djo-Deutsche Jugend in Europa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche


djo-Deutsche Jugend in Europa
Logo der Organisation
Typ Eingetragener Verein
Gründung 8. April 1951
Sitz Berlin
Ursprung ehemals Deutsche Jugend des Ostens
Website www.djo.de

Die djo-Deutsche Jugend in Europa (djo Abk.: "Deutsche Jugend des Ostens") ist ein deutscher Jugendverband mit Sitz in Berlin. Schwerpunkt der Verbandstätigkeit liegt im Bereich der kulturellen, politischen, internationalen und integrativen Jugendarbeit.

Ziele[Bearbeiten]

Der Verband ist ein überparteilicher und überkonfessioneller Jugendverband, der sich für ein geeintes, demokratisches Europa einsetzt, in dem der trennende Charakter von Grenzen überwunden ist. Im Rahmen ihrer Jugendarbeit fördert sie die kulturelle Betätigung von jungen Zuwanderern als Mittel der Identitätsstiftung und Hilfe zur Integration. In der internationalen Jugend- und Kulturarbeit organisiert die djo-Deutsche Jugend in Europa auf Versöhnung und Verständigung ausgerichtete Austausch- und Begegnungsmaßnahmen insbesondere mit den ost- und südosteuropäischen Ländern. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind der Einsatz für die weltweite Ächtung von Vertreibungen und das Engagement für die sozialen, politischen und kulturellen Rechte von Migranten, Flüchtlingen und Vertriebenen.

Die Verbandsarbeit soll dazu beitragen, Kinder und Jugendliche zu kritikfähigen, verantwortungsbewussten und Verantwortung übernehmenden Menschen unserer Gesellschaft zu erziehen. Voraussetzung dafür ist eine Erziehungsarbeit, die den Menschen in seiner Würde und Freiheit in den Mittelpunkt stellt. Die djo-Deutsche Jugend in Europa bietet Kindern und Jugendlichen Werteorientierung und schafft Freiräume und Rahmenbedingungen für die jeweils eigene Standortbestimmung, Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsfindung.

Der Verband bekennt sich zum Zusammenschluss Europas auf föderativer Grundlage und setzt sich für die Schaffung eines geeinten, demokratischen Europas ein, in dem der trennende Charakter von Grenzen überwunden ist. Ihr Anliegen ist dabei, junge Menschen zu Brücken zwischen den Menschen, Volksgruppen und Völkern werden zu lassen, um gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen und zu fördern, um unterschiedliche Wertvorstellungen zu akzeptieren, um gegenseitige Hilfe zu leisten sowie Toleranz und Partnerschaft mit Menschen, Volksgruppen und Völkern unterschiedlichster ethnischer, religiöser, sozialer, wirtschaftlicher und weltanschaulicher Herkunft zu fördern.

Aufbau[Bearbeiten]

Der Verband versteht sich als Dachverband von Migrantenselbstorganisationen. Sie setzt sich für eine gleichberechtigte Anerkennung und Teilhabe der Migrantenjugendverbände und Migrantenselbstorganisationen ein. Sie fördert im Rahmen ihrer Jugendarbeit die gesellschaftliche, politische, soziale und kulturelle Betätigung von jungen Zuwanderern als Mittel zur Identitätsfindung und Hilfe zur Integration.

Neben den üblichen Aufgaben eines Dachverbandes ist die djo als ein Netzwerk zu verstehen, das eine enge Kooperation der Migrantenorganisationen untereinander sowie mit den djo-Gliederungen gezielt herstellt und fördert.

Derzeit sind folgende Migrantenselbstorganisationen als Bundesgruppen Mitglied in der djo:[1]

Die djo-Deutsche Jugend in Europa arbeitet unter anderem in der Gesellschaft für bedrohte Völker, der Deutschen Stiftung für UNO-Flüchtlingshilfe, in der Forschungsgesellschaft für das Weltflüchtlingsproblem (AWR), im Deutschen Bundesjugendring und in der European Folk Culture Organisation (EFCO), die unter Federführung der djo-Deutsche Jugend in Europa gegründet wurde, mit.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die djo-Deutsche Jugend in Europa wurde am 8. April 1951 auf Burg Ludwigstein als Deutsche Jugend des Ostens als Jugendorganisation junger Heimatvertriebener gegründet. Ziel war es deren Eingliederung in die Nachkriegsgesellschaft zu erleichtern. Zur DJO gehörten zu dieser Zeit auch landsmannschaftliche Gruppen, die sich einem bestimmten Herkunftsgebiet in Mittel-, Ost- und Süd-Ost-Europa verbunden fühlten.[3]

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts änderte sich der Zugang der Mitglieder zu Osteuropa. Die in der djo organisierten Kinder und Jugendlichen hatten selbst keine Flucht oder Vertreibung erfahren, sondern waren in Westdeutschland groß geworden. In diesem Zusammenhang gab sich die Deutsche Jugend des Ostens im Jahr 1974 den neuen Namen djo-Deutsche Jugend in Europa - die Buchstaben djo wurden als Zeichen für die Herkunft des Verbandes bis heute beibehalten.

1990 schlossen sich die sechs Landesverbände des Jugendbund Deutscher Regenbogen, ein 1989 in der politischen Wendezeit in der DDR gegründeter Jugendverband, der djo-Deutsche Jugend in Europa an.[4]

Seit der Öffnung für Migrantenselbstorganisationen (MSO) im Jahr 2000 auf Bundesebene hat sich die djo-Deutsche Jugend in Europa zu einem Dachverband für Migrantenjugendverbände entwickelt. Sie setzt sich für eine gleichberechtigte Anerkennung und Teilhabe der Migrantenjugendverbände und Migrantenselbstorganisationen ein.

Seit Beschluss des 55. djo-Bundesjugendtages im März 2010 gibt es ein neues Grundsatzprogramm der djo-Deutsche Jugend in Europa, welches sich djo-Leitfaden nennt. Dieses Grundsatzprogramm beschreibt die Vielfalt des Verbandes, seine Ziele und seine Tätigkeitsfelder.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (Hrsg.): Achter Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland. Deutscher Bundestag, Berlin 2010, S. 323.8. Migrationsbericht (2,53 MB pdf)
  • Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Hrsg.): Bundesweites Integrationsprogramm, Angebote der Integrationsförderung in Deutschland - Empfehlungen zu ihrer Weiterentwicklung, Berlin 2010, S. 139. Bundesweites Integrationsprogramm (1,5 MB pdf)
  • Förderung der Integrationsarbeit von Migrantenselbstorganisationen, Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen, Deutscher Bundestag, Berlin 2011 Bundesdrucksache 17/7740 (pdf)
  • Maria Klimovskikh und Thomas Hoffmann, Im Spannungsfeld der Kulturen, in: Jugendpolitik 1/2010, Deutscher Bundesjugendring (Hrsg.), Berlin 2010, S. 17 - 22.
  • Thomas Hoffmann, Potentiale von Migrantenjugendorganisationen stärker fördern und nutzen, in: Jugendpolitik 2/2007, Deutscher Bundesjugendring (Hrsg.), Berlin 2007, S. 20 - 22.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesgruppen in der djo-Deutsche Jugend in Europa – Stand 6. Februar 2012
  2. Mitgliedschaften der djo-Deutsche Jugend in Europa – Stand 6. Februar 2012
  3. Handbuch Jugendverbände, Böhmisch, Rauschenbach et. al., JUVENTA, 1991, S. 969
  4. Satzung der djo (PDF; 1,3 MB)
  5. djo-Leitfaden (PDF; 6,5 MB)