Isomalt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von E953)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Struktur von Isomalt
1:1-Gemisch aus GPS (links) und GPM (rechts)
Allgemeines
Name Isomalt
Andere Namen
  • 6-O-α-D-Glucopyranosyl-D-glucit (GPS)
  • 1-O-α-D-Glucopyranosyl-D-mannitol (GPM)
  • E 953
Summenformel C12H24O11
CAS-Nummer 64519-82-0
PubChem 88735
Kurzbeschreibung

farb- und geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 344,31 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt
Löslichkeit

leicht löslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Isomalt (E 953) ist ein Gemisch zweier Zuckeralkohole, das als Zuckeraustauschstoff Verwendung findet.

Darstellung und Zusammensetzung[Bearbeiten]

Isomalt wird aus Saccharose in einem zweistufigen Prozess gewonnen. Zunächst wird Saccharose enzymatisch in das Disaccharid 6-O-α-Isomaltulose (auch Palatinose genannt) überführt. Dieses wird dann über Raney-Nickel zum Zielprodukt hydriert. Bei diesem Prozess entsteht ein äquimolares Gemisch der beiden Diastereomere 6-O-α-D-Glucopyranosyl-D-glucit (GPS, Isomaltit) und 1-O-α-D-Glucopyranosyl-D-mannitol (GPM).[2][4][6] GPS liegt als Anhydrat, GPM als Dihydrat vor.[2] Handelsübliches Isomalt muss jeweils zwischen 43 und 57 % GPS und GPM enthalten.[4] Die beiden Zuckeralkohole können durch eine fraktionierte Kristallisation getrennt werden.[4]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Das Produkt ist eine weiße, kristalline Substanz, die bei 142 °C schmilzt.[2][3] Der Schmelzpunkt liegt unterhalb der Schmelzpunkte der beiden Komponenten mit 166 °C für GPS und 168 °C für GPM und resultiert aus der Bildung eines Eutektikums.[3][7] Das Produkt ist nicht hygroskopisch.[4] Die Löslichkeit in Wasser beträgt bei 25 °C etwa 27,3 g/g Lösung und steigt mit der Temperatur stark an.[8]

Löslichkeit in Wasser

Isomalt besitzt die 0,45fache Süßkraft bezogen auf eine 10 %ige Saccharoselösung.[4] Es schmeckt rein süß und verstärkt in anderen Lebensmitteln den arttypischen Geschmack.[4]

Verwendung[Bearbeiten]

In der Nahrungsmittelherstellung ersetzt Isomalt die Saccharose (Zucker) im Mengenverhältnis 1:1 und unterscheidet sich dadurch wesentlich von Süßstoffen, die einem Produkt lediglich Süße geben. Isomalt gibt dem Produkt aber auch den entsprechenden Körper und verleiht dem Produkt Textur. Isomalt wird in verschiedenen zuckerfreien und/oder kalorienreduzierten Süßwaren und Lebensmitteln verwendet, wie z. B. Bonbons, Kaugummis, Schokolade, Backwaren, Desserts und Speiseeis.

Ernährungsphysiologische Aspekte[Bearbeiten]

Isomalt hat einen Energiegehalt von etwa 2 kcal/g (8,4 kJ/g), in der EU ist der für alle Zuckeraustauschstoffe festgelegte Wert von 2,4 kcal/g (10 kJ/g) angegeben.[4] Isomalt ist zahnfreundlich und zeigt nur geringe Wirkung auf Blutglukose- und Insulinspiegel,[6] d. h. ist mit seinem glykämischen Index von 2 (±1) auch für Diabetiker geeignet. Dabei schmeckt es ähnlich wie Zucker, obwohl es nur die Hälfte der Süßkraft aufweist.

Toleranz[Bearbeiten]

Isomalt gehört zu der Gruppe der schwerverdaulichen Kohlenhydrate. Diese regen bei der Verdauung die Darmtätigkeit an und wirken der Darmträgheit entgegen – übermäßiger Verzehr kann daher, wie z. B. auch bei Pflaumen, abführend wirken.

Gesundheitsfragen[Bearbeiten]

Das Joint Expert Committee on Food Additives (JECFA) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Sicherheit von Isomalt evaluiert und festgehalten, dass keine mengenbezogene Einschränkung nötig ist (entspricht dem „ADI not specified“). Damit wurde Isomalt in die sicherste Kategorie für Nahrungsmittelzutaten eingeordnet. Darüber hinaus wurde Isomalt von Zulassungsbehörden in über 70 Ländern bewertet und zugelassen, u. a. von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA).

Siehe auch[Bearbeiten]

 Wiktionary: Isomalt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Sicherheitsdatenblatt Isomalt F bei caelo.de, abgerufen am 15. Oktober 2013.
  2. a b c d Cammenga, H.K.; Zielasko, B.: Thermal behaviour of isomalt in Thermochim. Acta 271 (1996) 149–153, doi:10.1016/0040-6031(95)02560-X.
  3. a b c Borde, B.; Cesaro, A.: A DSC study of hydrated sugar alcohols - isomalt in J. Therm. Anal. Calorim. 66 (2001) 179–195, doi:10.1023/A:1012447901179.
  4. a b c d e f g h Isomalt. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 27. August 2013.
  5. Datenblatt Palatinitol bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 16. Juni 2011 (PDF).
  6. a b Lebensmittellexikon: Isomalt E953
  7. Cammenga, H.K.; Zielasko, B.: Glasses of sugars and sugar substitutes in Ber. Bunsenges. Phys. Chem. 100 (1996) 1607–1609, doi:10.1002/bbpc.19961000952.
  8. Schiweck, H.; Bär, A.; Vogel, R.; Schwarz, E.; Kunz, M.; Dusautois, C.; Clement, A.; Lefranc, C.; Lüssem, B.; Moser, M.; Peters, S.: Sugar Alcohols in Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, 2012 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim, doi:10.1002/14356007.a25_413.pub3.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bettina Zielasko: Ermittlung physikalisch-chemischer Daten von Isomalt und seinen Komponenten. Papierflieger-Verlag, Clausthal-Zellerfeld 1997, ISBN 3-89720-043-0.
  • Karin Gehrich: Phasenverhalten einiger Zucker und Zuckeraustauschstoffe. Cuvillier-Verlag, Göttingen 2002, ISBN 3-89873-579-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!