Durand-Linie

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Zentralasien am Ende des 19. Jahrhunderts: die Zeit vor der Errichtung der Durand-Linie

Die Durand-Linie ist eine ungenaue, 2450 Kilometer lange Demarkationslinie zwischen Afghanistan und Pakistan.

Nach den ersten beiden britisch-afghanischen Kriegen gelang es Großbritannien 1893 mit der Durand-Linie, seine kolonialen Besitzungen in Britisch-Indien (heute Pakistan) gegen das Emirat Afghanistan abzugrenzen. Die Linie wurde nach dem damaligen Außenminister der indischen Verwaltung, Henry Mortimer Durand, benannt und unter britischem Druck im Einvernehmen beider Seiten beschlossen. Obgleich manchmal behauptet wird, dass die Einigung auf 100 Jahre (bis 1993) befristet gewesen sei, enthält der Vertragstext selbst keine solche zeitliche Beschränkung.[1] Die Demarkationslinie wurde bewusst durch die Siedlungsgebiete der Paschtunen gelegt, um aus Afghanistan eine Pufferzone zu machen und so das Volk der Afghanen besser kontrollieren zu können. Durch die Durand-Grenze wurden Hunderte afghanische Dörfer voneinander getrennt. Vor allem einige Stämme der Paschtunen, wie die Kharoti wurde entzweit. Etwa ein Drittel Afghanistans wurde den Briten abgegeben. Des Weiteren verfolgte die britische Kolonialmacht das Ziel durch die Errichtung einer strategische Pufferzone ihre nord-westliche Grenze ihres Territoriums, des damaligen Britisch-Indien, besser gegenüber vom expansionsfreudigen, zaristischen Russland zu schützen. [2]

1947 wurde der Staat Pakistan unter Einbeziehung paschtunischer Gebiete gegründet. Die afghanische Loja Dschirga von 1949 erklärte daraufhin die Durand-Linie für ungültig, da das ursprüngliche Abkommen mit den Briten und nicht mit der pakistanischen Regierung beschlossen worden war, jedoch ist laut dem Wiener Übereinkommen ein bilateraler Vertrag nicht durch unilateralen Widerspruch anfechtbar. Gelegentlich beruft man sich darauf, dass der Vertrag seit 1993 ausgelaufen sei und die Durand-Linie somit nicht mehr die offizielle Grenze zwischen den Staaten Afghanistan und Pakistan sei. Der Vertrag enthielt jedoch keine zeitliche First und konnte daher nicht auslaufen.[3] Angesichts der umstrittenen Situation sprechen die Nato und die ISAF auch von einer Region AfPak.

Die kaum zu überwachende Demarkationslinie rückte in der Folge des Antiterrorkampfes nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein. Taliban-Kämpfer und Al-Qaida-Anhänger bewegten sich relativ ungehindert in der Gegend und fanden so Schutz in den autonomen Paschtunengebieten in Pakistan. Somit ist die Festlegung einer offiziellen Grenze für den weiteren Frieden und die Stabilität beider Länder von enormer Bedeutung und spielt eine Schlüsselrolle bei den Friedensverhandlungen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Durand Line Agreement – Quellen und Volltexte (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://afghanic.de/images/Docs/Durand%20Line%20Agreement.pdf Durand Line Agreement 12 November 1893 abgerufen am 17. Dez. 2014
  2.  Habibo Brechna: Die Geschichte Afghanistans. 2. Auflage. vdf Hochschulverlag AG, Zürich 2012-04-17, ISBN 3728133914.
  3. http://afghanic.de/images/Docs/Durand%20Line%20Agreement.pdf Durand Line Agreement 12 November 1893 abgerufen am 17. Dez. 2014