Schottisch-gälische Sprache

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Schottisch-Gälisch (auch Gälisch, Ersisch oder schottische Sprache)

Gesprochen in

Schottland (UK), Kanada (Kanadisch-Gälisch in Nova Scotia; Australien, Vereinigte Staaten)
Sprecher ca. 58.000 in Schottland,[1] 2000 in Kanada,[2] 1600 in den Vereinigten Staaten und 800 in Australien[3]
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache von SchottlandSchottland Schottland
Sprachcodes
ISO 639-1:

gd

ISO 639-2:

gla

ISO 639-3:

gla

Die schottisch-gälische Sprache, (Gàidhlig /ˈɡaːlʲiɡʲ/; veraltet auch „Ersisch“) gehört zu den keltischen Sprachen und wird heute in Teilen Schottlands, namentlich auf Inseln der inneren und äußeren Hebriden, im Westen des Schottischen Hochlands sowie in Glasgow gesprochen. Nicht alle Sprecher, vor allem in Glasgow, sind allerdings Muttersprachler oder Erstsprecher, praktisch alle beherrschen auch das Englische.

Die Sprache gehört zum goidelischen Zweig der inselkeltischen Sprachen und ist eng mit dem Irischen und dem Manx verwandt. Die enge Verwandtschaft mit der irischen Sprache erklärt sich aus der Einwanderung von Skoten aus Irland nach Schottland seit dem 4. Jahrhundert.

Schottisch-Gälisch ist nicht mit dem Scots zu verwechseln, das sich aus dem Angelsächsischen entwickelt hat und somit zu den germanischen Sprachen zählt. Die veraltete Bezeichnung „Ersisch“ bezieht sich darauf, dass das Schottisch-Gälische mindestens bis ins 17. Jahrhundert selbst von Muttersprachlern (z. B. von Martin Martin) als „Irisch“ bezeichnet wurde. Dies lag für die damaligen Sprecher vermutlich nahe, da das Irische bis in diese Zeit als Schriftsprache für das Schottisch-Gälische diente. Der Name „Ersisch“ (engl. Erse) selbst ist eine Verballhornung des Worts Irish.

Geschichte[Bearbeiten]

Ungefähres Verbreitungsgebiet der schottisch-gälischen Sprache um 1400:[4]

Etwa im 4. Jahrhundert sind irischsprachige Bevölkerungsgruppen, vorwiegend aus dem Kleinkönigtum der Dál Riata im Norden Irlands, ins nahe Schottland ausgewandert und haben sich dort dauerhaft angesiedelt. Jahrhundertelang existierten zwei kleine Reiche dieses Namens, eines in Irland und eines in Schottland. Zwar konnten die Einwanderer den weitaus größten Teil des schottischen Territoriums erobern, jedoch wurde Schottland in seiner Geschichte nie vollständig irisch- bzw. gälischsprachig.

Die kulturellen Beziehungen nach Irland blieben bis ins 17. Jahrhundert sehr eng. Durch das gesamte Mittelalter hindurch wurde die weitgehend standardisierte irische Schriftsprache verwendet. Erste Belege für eine eigenständige Entwicklung des Schottisch-Gälischen sind im Book of Deer (wohl 10. Jahrhundert) enthalten. Aus dessen unregelmäßiger Orthographie gehen einige Hinweise auf eine eigenständige schottische Aussprache hervor. Es kann jedoch nicht sicher davon ausgegangen werden, dass zu dieser Zeit schon von einer eigenständigen Sprache die Rede sein kann. Zu dieser Zeit bildet das Schottisch-Gälische wohl lediglich einen Dialekt des Irischen. Erst das sogenannte Leabhar Deathan Lios Mòir (Book of the Dean of Lismore) aus dem frühen 16. Jahrhundert stellt einen sicheren Beleg dafür dar, dass sich das schottische vom irischen Gälisch soweit entfernt hat, dass zwei eng verwandte, aber getrennte Sprachen vorliegen. Diese Sammelhandschrift enthält Textpassagen in schottisch-gälischer Sprache, die in einer Orthographie geschrieben sind, die sich stark an der damaligen Aussprache des Scots orientiert. Durch diesen quasi „externen“ Blick auf die Sprache ergeben sich direkte Einblicke in die Aussprache der Zeit, die bei Verwendung der üblichen Orthographie so nicht möglich wären. Heute wird allgemein davon ausgegangen, dass die sprachliche Abtrennung des Schottischen vom Irischen zwischen dem 10. und dem 12. Jahrhundert begann, von einer eigenständigen Sprache aber erst ab dem 14. oder 15. Jahrhundert die Rede sein kann.

