Doktorspiel

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Doktorspiele ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für den deutschen Kinofilm aus dem Jahr 2014, siehe Doktorspiele (Film).

Als Doktorspiele werden Spiele zwischen Kindern bezeichnet, die die gegenseitige Erkundung ihrer Körper und insbesondere ihrer Genitalien zum Inhalt haben. Doktorspiele haben eine Arzt-Patient-Situation zum Inhalt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Doktorspiele sind bei Kindern weit verbreitet und gehören zur kindlichen Entwicklung. Sie lernen neugierig und gegenseitig die ansonsten unsichtbaren und damit unbekannten Körperteile kennen. Gleichzeitig erleben sie sexuelle Gefühle und lernen damit umzugehen. Doktorspiele dienen auch zur Befriedigung kindlicher sexueller Bedürfnisse (infantile Sexualität). Die Rollen von „Arzt“ und „Patient“ helfen den Kindern dabei, ihre Ängste vor Sexualität zu überwinden. Das Spiel Blinde Kuh hat oft eine erotische Komponente. Ältere Kinder spielen oft Flaschendrehen.

Verbreitung unter Kindern[Bearbeiten]

Nach einer 1948 veröffentlichten Studie von Alfred C. Kinsey sind Doktorspiele unter Kindern verbreitet. Die Studie besagt, dass 36,6 % aller 10-jährigen Kinder sowohl heterosexuelle, als auch homosexuelle Doktorspiele praktizieren.[1]

Rechtliches[Bearbeiten]

Wenn ein Erwachsener die Neugier des Kindes ausnutzt, um es dazu zu bringen, sexuelle Handlungen an sich oder anderen vorzunehmen oder diese an sich vornehmen zu lassen, bei diesen zuzuschauen oder Schilderungen derselben zu folgen, handelt es sich um sexuellen Missbrauch von Kindern.

In den USA sind Fälle von strafrechtlich verfolgten Doktorspielen unter Kindern belegt. So erregte ein Fall im Jahre 1999 Aufmerksamkeit, bei welchem ein 11-jähriger Junge, welcher seine Schwester im Genitalbereich berührt haben soll, in Untersuchungshaft kam. Der Junge wurde in Hand- und Fußfesseln vor Gericht geführt, was für mediale Aufmerksamkeit außerhalb der Vereinigten Staaten sorgte. Aufgrund des Drucks der ausländischen Medien wurde der Junge schließlich freigelassen und floh in die Schweiz zu seinen Eltern.[1]

Sexualpraktiken bei Erwachsenen[Bearbeiten]

Unter Erwachsenen finden sich den Doktorspielen angelehnte Sexualpraktiken manchmal im BDSM-Kontext wieder (sexuelles Rollenspiel). Man nennt diese erotische Spielart auch Klinikerotik, Kliniksex oder, in Anlehnung an die weiße Kleidung von Ärzten und Pflegepersonal, weiße Erotik.

Literatur[Bearbeiten]

  • Barbara Burian-Langegger (Hrsg.): Doktorspiele, die Sexualität des Kindes. Picus, Wien 2005, ISBN 3-85452-495-1.
  • Clellan S. Ford, Frank A. Beach: Formen der Sexualität. Das Sexualverhalten bei Mensch und Tier. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1969. (Schilderung des sexuellen Verhaltens von Kindern bei mehr als 200 Kulturen/Naturvölkern, S. 202 ff.)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Erik Möller: Gefährliche Doktorspiele. Kinder und Teenager werden in den USA wegen sexueller Vergehen einer Behandlung unterzogen, die an "Clockwork Orange" erinnert. Die Folgen der sexuellen Unterdrückung sind fatal. Heise.de, 4. März 2000, abgerufen am 1. Juli 2013.