne (1610-1688), die Fachwörterbücher des César Pierre Richelet (1626-1698), die etymologischen Wörterbücher von Gilles Ménage (1613-1692) und César de Rochefort (1630-1691), die Reiseberichte Rocheforts, sowie Fachlexika wie Thomas Corneilles Fachwörterbuch für technische Begriffe (1694) und seinen dreibändigen Dictionnaire universel geographique et historique von 1708.

Einige Teile des Dictionnaire de Trévoux gingen auch in die Encyclopédie von Diderot und d’Alembert ein.[1]

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Timothy Allen, Charles Cooney, Stéphane Douard, Russell Horton, Robert Morrissey, Mark Olsen, Glenn Roe, Robert Voyer: Plundering Philosophers:Identifying Sources of the Encyclopédie. In: Journal of the Association for History and Computing. Band 13, Nr. 1, 2010.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Albertan: Les journalistes de Trévoux lecteurs de l'Encyclopédie in : Recherches sur Diderot et sur l'encyclopédie, 13. Oktober 1992.
  • Isabelle Turcan, Louis André: Quand le dictionnaire de Trévoux rayonne sur l'Europe des lumières. 2009. ISBN 978-2-29609250-1
  • Dorothea Behnke: Furetière und Trévoux. Eine Untersuchung zum Verhältnis der beiden Wörterbuchserien. 1996. ISBN 978-3-484-30972-2

Weblinks[Bearbeiten]