Während das Schottisch-Gälische aus den südlichen und östlichen Gebieten Schottlands im 17. und 18. Jahrhundert verdrängt wurde, setzte die Anglisierung in den westlichen Highlands erst im 19. und 20. Jahrhundert ein. Dieses Zurückdrängen der angestammten Sprache wurde vor allem durch äußere Einflüsse verursacht, beginnend mit dem Zusammenbrechen der Clan-Gesellschaft nach 1745 und besonders verstärkt nach Einführung der allgemeinen Schulpflicht im Jahre 1872 mit ausschließlicher Verwendung der englischen Sprache (die Verwendung des Gälischen im Unterricht oder auf dem Schulgelände wurde oft sogar bestraft).

Heutige Verbreitung[Bearbeiten]

Verbreitung von Schottisch-Gälisch in Schottland 2001

Die Zahl der Sprecher beträgt gemäß der Volkszählung von 2011 ca 58.000 Personen. Das sind ungefähr 1,1 Prozent der Bevölkerung Schottlands (1,1 % der Einwohner, die älter als 3 Jahre sind). Als tägliche Umgangssprache wird Gälisch überwiegend auf den Äußeren Hebriden (Western Isles/Na h-Eileanan Siar) von etwa 75 % der Bewohner verwendet. Seit dem Gaelic Language Act 2005 wird Gälisch auch im öffentlichen Sprachgebrauch der Gemeinde dort offiziell verwendet (Comhairle nan Eilean Siar). Den höchsten Anteil an Gälischsprechern gibt es in Barvas auf Lewis, etwas über 76 % der Bewohner benutzen die Sprache. Auf dem Festland der Nordwestküste des Hochlandes wird das Gälische in keiner Gemeinde von mehr als etwa 25 % der Bevölkerung verwendet. Die meisten Sprecher leben in Lochalsh im Hochland. In Glasgow (schott.-gäl. Glaschu, Ausspr. [ˈglasəxu]) gibt es für eine Stadt verhältnismäßig viele Sprecher des Gälischen. Dort existiert auch eine gälischsprachige Schule (bestehend aus Vorschule sowie Grundschule und Sekundarschule) Sgoil Ghàidhlig Ghlaschu [5] mit etwa 630 Schülern in der Woodside seit 2006, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die gälische Sprache auch bei der jüngeren Generation zu fördern. Alle Unterrichtsfächer werden durch das Gälische unterrichtet. Englisch ist nur ein Fach. Seit 2013 gibt es auch eine gälischsprachige Grundschule in der schottischen Hauptstadt Edinburgh Bun-sgoil Taobh na Pàirce[6] mit etwa 230 Schülern in der Bonnington Road. Neben einer Handvoll wirklich zweisprachiger Grundschulen auf den Äußeren Hebriden wird Gälisch im Unterricht vor allem in sogenannten Gaelic-medium units (GMU) an 61 Primary Schools mit fast 2000 Schülern (Stand 2005) verwendet. Von diesen Schulen befanden sich 25 auf den Western Isles, 18 im Highland und 6 in Argyll and Bute. Die Altersstruktur und damit die Prognose der Sprache für die Zukunft ist nach wie vor eher ungünstig, da sie meist nur noch von Leuten über 40 Jahren im täglichen Gebrauch benutzt wird. Dennoch gibt es erfolgreiche Bestrebungen, das Gälische zu pflegen; so wird von der BBC und Scottish Television regelmäßig ein gälisches Programm (Kultur, Kindersendungen, u. ä.) mit englischen Untertiteln ausgestrahlt. Des Weiteren unterhält die BBC ein gälischsprachiges Radioprogramm Radio nan Gaidheal.[7] In Stornoway auf Lewis strahlt das Grampian Television ebenfalls gälische Sendungen aus. Die BBC startete am 19. September 2008 den Kanal BBC Alba, der per Satellitenfernsehen in Schottland zu sehen ist. Die Übertragung per Freeview (DVB-T) und Kabelfernsehen ist geplant.[8] Die tägliche Nachrichtensendung an Là (Der Tag)[9] kann weltweit im Internet empfangen werden.

