Diskussion:Psychoanalyse

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Fehlende Neutralität des Artikels

Es ist in anderen Beiträgen unten am Rande schon miterwähnt worden, ich möchte nur noch einmal ganz explizit darauf hinweisen: Die Sprache dieses Artikels ist nicht neutral. Es ist zwar grundsätzlich logisch, dass sich die Fachleute über ihr Fach äußern - so eben auch die Psychoanalytiker über die Psychoanalyse; aber im Unterschied zu anderen Wissenschaften tritt dabei (und auch hier im Artikel) immer wieder ein schleichend-manipulatives Element in Wortwahl, Gedankenfiguren und Duktus auf, das zwar einen gewissen emotionalen Sog erzeugt, aber eine rationale Auseinandersetzung mit der Argumentation doch erschwert: "...so ist die moderne Psychoanalyse durch (...) Pluralismus charakterisiert ...", "... ist nicht nur eine Wissenschaft, sondern hat ... auch den Anspruch ...", "... hat außerdem Methoden ... hervorgebracht ..." - usw. usf. Woher kommt eigentlich bei geschlossenen Denksystemen, die glauben aus ihrem simplifizierenden Formelvorrat die ganze Welt erklären zu können, immer wieder diese schlichte schlechte Verkaufe? Beunruhigend. --Rabbi0884.186.213.111 11:06, 5. Jul. 2009 (CEST)


[Bearbeiten] Fehlentwicklungen/Skandale

Was habt ihr gegen meine Erwähnung von Freuds Analyse an der eigenen Tochter (Anna)? Dies ist dukumentiert und mit einer Quelle belegt. Kokoranzl, 17.06.2009, 13:20

