Digital Mock-Up

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Der Begriff Digital Mock-Up (DMU) bzw. Digitales Versuchsmodell (D-VM) bezeichnet ein möglichst wirklichkeitsgetreues, computergeneriertes Versuchsmodell, das hauptsächlich verwendet wird, um einen Teil der sehr teuren, realen Produktprüfung durch Computersimulationen zu ersetzen.

Aufbau[Bearbeiten]

DMU-Modelle sind übliche, rein geometrische CAD-Modelle bei denen die geometrischen Volumen mit physikalischen Werkstoffkenngrößen der geplanten Produktteile so ergänzt bzw. erweitert werden, dass sich der resultierende Datensatz für die Einsetzung in computergestützte physikalische Simulationen eignen.

Ziele des DMUs sind das Ersetzen von physischen Versuchsmodellen (Physical Mock-Up - PMU) und die Bereitstellung verschiedener, aktueller und konsistenter Sichtweisen auf die Gestalt und Funktion eines Produktes.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Idee des DMU entstand aus den Überlegungen, wie man die kosten- und zeitintensiven physischen Versuchsträger (PMU) mit Hilfe der Rechnerunterstützung ersetzen könnte. Vorreiter dieser Technik war die Flugzeugindustrie. Die Boeing 777 wurde als erstes Produkt vollständig digital und dreidimensional beschrieben. Mit Hilfe des DMU konnte innerhalb des Projektes die Entwicklungszeit bei gleichzeitiger Verringerung von Änderungen und Fehlern verkürzt werden. Zusätzlich konnte die Passgenauigkeit der Teile und der Systeme verbessert werden. Mittlerweile wird diese Technik auch im Automobilbau und Schiffbau erfolgreich eingesetzt.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Das Digital Mock-Up zählt zu den Bestandteilen der virtuellen Produktentwicklung (VPE). Diese wird als ganzheitlicher Lösungsansatz zur Bewältigung des Zeit- und Kostendruckes sowie dem Handling der Variantenvielfalt gesehen. Hinsichtlich der Abstimmung, Analyse und Konkretisierung von Entwicklungsergebnissen bietet die VPE eine frühzeitige, kontinuierliche, vernetzte und integrierte Unterstützung.

Auf Basis eines DMU können eine Vielzahl von Untersuchungen wie Ein- und Ausbauuntersuchungen, Kollisionsprüfungen und Baubarkeitsprüfungen ausgeführt werden.

Simuliert werden jedoch lediglich mechanische Zusammenhänge, Softwareanteile von mechatronischen Komponenten können (noch) nicht simuliert werden. Zur realen Überprüfung der virtuellen Ergebnisse steht am Ende eines DMU-Prozesses meist immer noch ein Physical Mock-Up.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frank-Lothar Krause, Hans-Joachim Franke, Jürgen Gausemeier (Hrsg.): Innovationspotenziale in der Produktentwicklung, Hanser Verlag 2007, ISBN 978-3446406674, Seite 119
  2. Das virtuelle Produkt, Spur / Krause, S. 399