Prozentanteil der Gälischsprecher nach Alter, Schottland, 2001 und 2011[10]

Alter 2001 2011
Gesamtanteil 1,2 1,1
3-4 Jahre 0,5 0,7
5-14 Jahre 1,0 1,2
15-19 Jahre 0,9 1,0
20-44 Jahre 1,0 0,9
45-64 Jahre 1,4 1,1
65-74 Jahre 1,6 1,4
75-und älter 2,0 1,7

Die Zahl der Gälischsprachigen ist nur geringfügig rückläufig. Positiv ist, dass der Anteil der Sprecher unter 20 Jahren gestiegen ist. Die Sprecherzahlen haben sich in den letzten zehn Jahren somit stabilisiert.

Alle Sprecher des Gälischen sind zweisprachig (mit Englisch).

Trotz der engen Verwandtschaft zum Irischen können Sprecher der jeweiligen anderen Sprache nicht ohne Probleme miteinander kommunizieren, weshalb sie oft gezwungen sind, als Lingua franca auf das Englische auszuweichen. Ferner wird ein Dialekt des schottischen Gälisch, das kanadische Gälisch, in Nova Scotia (Insel Cape Breton) in Kanada nach vorsichtigen Schätzungen von etwa 500 bis 1000 vorwiegend älteren Menschen gesprochen.

Besonderheiten der Sprache[Bearbeiten]

Zu den Besonderheiten der schottisch-gälischen Sprache zählen, ähnlich wie bei anderen keltischen Sprachen, besonders dem Irischen und dem Manx, unter anderem die Lenierung (etwa „Erweichung“), die Nasalisierung sowie die Grund-Wortstellung Verb-Subjekt-Objekt. Fragen werden daher auch nicht wie im Deutschen über eine Voranstellung des Verbs, sondern hauptsächlich durch die Verbform (v.a. des Hilfsverbs "sein") markiert.[11] Ähnlich wie in manchen nordeuropäischen Sprachen werden stimmlose Verschlusslaute präaspiriert (vorbehaucht): tapadh leat – („danke dir“): /ˈtaxpa ˈlʲaet/

Lenierung:

Begriff Aussprache Übersetzung
màthair [maːher] Mutter
mo mhàthair [mo vaːher] meine Mutter
an cù [ən kuː] der Hund
do chù [do xuː] dein Hund
tha mi brònach [ha mi ˈbrɔːnəx] bin-ich-traurig = Ich bin traurig.
tha mi glè bhrònach [ha mi gleː ˈvrɔːnəx] bin-ich-sehr-traurig = Ich bin sehr traurig.
(A) bheil thu brònach? [a veɪl u ˈbrɔːnəx] Fragepartikel-bist-du-traurig? = Bist du traurig?

Grammatik[Bearbeiten]

Das schottische Gälisch ist syntaktisch einfacher als seine direkte Vorstufe, das Altirische. Der Satzbau folgt dem Muster PSO, nicht wie im Englischen SPO. Ein wesentliches Merkmal ist die Lenierung, die z. B. für die Bildung der Präteritalformen, des Kasus oder zur Veranschaulichung des Geschlechts sowie der Pluralbildung benutzt wird.

