Doktor der Medizin

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Der akademische Grad des Doktors der Medizin ist in manchen Ländern ein sogenanntes Berufsdoktorat. Derartige Doktorgrade werden direkt mit dem Abschluss des Studiums der Humanmedizin ohne zusätzliche Promotionsleistung vergeben. Sie entsprechen in Deutschland dem Staatsexamen in Medizin.[1]

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Führen der medizinischen Berufsdoktorgrade ausschließlich in der jeweils verliehenen Originalform möglich. Grade aus EWR-Ländern dürfen jedoch ohne den sonst obligatorischen Herkunftzusatz geführt werden. Die Führung dieser Grade als Dr. oder als Dr. med. sowie in einer anderen ins Deutsche übersetzten Form ist aufgrund des Fehlens einer Promotionsleistung nicht erlaubt.[2]

Österreich[Bearbeiten]

In Österreich erhält man nach dem sechsjährigen Studium der Humanmedizin den Diplomgrad Dr. med. univ.[3], ein tatsächlicher Doktorgrad kann beispielsweise mit dem dreijährigen Doktoratsstudium der Medizinischen Wissenschaft erworben werden. Dieser lautet nach obligatorischer Aberkennung des zuvor verliehenen Diplomgrades dann ergänzt Dr. med. univ. et sci. med. (et scientiae medicae). Dadurch wird verhindert, dass die Absolventen DDr. (Dr. med. univ., Dr. sci. med.) werden.

Tschechien und Slowakei[Bearbeiten]

Der tschechische und slowakische akademische Grad eines Doktors der Medizin (cs: doktor všeobecného lékařství, doktor medicíny; sk: doktor všeobecného lekárstva, doktor medicíny; la: medicinae universae doctor), abgekürzt als MUDr., wird mit dem Abschluss eines sechsjährigen Studiums der Humanmedizin vergeben.[4][5] Dieser Grad ist ein sogenanntes Berufsdoktorat.[1]

Vereinigte Staaten von Amerika[Bearbeiten]

In den USA ist der Doctor of Medicine, abgekürzt als M.D., ein berufsqualifizierender Hochschulabschluss des Medizinstudiums (sog. „professional degree“), der ebenfalls ohne eine Promotionsleistung vergeben wird.[1]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c anabin – Informationssystem zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse
  2. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 21. September 2001 i.d.F. vom 15. Mai 2008 (Link nicht mehr verfügbar. Zugriff: 25. Oktober 2012)
  3. [1]
  4. Tschechisches Hochschulgesetz 111/1998 vom 22. April 1998
  5. Slowakisches Hochschulgesetz 131/2002 vom 21. Februar 2002