Diderot-Effekt

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Der Diderot-Effekt ist ein Begriff aus der Konsumforschung.

Er beschreibt, wie Menschen, nachdem sie einen Gegenstand gekauft haben, in den Zwang geraten können, weitere Käufe zu tätigen, um ein passendes Gesamtbild zu schaffen. Die Aufwertung eines Details, z.B. eines Kleidungsstücks führt zu einer Unzufriedenheit mit einem oder mehreren anderen Details und kann somit eine Konsum-Kettenreaktion auslösen.

Jemand kauft zum Beispiel einen neuen Sessel, der farblich nicht zu den vorhandenen Sesseln in seiner Wohnung passt. Dadurch gerät er in den psychologischen Zwang, auch die vorhandenen restlichen Sessel durch ins Gesamtbild passende zu ersetzen. Dadurch passt dann aber beispielsweise der Schrank nicht mehr ins Gesamtbild und auch er muss ersetzt werden und so fort. Umgekehrt kann dieses Problem auch der Grund für eine Kaufzurückhaltung sein.

Die Bezeichnung geht auf Denis Diderot zurück. Jemand hatte ihm einen neuen, prächtigen Morgenmantel geschenkt, woraufhin er sich von dem alten trennte und feststellen musste, dass die vorher harmonisch wahrgenommene Einrichtung seines Hauses nicht zu dem Mantel passte. In einem Aufsatz schrieb er darauf 1772:[1]

„Mein alter Hausrock und der ganze Plunder, mit dem ich mich eingerichtet hatte – wie gut passte eins zum anderen! [...]“.

Der beschriebene Effekt wird auch heute noch in der Werbepsychologie beachtet.[2][3]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Denis Diderot: Gründe, meinem alten Hausrock nachzutrauern oder: Eine Warnung an alle, die mehr Geschmack als Geld haben. 1772 (online)
  2. Der Diderot-Effekt. In: ZEITmagazin, 8. April 2009 (online)
  3. Grant McCracken: Kultur und Konsum. 1988
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