Doktoratsstudium der Medizinischen Wissenschaft

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Das Doktoratsstudium der Medizinischen Wissenschaft dient der Ausbildung der Fähigkeit zur selbständige medizinisch-naturwissenschaftlichen Forschung. Das Studium wird an verschiedenen medizinischen Universitäten im deutschsprachigen Raum angeboten und endet mit einem Doktorgrad.

Situation in Österreich[Bearbeiten]

Zulassung[Bearbeiten]

Die Zulassung zum Doktoratsstudium der Medizinischen Wissenschaft setzt den Abschluss eines einschlägigen Diplomstudiums voraus. Zu diesen zählen Humanmedizin, Zahnmedizin, naturwissenschaftliche Studien oder Informatik, Mathematik, Psychologie, Biomedizinische Technik, Statistik oder Pharmazie mit einer entsprechenden naturwissenschaftlichen Ausrichtung.

Ablauf[Bearbeiten]

Die Studiendauer beträgt 6 Semester. Während dieser Zeit muss neben Vorlesungen über medizinische, naturwissenschaftliche und forschungsbezogenen Themen eine Dissertation in einem frei gewählten Fachgebiet verfasst werden.

Doktorgrad[Bearbeiten]

Absolventen des Diplomstudiums Humanmedizin bzw. Zahnmedizin wird anstelle des bereits verliehenen akademischen Grades den ergänzten akademischen Grad „Doktor der gesamten Heilkunde und der medizinischen Wissenschaft“, bzw. „Doktor der Zahnmedizin und der medizinischen Wissenschaft“, abgekürzt „Dr. med. univ. et scient. med“ bzw. „Dr. med. dent. et scient. med.“ verliehen. Jedoch wird im Rahmen des Bologna-Prozesses die Titulatur umgestellt. Nach neuen Studienplänen erlangte Doktorgrade im Fach Medizin werden in folgendermaßen dargestellt: "Dr. med. univ. Name, PhD".

Absolventen eines naturwissenschaftlichen Diplomstudiums wird der akademischen Grad „Doktor der medizinischen Wissenschaft“, lateinisch „Doctor scientiae medicae“, abgekürzt „Dr. scient. med.“ verliehen.

Studienmöglichkeit[Bearbeiten]

Das Doktoratsstudium der Medizinischen Wissenschaft kann an den österreichischen Medizinischen Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck, sowie der Medizinischen Privatuniversität Paracelsus in Salzburg studiert werden.

Situation in der Schweiz[Bearbeiten]

Die Universität Bern bietet ein Programm für medizinisch-interessierte NaturwissenschafterInnen an. Zugang haben alle Absolventen eines naturwissenschaftlichen Diplomstudiums. Nach der Promotion an der medizinischen Fakultät wird der Titel Dr. phil.nat. et sci.med. verliehen. Für Mediziner, die eine Ausbildung in naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung anstreben, gibt es die Möglichkeit, ein Doktorat Dr. med. et phil. nat. zu absolvieren. Dieses wird als postpromotionelles Doktoratsstudium oder als kombiniertes Medizin/Naturwissenschaftstudium (MD/PHD) angeboten.

Das interfakultäre Doktorat wendet sich vor allem an Forscher, die eine Karriere in der akademischen Medizin/Biomedizin einschlagen wollen.

Situation in Deutschland[Bearbeiten]

Auch in Deutschland besteht an einigen Universitäten die Möglichkeit zur medizinischen Promotion für Nicht-Mediziner. Beispielsweise verleiht die Universität Rostock den Dr. rer. hum. in 'Medizinwissenschaften'. Auch der Dr. sc. hum. (verliehen beispielsweise von der Universität Tübingen, der Universität Heidelberg oder der Universität Göttingen) wird oft als Doktor in Medizinwissenschaften bezeichnet, meistens jedoch als Doktor der Humanwissenschaften. Die Zugangsvoraussetzungen sind für alle Promotionsprogramme jedoch ähnlich.

Situation in Liechtenstein[Bearbeiten]

In Liechtenstein bietet die Private Universität im Fürstentum Liechtenstein die Möglichkeit zur Promotion in Medizinischer Wissenschaft. Nach Abschluss des dreijährigen Promotionsstudiums wird wie in Österreich der Dr. scient. med. verliehen. Zulassung zum Studium erhalten Absolventen eines Diplom- oder Masterstudiengangs in naturwissenschaftlichen Studiengängen wie Biologie, Sportwissenschaften, Bioinformatik oder Biomedizinischer Technik.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]