Dispositionseffekt

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Als Dispositionseffekt bezeichnet die Verhaltensökonomik die Neigung von Anlegern, jene Anteile abzustoßen, deren Wert gestiegen ist, und solche zu halten, deren Wert gesunken ist. Dabei werden Verluste etwa doppelt so stark empfunden wie Gewinne. Dieses Phänomen der Verlustabneigung wurde erstmals von Amos Tversky und Daniel Kahneman beschrieben.

Die ökonomische Wirkung dieser Disposition beschreiben Ingo Wilms/L. Busche wie folgt:

„Erwirtschaftet ein Anleger einen Gewinn, so stiftet der Anfangsgewinn den meisten Nutzen. Jeder weitere Zusatzertrag wird zwar noch als positiv wahrgenommen, jedoch mit einer sich immer weiter abschwächenden Tendenz. Umgekehrt verläuft es bei der Negativentwicklung eines Investments. Die ersten Verluste hinterlassen psychologisch die tiefsten Spuren. Mit der Zeit tritt jedoch ein Gewöhnungseffekt an die erlittenen Kursverluste ein und die nachfolgenden Verluste werden, mögen diese auch noch so schwer sein, nicht mehr mit der gleichen Intensität wahrgenommen. In der Praxis führt der Dispositionseffekt dazu, dass Gewinne viel zu früh und Verluste viel zu spät realisiert werden.“ (kapitaleinkommen.de)

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