Drenica

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Die Gemeinden Gllogoc und Skënderaj in Drenica

Drenica (albanisch auch Drenicë; serbisch Drenica/Дреница) ist eine Region im Zentrum des Kosovo.

Name[Bearbeiten]

Der Name Drenica besteht aus dem serbischen Wort Dren, was Kornelkirsche bedeutet, und der Endung -ica, einer typischen Ortsnamenendung bzw. Suffix mit slawischem Ursprung.

Region[Bearbeiten]

Drenica ist ein hügeliges Gebiet in Zentral-Kosovo mit einer Größe von etwa 1200 Quadratkilometern. Es wird vom gleichnamigen Drenica-Fluss durchflossen, der in die Sitnica mündet. Die Region liegt westlich bis nordwestlich der Hauptstadt Priština und umfasst die Gemeinden von Gllogoc (serbisch Glogovac) und Skënderaj (serbisch Srbica). Dessen Bevölkerung von 110.000 (Volkszählung 1991) besteht fast vollständig aus Albanern.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Antike befand sich die Region mitten im Gebiet des Stammes der Dardaner, das auch von Kelten und Thrakern bewohnt war. Mitte des 1. Jahrhunderts geriet das Gebiet für mehrere hundert Jahre unter die Herrschaft Roms. Zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert wurde das Gebiet von slawischen Stämmen eingenommen, was das Verschwinden der römischen Kultur mit sich brachte. Ab dem 7. Jahrhundert herrschten wieder die byzantinischen Kaiser bis Anfang des 9. Jahrhunderts über das Gebiet. Danach wurde die Region vom bulgarischen Zarenreich erobert. Zwischen dem 11 und 12. Jahrhundert begann die Herrschaft der Serben unter der Dynastie der Nemanjiden, und die Region wurde Teil des serbischen Königreichs. Das Reich wurde im 13. und 14. Jahrhundert, vor allem unter der Führung von König Zar Dušan zur Hegemonialmacht in Südosteuropa.

Drenica wurde erstmals unter der Herrschaft des serbischen Despoten Stefan Lazarević im bereits zerfallenden mittelalterlichen Serbischen Reich im Jahr 1413 erwähnt, als der spätere serbische Despot Đurađ Branković auf dem Weg zum orthodoxen Pauluskloster auf dem heiligen Berg Athos, begleitet von seiner Mutter Mara sowie seinen Brüdern Đurđe und Lazar, das dortige Dorf Dobroševce erreichte. Despot Đurađ Branković ließ im Jahr 1434 das serbisch-orthodoxe Kloster Devič zum Gedenken an seine Tochter in der Nähe des Drenicer Waldes erbauen.

Despot Đurađ Branković soll enorme Anstrengungen unternommen haben, um Serbien vor der Eroberung durch die Osmanen zu retten, konnte dies lediglich aufschieben, aber nicht verhindern. In der Zeit der osmanischen Besetzung wurde die Region, in Gedenken an die blutigen Auseinandersetzungen, auch Crvena Drenica bzw. Drenica e Kuqe („Rotes Drenica“) genannt. 1850-1860 eroberte Jashar Pascha Cinić den südlichen Teil Drenicas, das seither meist unter der albanischen Bevölkerung den Beinamen Drenica e Pashes trägt. In dieser Region befinden sich etwa 20 Dörfer. Seither werden Drenica e Pashes und Crvena Drenica/Drenica e Kuqe unterschieden.

Kosovo-Krieg[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kosovokrieg

Die Region um Drenica galt als eine Hochburg der albanischen, paramilitärischen Organisation UÇK. Aus der Region stammt auch die Familie Jashari. Adem Jashari war ein Mitbegründer der UÇK. Vom Oktober 1997 bis zum Beginn der serbischen Offensive im Februar 1998 war Drenica ein Operationsgebiet der UÇK und wurde zeitweise als „befreites“ Gebiet bezeichnet. Im Jahr 1998 kam es mehrmals zu heftigen militärischen Auseinandersetzungen zwischen der Jugoslawischen Volksarmee und der UÇK.[1] Nach Ende des Kosovokrieges übernahmen internationale Kräfte (KFOR bzw. UNMIK) auch die Kontrolle über das Drenica-Gebiet.

Literatur[Bearbeiten]

  • A Week of Terror in Drenica - Humanitarian Law Violations in Kosovo (HRW-Bericht)
  • HRW report on massacres on Albanian civilians in Drenica region

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  The Independent International Commission of Kosovo: The Kosovo Report Conflict * International Response * Lessons Learned. Oxford University Press, 2000, ISBN 0-19-924308-5, S. 67–69 (Online in der Google-Buchsuche).