Dillo

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Dillo
Logo
Dillo 3.0
Bildschirmfoto von Dillo 3.0
Basisdaten
Aktuelle Version 3.0.4
(9. April 2014)
Betriebssystem Unix-Derivate (Linux, BSD, Mac OS X, ...), Windows, DOS
Programmier­sprache C, C++
Kategorie Webbrowser
Lizenz GPL (Freie Software)
Deutschsprachig nein
www.dillo.org

Dillo ist ein kleiner und schneller freier Webbrowser, der in der Programmiersprache C++ (teilweise auch C) unter Verwendung von FLTK (seit Version 2.0; ehemals GTK+1) geschrieben wurde und HTTP sowie HTTPS (mit zusätzlichem Konfigurationsschalter) implementiert. Dillo kann auf vielen Betriebssystemen verwendet werden. Hauptsächlich sind dies Unix-Derivate. Es gibt keine offizielle Version von Dillo für Windows. Es wurde jedoch nach Windows portiert: "Dillo-Win32".[1] Es gibt darüber hinaus ein älteres Sourceforge-Projekt mit einem Windows-Port "Dillo for Windows".[2] Dieses Projekt wird seit 2003 nicht weiter entwickelt. Im Jahre 2011 wurde Dillo auch für DOS portiert: "Dillo for DOS".[3]

Die Binärdatei von Dillo ist nur rund 350 kB groß (im Vergleich zu über 10 MB beim Mozilla Firefox). Es müssen allerdings einige Einschränkungen hingenommen werden: Cascading Style Sheets sind zwar seit Version 2.1 implementiert[4], jedoch fehlt die Unterstützung zur Positionierung von Objekten (floating), weshalb viele Internetseiten ungewöhnlich aussehen[5]. Des Weiteren werden kein JavaScript und sonstige aktiven Elemente wie z. B. Java-Applets unterstützt, und auch die Frames-Unterstützung existiert nur sehr rudimentär in Form einer Linkliste zu den einzelnen Frames. Netscape-Plugins, wie zum Beispiel Adobe Flash werden nicht unterstützt, jedoch gibt es einen Patch, der Unterstützung für Gnash, einer freien Flash-Implementierung, hinzufügt[6]. Dillo verfügt über eine Lesezeichenverwaltung, die Textdateien zum Verwalten der Links verwendet. Außerdem besitzt Dillo einen integrierten Downloadmanager mit Fortschrittsanzeige. Cookies werden auch unterstützt und können vollständig oder nach weißen (seitenbezogen) oder schwarzen Listen aktiviert werden.

Aufgrund der geringen Größe ist Dillo oft der Haupt-Browser bei kleineren Linux-Distributionen wie Damn Small Linux oder DeLi Linux. Auch in manchen Distributionen für Einplatinencomputer wie dem Raspberry Pi gehört Dillo aufgrund der vergleichsweise geringen Leistungsfähigkeit der Hardware zu den standardmäßig installierten Browsern[7].

Dillo entstand auf Basis der Browser gzilla und Armadillo.[8] Von letzterem leitet sich auch der Name ab. Im April 2006 erschien Version 0.8.6 des Browsers. Am 25. Februar 2007 wurde die Entwicklung von Dillo mangels Entwicklungskapazitäten vorerst eingefroren. Im Oktober 2008 wurde allerdings die neue, noch schlankere Version 2.0 mit auf FLTK2 basierender Benutzeroberfläche und Unterstützung von Tabs veröffentlicht. Am 6. September 2011 wurde Dillo 3.0 herausgegeben, das auf FLTK1.3 zurückgreift, da FLTK2 zu einer experimentellen Alpha-Version herabgestuft wurde.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dillo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://dplus-browser.sourceforge.net/index.old.php
  2. http://dillo-win.sourceforge.jp/index.en.html
  3. http://code.google.com/p/nanox-microwindows-nxlib-fltk-for-dos/downloads/list
  4. http://hg.dillo.org/dillo/file/tip/ChangeLog
  5. http://www.dillo.org/FAQ.html#q7
  6. Patch für Gnash-Unterstützung auf dem Stand von 2008. Abgerufen am 8. Januar 2014.
  7. Raspbian Wheezy-Image. Abgerufen am 8. Januar 2014.
  8. http://www.dillo.org/oldmail/199912.txt