Dithionate

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Struktur des Dithionat-Anions

Dithionate (veraltet auch Hypodisulfate) sind die anorganischen Salze der unbeständigen Dithionsäure (Dischwefel(V)-säure, H2S2O6) und schwache Oxidationsmittel[1]. Die Salze bestehen aus einem Dithionat-Ion S2O62−, das im sauren Milieu (H+-Überschuss) als Dianion vorliegt, und einem Metallkation.[1] Das Dithionat-Anion weist an beiden Schwefelatomem eine tetraedrische Anordnung auf und ist sterisch mit Ethan vergleichbar. Es gibt auch hier eine gestaffelte und eine ekliptische Konformation; im Hydrat von Natriumdithionat Na2S2O6·2H2O ist die Anordnung gestaffelt, während das wasserfreie Salz ekliptisch aufgebaut ist.[2]

Dithionate werden im Normalfall nicht direkt aus der Dithionsäure gebildet, sondern mit Hilfe einer stabileren Säure. Die Dithionsäure dient hier nur als Namensstamm. Als Beispiel kann die Bildung von Mangan(II)-dithionat aus Braunstein und Schwefliger Säure (schematisch) angeführt werden:

\mathrm{ \ MnO_2 \ + \ 2 \ SO_2 \rightarrow \ MnS_2O_6}

Auch durch anodische Oxidation von Hydrogensulfaten können Dithionate hergestellt werden.

Wie auch die Dithionsäure disproportionieren die Dithionate beim Erhitzen oder Ansäuern leicht in SO2 und SO42−. So zerfällt zum Beispiel Kaliumdithionat bei 258 °C in Kaliumsulfat und Schwefeldioxid.[1]

\mathrm{ K_2S_2O_6 \rightarrow \ K_2SO_4 \ + \ SO_2 }

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Holleman, Wiberg; 1985, S. 519.
  2. Greenwood, N. N.; Earnshaw, A. (1997). Chemistry of the Elements, 2nd Edition, Oxford: Butterworth-Heinemann, ISBN 0-7506-3365-4.