Each Uisge

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Each Uisge

Das Each Uisge (schottisch-gälisch: [ɛxˈɯʃgʲə] - dt.: "Wasserpferd", engl.: "water horse") ist im schottischen Volksglauben eine gestaltwandelnde Kreatur des Feenreiches oder der Anderswelt (engl: Fairy Court, Seelie, Unseelie, Celtic Otherworld, Sìdhe), das der Sage nach die Lochs und Küstengewässer Schottlands bewohnt haben soll und gilt als eines der gefährlichsten Wassermonster der schottisch-keltischen Sagenwelt.

Etymologie[Bearbeiten]

Der Begriff Each Uisge gehört zu den in der keltischen Mythologie weitverbreiteten Kreaturen der "Wasserpferde", "each" bedeutet "Pferd" (lat.: equus) und "uisge" (lat.: aqua) bedeutet "Wasser". Vergleiche hierzu schottisch-gälisch: "each uisge", irisch-gälisch: "each uisce", anglisierte irische From: "aughisky", Manx: "Cabyll-ushtey" und "glashtin", Walisisch: "Ceffyl dŵr".[1]

Unterschied each uisge - each uisce/aughisky - kelpie[Bearbeiten]

Das "Each Uisge" kann leicht mit dem irischen "Aughisky" (anglisierte From von irisch-gälisch: "each uisce") verwechselt werden, dem die Erzählungen dieselben Fähigkeiten und eine ähnliche Verhaltensweise zusprechen, das aber die stehenden Gewässer Irlands bewohnt haben soll. Es galoppiert nicht am Strand entlang wie sein schottischer Verwandter und bewohnt auch nicht die fließenden Gewässer wie das "Kelpie".[2]

Erscheinen und Verhalten[Bearbeiten]

Wie das Kelpie ist es ein Gestaltwandler. Das Each Uisge kann vorwiegend in Gestalt eines wunderschönen strammen Hengstes, edlen Pferdes oder Ponys angetroffen werden. Es wartet in Ufer- oder Strandnähe auf Menschen, die – von der prächtigen Gestalt getäuscht – verlockt werden, das Pferd zu besteigen. Wenn ein Mensch aufgesessen war, stob das Each Uisge sofort in Richtung Meer bzw. See davon. Durch eine klebrige Substanz, die das Wasserpferd auf seinem Rücken absonderte, war das Opfer nicht mehr in der Lage, vom Rücken des Tieres abzusteigen bzw. sich fallen zu lassen. Nachdem die Kreatur sein feuchtes Element erreicht hatte, schwamm sie weit hinaus ins Meer oder zur tiefsten Stelle des Lochs, ertränkte seinen Reiter und verzehrte seine menschliche Beute beinahe vollständig. Nur die Leber wurde nicht verspeist. Das menschlich Organ wurde nach einer Attacke an das Ufer getrieben, was den Einheimischen als Hinweis diente, dass das Wasserpferd erneut ein Menschenleben gefordert hatte. So lange das Pferd an Land geritten wird, ist es harmlos, jedoch der Geruch von Wasser oder die kleinste Ansammlung von Wasser bedeutet das tödliche Ende seines arglosen Reiters. Das schottische Wasserpferd ist das bösartigste und gefährlichste aller Wasserpferde, obwohl es dem harmloseren Cabyll-Ushtey der Insel Manx ähnelt, das vorwiegend Vieh tötet. Manchmal manifestiert sein Äußeres sich auch als riesengroßer Vogel oder gutaussehender junger Mann. Die Kreatur nimmt für gewöhnlich die menschliche Gestalt an, um Frauen anzulocken. Es kann nur an den Wasserpflanzen in seinem Haar erkannt werden. Die Menschen im schottischen Hochland näherten sich Fremden und herumstreundenden Tieren daher nur misstrauisch und äußerst zögerlich. Anders als sein Verwandter in Irland bewohnt es das Meer an der schottischen Küste oder große ruhige Seen/Lochs im schottischen Binnenland, während das schottische Kelpie in fließenden Gewässern sein Unwesen treibt. Wie seine Verwandten in den keltischen Gebieten tötet es diejenigen, die auf ihm reiten wollen. Ähnlichkeiten finden sich auch zum schwedischen "Bäckahästen" [3] (dt.:Bachpferd) in Skandinavien. [4]

Erzählungen[Bearbeiten]

In schottischen volkstümlichen Erzählungen wird berichtet, wie ein Wasserpferd "each uisge" einmal als hübsches kleines Pferd vor einigen kleinen Mädchen in der Nähe von Aberfeldy, Tayside, auftauchte. Als die Kinder das Pony bestiegen, verlängerte es seinen Rücken, um alle aufzunehmen. Obwohl das Pferd zwischen den Felsen wild hin und her galoppierte, fiel keines der Kinder vom Rücken des Pferds. Am nächsten Morgen schwammen ihre Lebern auf der Oberfläche des nahegelegenen Lochs. Neben den menschlichen Opfern waren auch Vieh und Schafe Beute eines jeden Wasserpferdes und es konnte durch den Geruch von gebratenem Fleisch aus dem Wasser gelockt werden. Eine Geschichte von McKays More West Highlands Tales[5]lautet wie folgt: Ein Schmied der Insel Raasay schwor Rache für den Tod seiner hübschen Tochter, die von einem "each uisge" getötet worden war. Zusammen mit seinem Sohn schmiedete er eine Reihe großer Haken, die er am Ufer des Lochs verteilte. Dann röstete er ein Schaf und erhitzte die eisernen Haken, bis sie rotglühend waren. Schließlich stieg ein dichter Nebel vom Loch auf und das "each uisge" schwamm aus den Tiefen des Lochs empor, angelockt vom Geruch des gebratenen Schafs und packte dieses. Der Schmied und sein Sohn schlugen unverzüglich die rotglühenden Haken in das Fleisch des Untiers und nach einem kurzen Kampf war es regungslos. Am nächsten Morgen war von der Kreatur nichts mehr übrig als eine glibbrige Substanz.

Literatur[Bearbeiten]

  • Joane Eglantine Whitmore, Felicity Nightingale (Illustrator): Each Uisge Dhen Gleann Garaidh, The Glengarry Water Kelpie. Invergarry (Schottland) 2001, ISBN 0-9541291-0-5
  • Proceedings of the Society of Antiquaries of Scotland Volume 3 (1857-59) S. 127-44 Thomas F. W. L. Notice of Beehive Houses in Harris and Lewis; with Traditions of the Each-uisge,' or Water-horse, connected therewith.
  • Anne Ross: Folklore of the Scottish Highlands. Gloucester 2000, Seite 95-96. ISBN 0-7524-1904-8
  • Katharine Briggs, An Encyclopedia of Fairies, Hobgoblins, Brownies, Boogies, and Other Supernatural Creatures, "Each uisge", p 115–6. ISBN 0-394-73467-X.
  • Brian Froud, Alan Lee: Elfen, Goblins und Spukgestalten. Weltbild 2003, S. 120.
  • More West Highland Tales, Volume 2, J.F. Campbell, Dùn Èideann, 1994, duilleag 12. ISBN 1874744238

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.monstropedia.org/index.php?title=Each_uisge
  2. http://www.monstropedia.org/index.php?title=Each_uisce
  3. http://sv.wikipedia.org/wiki/B%C3%A4ckah%C3%A4st
  4. http://www.monstropedia.org/index.php?title=Each_uisge
  5. More West Highland Tales, Volume 2, J.F. Campbell, Dùn Èideann, 1994, duilleag 12. ISBN 1874744238

Weblinks[Bearbeiten]