Beispiele:

òldh’òl – trink(en) – trank
am bàrd (Nom.), a’ bhàird (Gen.), a’ bhàrd (Dat.)
a bhròg − sein Schuh, a bròg – ihr Schuh
a’ bhròg – der Schuh, na brògan – die Schuhe

Anders als in den meisten indogermanischen Sprachen übernimmt ein Verbalnomen viele Aufgaben des nicht vorhandenen Infinitivs. Eine Eigentümlichkeit ist auch das habituelle Konzept für Tätigkeiten, die regelmäßig wiederkehren oder allgemeingültige Fakten darstellen („die Erde ist rund“, „sie geht jeden Tag zur Arbeit“).

Phonologie[Bearbeiten]

1. 18 Buchstaben (Grapheme) drücken durch Graphemkombinationen 88 Laute (Phoneme) aus:

Vokale
Monophthonge (1 Graphem) Monophthonge (2 Grapheme) Diphthonge (2 Grapheme) Diphthonge (3 Grapheme)
/a/ bata = Stock /ao/ aosda = alt /iu/ fliuch = nass /uai/ uair = Uhr
/à/ bàta = Boot /ea/ fear = Mann /ua/ fuar = kalt /aoi/ a-raoir = letzte Nacht
/e/ le = mit /ìo/ fìor = wahr /ia/ iar = Westen /eòi/ reòite = gefroren
/è/ dè = was /io/ bior = Nadel /eu/ feur = Gras /iùi/ ciùin = ruhig
/i/ i = sie /ai/ aimsir = Wetter /èi/ cèilidh = Besuch
/ì/ mìle = Meile /ài/ àireamh = Nummer /èa/ a' dèanamh = tun
/o/ fo = unter /ei/ beinn = Berg /èo/ bèo = Leben
/ò/ bròg = Schuh /ui/ a' cluich = spielen
/u/ rud = Ding /òi/ còig = fünf
/ù/ cù = Hund /ùi/ dùil = Hoffnung
Konsonanten – Grapheme
bh fh mh ph ch vor a,o,u ch vor e,i chd gh vor e,i th dh
/v/ /h/-/-/ /v/ /f/ /x/ /h/ /xk/ /j/ /h/ /j/
bha fhuair mhath phiseag loch chì cuideachd taigh tha dh'fhalabh
war fand gut Kätzchen See ich werde sehen auch Haus ist ging

Das Graphem /bh/ kann im Wortinnern stumm sein wie in „leabhar“ (Buch) – /ljioar/. Das Graphem /fh/ ist meistens stumm wie in „glè fhuar“ (sehr kalt). Das Graphem /mh/ klingt etwas nasaler als /bh/.

2. Lenierung (Erweichung, gehört zu den Anlautmutationen) verändert Plosive (b, p, t), Nasale (m) und Frikative (f,s): Die Anlautmutation tritt zum Beispiel nach dem Possessivpronomen „mo“ (mein) auf.

Plosiv b Plosiv p Plosiv t Nasal m Frikativ f Frikativ s
botal (Flasche) piuthar (Tochter) tunnag (Ente) muc (Schwein) fearann (Land) saighdear (Soldat)
mo bhotal mo phiuthar mo thunnag mo mhuc mo fhearann mo shaighdear
[v] [f] [h] [v] [] [h]

3. Im Irischen noch erkennbare Nasalisierung existiert nur noch als Echo, z. B. an còmhnaidh [ən ̃ɡɔːniː] statt [ən kɔːniː]ˈʲɡ

4. Stimmlose Plosive (p, t, c (k)) erfahren in den meisten schottischen Dialekten eine Präaspiration (tapadh: [taʰpə]); auf Arran, an der Nordseeküste und in anderen Dialekten fehlt dagegen diese Präaspiration. Als Folge existieren mehrere Aussprachevarianten: [hp, ht, hk], [xp, xt, xk] (Lewis), [p, t, xk], [hp, ht, xk].