Na damals gab es noch gar keine Regeln für die Psychotherapie. Die wurden, zumeist, erst alle von der Psychoanalyse eingeführt. Darum ist das eine interessante Information, gehört aber eher in den Artikel A. o. S. Freud. -- Widescreen ® 17:53, 17. Jun. 2009 (CEST)
Damals gab es keine Regeln? Da irrst Du Dich aber. Meinst Du, SF hat sich einfach hingesetzt und ohne Konzept und Regel einfach losgelegt? Freud hat selber die Abstinenzregel eingeführt und sie auch ausführlich begründet. Sie leuchtet ja auch ein, weil der extrem engen Therapeut-Patient(in)-Beziehung etwas entgegengesetzt werden musste. Nur hat er sich selber nicht daran gehalten. Außerdem IST die Therapie faktisch die Psychoanalyse. Der Ausgangspunkt war die PA als Heilverfahren, und Freud hat ausschließlich über die Praxis seine Theorien abgeleitet. Das mit der A-Regel war 1915, nachdem ihm die Problematik, dass sich in dem analytischen Setting nicht nur die "hysterische" Patientin, sondern auch der Therapeut verliebt, anhand der zahllosen Affären seiner Mitstreiter (vor allem Jung, Rank, Stekel, Adler, Ferenczi, etc.) unangenehm bewusst wurde. Erste Ansätze gab es bereits 1909. Zu dieser Zeit war die PA bereits regelrecht institutionalisiert.
Das Problem der Gegenübertragung ist ein immanentes Problem der Psychoanlyse als Therapie. Mit anderen Worten: Gerade Psyochanalytiker neigen aufgrund der gesamten Konzeption des Verfahrens dazu, Liebesbeziehungen/sexuelle Affairen mit ihren Patientinnen einzugehen. Das gehört doch wohl gerade in dieses Kapitel. Sándor Ferenczi war auf dieser Weise einer seiner Patientinnen derart verfallen, dass er sie am Ende ständig als seine "große Lehrmeisterin" titulierte.
Ein weiteres Problem ist, dass besagte Gegenübertragung eine solche Wucht hat, dass die Einhaltung der Abstinenzregel nur dann möglich ist, wenn sie besonders rigoros eingehalten wird. Das Ergebnis ist eine derart unpersönliche, keimfreie Behandler-Patient-Beziehung, dass dies bereits wieder den therapeutischen Prozess behindert.
In den Freud-biographischen Bereich gehört eher seine Kokainsucht und die Tatsache, dass er täglich, auch während der Analysestunden - 20 Zigarren rauchte. Das ist wirklich kein Teil der therapeutischen Methode. --Kokoranzl, 20.06.2009, 11:29
Die Abstinenzregel war schon immer ein Streitpunkt der Analyse. Begründet wurde sie von Freud aber, indem er angab, dass der Pat. keine Ersatzbefriedigung (im Sinne von Zuwendung) erfahren soll, damit die Analyse nicht behindert wird. Heute wird die Abstinenzregel allgemein eher als veraltet angesehen. Sie behindert das Arbeitsbündnis, und ist bei strukturellen Störungen ein Kunstfehler. In der intersubjetiven und relationalen Psa. ist sie ganz abgeschafft ("...wenn Sie mir das auf der Straße so sagen würden, würde ich sagen: fuck you!" Mitchell). Dafür wird die gleichschwebende Aufmerksamkeit betont. Auch das brechen der Grundregel durch Freud wird heute eher als therapeutische Kunst angesehen als durch Abkehr von den selbst aufgestellten Gesetzen. Aus diesem Grund ist es zu einsilbig und zeugt von wenig Wissen, wenn dies als negativ dargestellt wird. -- Widescreen ® 12:09, 20. Jun. 2009 (CEST)
Mal nicht gleich so überheblich, von wegen "wenig Wissen". Ich bin immerhin approbierter Psychotherapeut, Lehrtherapeut und Institutsvorsitzender. Die orthodoxe Form der Analyse wird immer noch eifrig angewandt, mit exakt den gleichen Problemen. Alle naselang habe ich Patienten, mit denen ich Probleme dieser Art bearbeiten muss, die sie ohne PA nie gehabt hätten. Ich leugne ja gar nicht, dass es konstruktive Weiterentwicklungen der PA gibt, die Probleme dieser Art eingeschränkt bzw. behoben haben.
Deine Ausführungen lesen sich wie eine Einladung zum fröhlichen Herumexperimentieren, Knutschen inbegriffen. Vielleicht sollte man in diesem Kapitel eine Art Problemgeschichte der PA schreiben und ergänzen, wie diesen Problemen begegnet wurde. Streng genommen hat ja Ferenczi den Versuch unternommen, etwas Liebevolles in die Therapie einzubringen, die Grundidee ist also gar nicht verkehrt. Herausgekommen ist allerdings etwas, was man durchaus als "Missbrauch in der Therapie" bezeichnen könnte. In der analytischen Fachliteratur wird natürlich die euphemistische Bezeichnung "tragischer Irrweg" gewählt. Selbstkritik war ja noch nie eine Stärke der PA. --Kokoranzl, 20.06.2009, 13:24
Tschuldige, ich meinte eher die Quelle, welche Du verwendet hast, mit unwissend. Die orthodoxe Form der Analyse ist im Aussterben begriffen. Schon die kleinianische Wende schließt diese orthodoxe Form prinzipiell ab. Das die Psa. in einer strengen Abstinenz abgehalten wird, entspricht allerdings nicht dem State of the Art. Ebenso wie das durchführen einer klassischen RET nicht dem Stand des Wissens entspricht. Eine Missbrauchsgefahr besteht nicht nur in einer PA. Es ist ein Problem von Therapie überhaupt, und vor allem männlicher Therapeuten. Das wird bei den Ausführungen vergessen. Als Experiment hat Ferenczi seine Abwandlung der Methode selber gekennzeichnet. Sein Missbrauch hat die Entwicklung der Methode sicherlich zwanzig Jahre zurückgeworfen. Dennoch werden seine Grundgedanken als Wendepunkt in der Theorieentwicklung gesehen. Davon kann man halten was man will. Fakt ist, dass die Abkehr von einer strengen Abstinenz hin zu einer freundlichen Interaktion vom Grundgedanken her auf ihn zurückgeht. In wie weit dies mit der Methode an sich zu tun hat, ist in meinen Augen aber insbesondere deswegen fragwürdig. Scheinbar nämlich hat die Abstinenzregeln rein gar nichts mit dem Missbrauch in der Psychotherapie (nicht Psa.) zu tun. Die Abstinenz ist streng, gelockert, aufgegeben oder war, wie in der VT, nie vorhanden. Trotzdem ist der Missbrauch in der Therapie, je nach dem wie man diesen definiert, stets ein dringendes Thema. [1] Aber das ist meine persönliche Ansicht. Die Quelle jedenfalls, welche Du der Änderung zu Grunde legst, ist dem Artikelkontext sicherlich nicht angemessen. Hier existiert einen Menge an Fachliteratur, welche dem Problem, welches auch nicht unbedingt in dem Artikel besprochen werden sollte, besser gerecht werden kann. -- Widescreen ® 14:17, 20. Jun. 2009 (CEST)
