EL34

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Die Elektronenröhre EL34 ist eine Pentode, die in Endstufen von Audioverstärkern wie beispielsweise Gitarrenverstärkern verwendet wird. Die amerikanische Bezeichnung für diese Röhre ist 6CA7. Russisch heisst sie 6P27S (Kyrillisch: 6п27C)

Verschiedene EL34

Allgemeines[Bearbeiten]

Eine EL34 des slowakischen Unternehmens JJ, vormals Tesla
Eine EL34 mit Siemens-Label - eine Beam-Power-Variante
Sockelbelegung
Von unten gesehen!

In der Bezeichnung EL34 bedeuten:
E - 6,3 V Heizspannung, L - Leistungspentode; die 3 steht für den Sockeltyp (Oktalsockel) und die 4 ist eine laufende Nummer (Bezeichnungsschema siehe auch Elektronenröhre).

Die Stromaufnahme der indirekten Heizung beträgt 1,5 A.

Mit einer EL34 lassen sich 11 Watt Ausgangsleistung als Klasse-A-Verstärker erreichen. Zwei EL34 erzielen 34 Watt als Gegentakt-AB-Verstärker und 100 Watt als Gegentakt-B-Verstärker (800 V Betriebsspannung, 5 % Klirrfaktor)[1].

Die maximale Anodenverlustleistung beträgt 25 Watt, die Schirmgitter-Verlustleistung 8 Watt.

Die Röhre wird oft in Bühnenverstärkern für E-Gitarren eingesetzt. Hier ist der Eintakt-A-Betrieb besonders interessant, da er bei Vollaussteuerung oder leichter Übersteuerung zu charakteristischen, für diese Musik typischen Verzerrungen führt.

Die Betriebsparameter eines solchen Klasse-A-Verstärkers (1 Röhre) betragen laut Valvo-Datenblatt 1965:

  • Anodenspannung / Schirmgitterspannung: 265 V
  • Anodenstrom: 100 mA
  • Schirmgitterstrom: 14,9 mA
  • Klirrfaktor (11Watt Ausgangsleistung): 10 %
  • Arbeitswiderstand (Ausgangsübertrager-Kopplung zum Lautsprecher): 2 kOhm

Die EL34 wird auch in den Endstufen vieler Hi-Fi-Röhrenverstärker sowohl wegen der ihr unterstellten klanglichen Qualitäten als auch wegen ihrer Fähigkeit zu vergleichsweise hohen Ausgangsleistungen gerne eingesetzt.

Die europäischen Fertiger wie Philips oder Telefunken haben die Produktion der EL34 bereits vor Jahren eingestellt. Im nordamerikanischen Raum wurde die EL34 unter der Bezeichnung 6CA7 von General Electric und RCA gefertigt. Daneben gab es diverse ähnliche Nachbauten dieser Pentode wie beispielsweise die KT77, die aktuell in der Slowakei wieder hergestellt wird.

Die Entwicklung der EL34 reicht über verschiedene Vorläufertypen zurück bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg - die ersten Exemplare mit dieser Bezeichnung erschienen aber erst ab dem Jahr 1949. Die EL34 wurde ab ca. 1968 durch die in der Rockmusik oft verwendeten Marshall-Gitarrenverstärker weltweit bekannt und wird auch heute noch in verschiedenen Ausführungen und Qualitäten hergestellt. So haben Unternehmen wie die russische Svetlana Tubes oder der slowakische Röhrenhersteller JJ Electronic diese Endpentode unter der Bezeichnung EL34 auch noch im Jahr 2006 aus neuer Produktion im Lieferprogramm.

Daneben gibt es mindestens eine Serie mit Siemens-Label, welche statt der konventionellen Pentodenbauweise mit Bremsgitter ein Strahlblech (sogenannte Beam-Power-Bauweise) aufweisen (siehe Foto). Diese sind uneingeschränkt gegen die normale Bremsgittervariante austauschbar.

EL60[Bearbeiten]

Die EL60 ist ein von Philips/Valvo eingeführter Vorläufer der EL34, der sich nur durch die Verwendung eines 9-poligen Loktalsockels anstatt des Oktalsockels von dieser unterscheidet. Sie ist, bedingt durch die (einst) höheren Herstellungskosten und die vergleichsweise kurzzeitige Verfügbarkeit im Handel, in der Praxis nur sehr selten in Geräten zu finden.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Die erste Erwähnung in einer Monographie der Primärliteratur findet sich in: B. G. Dammers u.a.: Anwendung der Elektronenröhre, Buch 2. 1951 Eindhoven, N.V. Philips' Gloeilampenfabrieken, aus der Serie Bücherreihe über Elektronenröhren Philips' Technische Bibliothek (Siehe dort S.130ff EL34 als Triode geschaltet, auch ein Oszilloskopbild der Kennlinien).
  • Ludwig Ratheiser: Röhren- und Transistorhandbuch. 1964 3. Auflage Wien, Technischer Verlag Ing. Walter Erb (Siehe dort S. 180f mit 12 Kennlinenbildern und 12 Schaltbildern).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. VALVO Röhrentaschenbuch 1965 Seite 101