Strahlpentode

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Senderöhren 6146B
Das Innere einer Strahlpentode mit aufgeschnittenem Anodenblech. Zu sehen sind die silberfarbenen Leitbleche und dazwischen die Gitter.
Doppel-Tetrode QQE 06/40

Eine Strahlpentode oder Beam-Power-Tetrode ist eine Elektronenröhre mit speziellen Blechen zur Konzentration des Elektronenstroms von der Kathode zur Anode. Sie taucht heute noch häufig in Gitarrenverstärkern und High Fidelity-Verstärkern der High-End-Klasse auf.

Geschichte[Bearbeiten]

Ingenieure des holländischen Elektronenröhrenherstellers Philips hatten zur Unterdrückung von Sekundärelektronen ein zusätzliches Gitter (Bremsgitter) zwischen die Anode und das Schirmgitter einer Tetrode geschaltet. Da Philips ein Patent auf diese Pentode besaß, suchten andere Hersteller nach anderen Lösungen, um Lizenzgebühren zu vermeiden. Die Ingenieure Sidney Rodda and Cabot Bull von EMI in Großbritannien entwickelten die Beam-Power-Tetrode und erhielten darauf im Jahr 1932 ein Patent.[1] Da die Herstellung als schwierig angesehen wurde, kam das Prinzip zur amerikanischen RCA, die dann mehrere erfolgreiche Beam-Power-Tetroden entwickelten.

Arbeitsweise[Bearbeiten]

Bei der Beam-Power-Tetrode wird das pentodentypische Bremsgitter durch speziell geformte Elektronenleitbleche ersetzt, die den Elektronenstrom von der Kathode zur Anode konzentrieren und durch einen Raumladeeffekt eine ähnliche Wirkung auf unerwünschte Emission von Sekundärelektronen der Anode entfalten wie das übliche Bremsgitter einer Pentode. Diese Röhre hat zwar ebenfalls fünf Elektroden im Elektrodensystem, deren Funktion prinzipiell auch denen in einer Pentode entspricht, zur Umgehung des Pentodenpatents wurde sie aber als (Beam-Power-)Tetrode bezeichnet.

Anwendung[Bearbeiten]

Der bekannteste Vertreter einer Strahlpentode ist die 6L6, die 1936 zunächst als Stahlröhre mit Oktalsockel von RCA auf den Markt gebracht wurde, später aber als Allglasröhre im Glaskolben hergestellt wurde. Die Leistung der 6L6 war für Anwendungen in Heimradios überdimensioniert, deshalb brachte RCA Ende 1937 die für derartige Anwendungen optimierte 6V6 heraus. Mit einer einzelnen Leistungsröhre dieses Typs konnten Verstärker im A-Betrieb mit ca. 5 Watt Ausgangsleistung hergestellt werden. Andere bekannte Vertreter dieses Röhrentyps sind die KT66 und die 1956 von General Electric Company (G.E.C.) eingeführte KT88, die häufig in High Fidelity-Verstärkern der High-End-Klasse verwendet wird.

In Gitarren-Röhrenverstärkern werden heute als Endstufenröhren meist, neben den Pentoden EL84 (z.B. Vox) oder EL34 (z.B. Marshall), die Strahlpentoden 6L6 oder 6V6 (z.B. Fender) verwendet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Strahlpentoden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. High Performance Audio Power Amplifiers, Ben Duncan, Newnes, 1996, ISBN 978-0-7506-2629-3, S. 402 (en)