O.k:, d'accord. Es ist aber offenkundig so, dass die zentralen Irrtümer der PA nicht verändert worden sind. Die extrem lange Therapiedauer und die häufige Frequenz der Sitzungen können kaum etwas Anderes bewirken als Abhängigkeit. Und die implizite These, die reine Erkenntnis sei bereits die Lösung, macht die PA zu einem nicht sonderlich wirkungsvollen Verfahren. Dass die PA gut überprüft sei, wie im Artikel behauptet wird, ist Ansichtssache. Welcher Analytiker braucht 30 Therapiestunden? da Du ja auch Kölner bist, kennst Du vielleicht Prof. Fischer; in seinen fallbeispielen erwähnt er relevante Entwicklungen "in der 361. Stunde" und ähnliche Blitzeffekte. Da hat der Patient aber noch weitere 200 Sitzungen vor sich. Ich habe zudem in 16 Jahren Praxis nicht einen Patienten gehabt, der sexuelle Phantasien seiner Mutter gegenüber gehabt hätte - es sei denn, er hatte zuvor PA gemacht. Es wird den Patienten offenkundig etwas eingeredet, ebenso, wie der ständige nebeneffekt einer PA darin besteht, dass der Patient auf seine Eltern wütend wird, weil er in der Therapie ständig auf deren Fehler fokussiert wird. Solches gehört für mich zu den fehlentwicklungen hinzu. --Kokoranzl, 21.06.2009, 13:30
Es gibt Störungsbilder, die mit kurzen Therapien nicht behandelt werden können. Keine Ahnung, von was für Störungsbildern Du sprichst, aber heftige Störungsbilder schafft man nicht in 40 Stunden. Nur so ein bisschen Unterstützung. Kann man machen, gibt es auch als Tfp. Aber so ne richtige Therapie, bei starken Störungen braucht ein wenig länger. Abhängigkeit? Bindung! Menschen sind nun mal voneinander Abhängig, wie Du sagst, oder entwickeln eine Bindung, wie ich sagen würde, da hilft auch keine Abstinenz der Welt. Die reine Erkenntnis ist nur unter bestimmten Voraussetzungen noch Ziel einer Psychoanalyse. Heute geht es sowohl um korrigierende Beziehungserfahrungen als auch um Stärkung des Selbst und Einfluss auf die Objektbeziehungen. Das geht nicht mit reiner Erkenntnis. Ob den Pat. etwas eingeredet wird, mit den sexuellen Phantasien gegenüber den Eltern? An solche Themen, sollten sie denn tatsächlich aufkommen, kommt man in 40 Std. jedenfalls nicht heran. Ich erlebe nicht, dass Pat. wütend auf ihre Eltern werden, ganz im Gegenteil sehen sie ihre Eltern oft realistischer, was ein sehr wichtiger Teil einer jeden Therapie sein sollte. -- Widescreen ® 13:44, 21. Jun. 2009 (CEST)
Es ist doch wohl ein Unterschied, ob man dreimal die Woche antanzen muss oder nur einmal die Woche. Ob man nur redet oder auch konkrete Handlungsanweisungen bekommt. Und natürlich kommt man innerhalb von 40 Stunden an solche Themen heran. Die Bindung ist ja auch nicht das Problem, die ist ja sogar nötig und wichtig. Es sollte sogar eine liebevolle Bindung sein - aber halt keine Abhängigkeit. Ich wüsste wirklich gerne, wo die von Dir beschriebenen Neuerungen der PA praktiziert werden. Da ich, allein durch die Statuten zu regelmäßigen Fortbildungen verpflichtet bin, tue ich mir Veranstaltungen zu aktuellen Entwicklungen aller Richtungen regelmäßig an. Neues ist äußerst selten zu hören, und was das PA-Auditorium manchmal so für fragen stellt, hört sich oft so an, als habe sich seit 1913 nicht viel getan. Es ist allerdings so, dass das in der VT genauso läuft und die Experten sich neuerdings die Frage stellen, warum Verhaltentherapeuten selbst nicht in VT gehen. Die wahren neuerungen finden nämlich außerhalb der klassischen Verfahren statt.--Kokoranzl, 21.06.2009, 14:16 (CEST)
Ja, aber eine enge Bindung ist ja nichts schlimmes, nichts schädliches. Ganz im Gegenteil. Eine gute und enge Bindung an den Th. ist eine Grundvoraussetzung für eine gelingende Therapie. Schulenübergreifend. Du musst auch sehen, dass die Pat. nicht in Abhängigkeit gezwungen werden, und der weit überwiegende Teil der Pat. auch keine Abhängigkeit, so wie Du das verstehst, entwickelt. Egal ob nach 50 oder nach 300 Std. Also in meiner Region gibt es ständig Veranstaltungen zu neuen Entwicklungen. Auch zertifizierte. Insbesondere in der Psa. ist gerade eine Menge los. Säuglingsforschung, Bindungstheorie, neurologische Entwicklungen, Psychotraumatologie, Behandlungen 0-3 Jahre usf. -- Widescreen ® 16:46, 21. Jun. 2009 (CEST)

[Bearbeiten] Kritische Literatur

Dieses Buch wollte ich einfügen, hat jedoch bis jetzt aus technischen Gründen nicht geklappt.

Austerlitz -- 88.75.79.242 08:55, 29. Jun. 2009 (CEST)

[Bearbeiten] Diskussion über einen eigenen weiteren Artikel

findet hier aufgrund einer Anfrage in unserem Portal statt. Danke, wennn die Interessierten hier sich das auch mal anschauen. --Brainswiffer 07:13, 1. Jul. 2009 (CEST)

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