Distanzer

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Disto von Leica Geosystems

Ein Distanzer (auch Disto, Distometer, LaserDisto, Distomat) ist ein Gerät zur optischen Abstandsmessung. Es gibt Handgeräte für einfache Vermessungsarbeiten oder im Handwerk oder Geräte die auf Theodoliten aufgesetzt werden (Gewicht etwa 0,2 bis 0,5 kg). In moderne Tachymetern sind diese meist schon in Miniaturform eingebaut. Eingesetzt werden diese in der Bauvermessung und der Geodäsie

Technik[Bearbeiten]

Distanzer basieren großteils auf der Laufzeitmessung oder der Messung von Phasenverschiebungen von Infrarot- oder Lichtwellen und können Entfernungen bis zu einigen 100 m auf cm genau messen.[1] Zur Vermeidung mehrdeutiger Lösungen werden in einer Messung verschiedene Puls-Wiederholfrequenzen verwendet (Grobmessung und Feinmessung).[1] Komfortable Geräteausführungen können aus den Messwerten Flächen und Volumina berechnen oder die Ergebnisse mit attributiven Informationen für eine spätere Auswertung am Computer speichern.

Aufwendigere Instrumente erreichen diese Genauigkeit auch über mehrere Kilometer, wenn sogenannte Prismenreflektoren am Zielpunkt verwendet werden. Für geringere Genauigkeit gibt es Geräte, denen bei mittleren Distanzen auch Reflexfolien reichen, für die Nähe sogar der diffuse Reflex z.B. einer Hauswand.

Geometrisch sind die Entfernungsmessungen als Schrägstrecken zu behandeln, die für ihre Umrechnung in horizontale Strecken noch die Messung ihrer Neigung oder des Höhenwinkels erfordern.

Historisches[Bearbeiten]

Die ersten praxistauglichen, allerdings noch recht voluminösen Distanzer kamen zwischen 1963 und 1972 auf den Markt. Sie arbeiten statt mit Licht noch mit Mikrowellen und 20-50 cm großen Parabolantennen, beispielsweise die Geräte DI50 und 60 der Firma Wild Heerbrugg.

In den 1970er-Jahren setzte sich die Entfernungsmessung mit Licht- und Infrarot-Lasern durch. Zunächst waren die Distanzer noch eigene Messeinheiten, die statt des Theodolits am Stativ aufgesetzt werden mussten und daher nur für längere (selten zu messende) Entfernungen verwendet wurden. Zu den meist verbreiteten Geräten gehörte die Wild-Distomat Serie, während Kern Aarau die kleinsten und genauesten Geräte baute, u. a. das Mekometer.

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. a b Welches Messprinzip verwendet der DISTO? Leica Geosystems, abgerufen am 10. Oktober 2013.