5. Einige Laute (Phoneme) sind im Deutschen nicht geläufig. Beispiel: ao [ɯ] oder dh/gh [ɣ],[χ]

6. Schottisches Gälisch ist in der Orthografie konservativer als das Irische, das zur Vereinfachung einige stumme Grapheme getilgt hat: schottisch: „latha“ (Tag) /la:/; irisch „la“ (Tag) /la:/.

7. Die Betonung liegt im Schottisch-Gälischen auf der ersten Silbe, zum Beispiel Alba (Schottland), Gàidhlig (Gälisch), in Wörtern englischer Herkunft wird oftmals die Betonung der Herkunftssprache übernommen, zum Beispiel giotàr (Gitarre), piàno (Klavier).[12][13]

Verben[Bearbeiten]

Es gibt keinen Infinitiv; nicht finite Verbformen sind: Verbalnomen, Partizip Perfekt und Imperativ. Verben werden bestimmt durch Person/Numerus (nur im Konjunktiv), Modus (Indikativ/Konjunktiv), Genus Verbi (Aktiv/Passiv) und Tempus; daneben existieren eine unabhängige und eine abhängige Verbform (letztere ist jedoch nur bei unregelmäßigen Verben verschieden von ersterer).

Das Verb „sein“[Bearbeiten]

Es gibt zwei Formen des Verbs „sein“: das Verbum Substantivum (Verbalnomen, Tätigkeitshauptwort) „bi“ und die Kopula (abhängige Form) „is“. Die konjugierte Form des Verbs „bi“ lautet „tha“ im Präsens (Verbalnomen) in Aussagesätzen und „bheil“ in Fragesätzen. Die abhängige Form (Kopula „is“) wird in negativen Sätzen benutzt (an, cha, chan, nach)!

Aussagesatz Negation Frage negierte Frage Tempus
Tha mi toilichte. Chan eil mi toilichte. A bheil thu toilichte? Nach eil thu toilichte? Präsens
Bha mi toilichte. Cha robh mi toilichte. An robh thu toilichte? Nach robh thu toilichte? Präteritum
Bidh mi toilichte. Cha bhi mi toilichte. Am bi thu toilichte? Nach bi thu toilichte? Futur
Is mise Tom. Chan eil am mise Tom. Am mise Tom? Nach eil an tusa Tom? Präsens

Das Verbum Substantiv oder Verbalnomen dient der Charakterisierung eines Substantivs durch Adjektive und Phrasen: „X ist …“ (glücklich, müde, faul) Tha Tom toilichte. Tha i sgith. Tha thu leisg.

Die Kopula dient der Identifikation und Definition, dem Verbinden zweier Substantive: „X ist ein Y“ Is mise Tom (ich bin Tom), ’S e (Is e) Gearmailteach a th’ann. (Er ist Deutscher). Sie wird oft durch ’s abgekürzt.

Die Bejahung und Verneinung von Verben[Bearbeiten]

Frage Bejahung Verneinung Übersetzung
A bheil thu toilichte? Tha! Chan eil! Bist du glücklich?
An robh leabhar agad Bha! An robh! Hattest du ein Buch?
An deach thu? Chaidh! Cha deach! Gingst du?

Das Verb dient als Antwort bei Ja/Nein-Fragen, indem es in der positiven bzw. negativen Form wiederholt wird. Wird die Frage mit einer vom Verb „bi“ stammenden From eingeleitet, so wird eine Form dieses Verbs für die Antwort benutzt.

Tempora[Bearbeiten]

