Human Rights Watch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo von Human Rights Watch

Human Rights Watch (HRW) ist eine internationale, nichtstaatliche Organisation, die durch unabhängige Untersuchungen und Öffentlichkeitsarbeit für die Wahrung der Menschenrechte eintritt. Sie hat ihren Sitz in New York City, New York, Vereinigte Staaten.

Geschichte[Bearbeiten]

Human Rights Watch wurde 1978 unter der Bezeichnung Helsinki Watch gegründet, um die Einhaltung der Schlussakte von Helsinki durch die Sowjetunion zu dokumentieren und um sowjetische Menschenrechtsgruppen zu unterstützen. 1988 vereinigte sich Helsinki Watch mit anderen internationalen Organisationen, die vergleichbare Ziele verfolgten, zu Human Rights Watch.

Die Organisation beschäftigt weltweit rund 400 hauptamtliche Mitarbeiter, außerdem projektweise zusätzliche Experten und Freiwillige.[1] Im Geschäftsjahr 2012 verfügte HRW über ein Budget von 59 Millionen US-Dollar. Human Rights Watch finanziert sich ausschließlich durch Spenden von Privatpersonen und Stiftungen. (Finanzielle) Hilfe von nationalen Regierungen lehnt die Organisation kategorisch ab.[2]

Im September 2010 spendete der Milliardär Soros 100 Millionen Dollar an Human Rights Watch.[3]

Kenneth Roth (2008)

Seit 1993 ist Kenneth Roth Geschäftsführer (Executive Director) von Human Rights Watch.

Positionen[Bearbeiten]

Human Rights Watch konzentriert sich vor allem auf Recherche und die öffentlichkeitswirksame Berichterstattung von Menschenrechtsverletzungen. Hauptanliegen der Organisation ist Verhinderung sozialer oder geschlechterbezogener Diskriminierung, Korruption in Regierungen und Missbrauch staatlicher Gewalt (z. B. Folter und Isolationshaft). Eine eigene Unterabteilung beschäftigt sich ausschließlich mit Menschenrechtsverletzungen an Frauen. Human Rights Watch war eine der sechs nichtstaatlichen Organisationen, die 1998 die Coalition to Stop the Use of Child Soldiers gründeten.

  • Wie die meisten Menschenrechtsgruppen lehnt auch Human Rights Watch die Todesstrafe ab.
  • Human Rights Watch tritt für den legalen und unbehinderten Zugang zum Schwangerschaftsabbruch ein.
  • Am 2. März 2005 strengte Human Rights Watch vor einem Gericht in Illinois erfolglos ein Strafverfahren gegen Donald Rumsfeld wegen ausdrücklicher Duldung der Folter in US-Militärgefängnissen an.
  • Während des Libanonkrieges 2006 beschuldigte HRW Israel öffentlich, beim Luftangriff auf Kana sowie durch Angriffe auf Krankenhäuser, deutlich gekennzeichnete Ambulanzfahrzeuge, weißbeflaggte Flüchtlingskonvois und durch den Einsatz international geächteter Waffen (beispielsweise Phosphorbomben) Kriegsverbrechen begangen zu haben.[4]
  • Im Juli 2014 warf HRW in einer Studie der NSA und anderen US-Geheimdiensten vor, mit ihrer Überwachung den investigativen Journalismus in den USA zu behindern und die Pressefreiheit zu gefährden.[5][6][7]

Ehrungen[Bearbeiten]

Die Organisation ihrerseits verleiht Alison Des Forges Awards und Hellman Hammett Grants, benannt nach Lillian Hellman und Dashiell Hammett.

Kritik[Bearbeiten]

Jonathan Cook kritisierte im November 2006, dass Human Rights Watch die Verletzung grundlegender Menschenrechte der Palästinenser im Gazastreifen durch die israelische Armee ignoriere und stattdessen selbst gewaltfreien und friedlichen Widerstand der Palästinenser verurteile.[9]

Mitte Juni 2009 schrieb David Bernstein, dass eine Gruppe von HRW-Funktionären unter der Leitung der Chefin für den Bereich Nahen und Mittleren Osten, Sarah Leah Whitson, nach Saudi-Arabien gereist sei, „um dort Geld für den Kampf gegen pro-israelische Lobbyorganisationen zu sammeln“; eine Anprangerung der desaströsen Menschenrechtssituation in Saudi-Arabien sei nur ein sekundäres Ziel der Reise gewesen.[10]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Hinweistext --Veritas-Aletheia (Diskussion) 19:10, 5. Aug. 2014 (CEST)

Im Mai 2014 richteten die Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel und Mairead Maguire, der ehemalige stellvertretende UNO-Generalsekretär Hans von Sponeck, der UN-Sondergesandte Richard Falk und über hundert Wissenschaftler einen offenen Brief an Kenneth Roth, in dem sie die Nähe von Human Rights Watch zur Regierung der USA u. a. in Form des „Drehtürsystems“ zwischen Human Rights Watch und der US-Regierung kritisierten und die Organisation aufforderten, diesen Zustand zu beenden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Aryeh Neier: The international human rights movement: a history. Princeton University Press, Princeton 2012 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Human Rights Watch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frequently Asked Questions, auf der Webseite von HRW, abgerufen am 14. November 2013 (englisch)
  2. http://www.hrw.org/de/node/75231.
  3. zeit.de vom 7. September 2010: Milliardär Soros spendet 100 Millionen Dollar an Human Rights Watch
  4. BBC News: Qana bombs an Israeli war crime (englisch), 31. Juli 2006
  5. HRW: US: Surveillance Harming Journalism, Law, Democracy. 28. Juli 2014
  6. Human Rights Watch & ACLU (Hrsg.): With Liberty to Monitor All: How Large-Scale US Surveillance is Harming Journalism, Law, and American Democracy. Human Rights Watch, 2014, ISBN 978-1-62313-1814 (PDF; 1,171 MB)
  7. Marc Pitzke: Konsequenzen des NSA-Spitzelwahns: Das Ende der Pressefreiheit. In: Spiegel Online. 28. Juli 2014
  8. United Nations - Department of Public Information: WINNERS OF 2008 UNITED NATIONS HUMAN RIGHTS PRIZE ANNOUNCED; AWARDS WILL BE MADE ON HUMAN RIGHTS DAY, 10 DECEMBER, IN GENERAL ASSEMBLY, auf Website un.org, 26. November 2008, abgerufen am 9. Juni 2009.
  9. Jonathan Cook: Palestinians are being denied the right of non-violent resistance Would Human Rights Watch have attacked Martin Luther King, too? (CounterPunch, 30. November 2006)
  10. Jeffrey Goldberg: Fundraising Corruption at Human Rights Watch, The Atlantic, 15. Juli 2009