Präsens Präteritum Verwendung
Tha mi ag òl an cofaidh dubh. Bha mi ag òl an cofaidh dubh. Verlaufsform mit bi + Verbalnomen – „Ich bin/war am schwarzen Kaffeetrinken.“
Òl e an cofaidh dubh. Dh’ òl e an cofaidh dubh. abgeschlossene, einmalige Handlung (Erzählung), Lenierung mit „dh“ – „Ich trinke/trank schwarzen Kaffee.“
Dè a thu a’ dèanamh? Dè rinn thu? Fragepartikel plus unregelmäßige Verbform – „Was machst/machtest du?“
Leugh mi an lebhar. Leugh mi an lebhar. bei Verben mit (l + r) keine Lenierung des Verbs, keine Kennzeichnung – „Ich lese/las ein Buch.“
Fosgail mi an doras. Dh’fhosgail mi an doras. bei Verben mit (f) Lenierung „fh“ und zusätzlich mit „dh“ – „Ich öffne/öffnete die Tür.“
Ith mi an t-uabhal. Dh’ith mi an t-uabhal. bei Verben mit Vokal Lenierung mit „dh“ – „Ich esse/aß einen Apfel.“
    • eigene Verbformen nur für Präteritum, Futur, (nur bei Verbum Substantiv) Präsens, Konjunktiv in den genannten Zeiten, Passiv in den genannten Zeiten, Relativfutur und unpersönliche Form
    • Alle anderen Zeiten werden zusammengesetzt: Perfekt, Plusquamperfekt, Futur II.
    • Präsens wird durch Progressiv (Verlaufsform) ausgedrückt: „X ist am Schwimmen“ (Tha X a’ snàmh, wörtl: Ist X bei Schwimmen).
  • 10 unregelmäßige Verben (neben Verbum Substantivum und Kopula); dies sind gleichzeitig die am häufigsten gebrauchten Verben.
  • Im Konjunktiv 1. Person Singular/Plural verschmelzen Verb und Personalpronomen zu einem Wort: sgrìobhinn (ich schriebe)
  • Habituelle, wiederkehrende Aktivitäten in der Gegenwart werden durch das einfache Futur ausgedrückt, bzw. in der Vergangenheit durch den Konjunktiv.

Substantive[Bearbeiten]

Adjektive[Bearbeiten]

  • Bis auf wenige Ausnahmen steht das Adjektiv hinter dem Substantiv, das es beschreibt.
a’ chaileag bhàn – das blonde Mädchen
an duine maol – der kahle Mann
’S e duine eireachdail a th’ ann – Er ist ein gutaussehender Mann.
’S e duine laghach a th’ ann – Er ist ein netter Mann.
  • Eine geringe Anzahl von Adjektiven steht jedoch vor dem Substantiv und leniert dieses:
an ath-sheachdain – nächste Woche.

Präpositionalpronomen[Bearbeiten]

Die Zahlen von 1 bis 10[Bearbeiten]

Die Partikel „a“ steht vor der Numerale, wenn sie nicht zusammen mit einem Nomen verwendet wird. Die Zahlwörter 1 und 2 bewirken eine Lenierung (Behauchung) des Nomens und die Singuluarform wird für den Plural verwendet. Weibliche Nomen haben eine duale Form, wobei der letzte Konsonant schlank (slender) ist: dà chois, aber „aon chas“ und „trì casan“!

Gàidhlig Deutsch Gàidhlig cat m. (Katze) Gàidhlig cas f. (Fuß/Bein)
a h-aon eins aon chat aon chas
a dhà zwei dà chat dà chois
a trì drei trì cait trì casan
a ceithir vier ceithir cait ceithir casan
a cóig fünf cóig cait cóig casan
a sia sechs sia cait sia casan
a seachd sieben seachd cait seachd casan
a h-ochd acht ochd cait ochd casan
a naoi neun naoi cait naoi casan
a deich zehn deich cait deich casan

Die Zahlen von 11 bis 1.000.000[Bearbeiten]

Seit geraumer Zeit existieren bei den Zahlen von 20 bis 99 zwei Systeme nebeneinander: ein relativ modernes Zehnersystem (Dezimalsystem) und ein traditionelles Zwanzigersystem (Vigesimalsystem). In der Schule wird heutzutage jedoch meist das Zehnersystem gelehrt und benutzt. Für Numeralia über zwanzig wird meist das Vigesimalsystem verwendet, besonders bei Jahreszahlen oder Daten. Für die Zahlen 21–39 wird der Singular des Nomens verwendet. Das Nomen steht vor dem Zahlwort „fichead“ (zwanzig): „zwei Katzen zu zwanzig“ (= 22); „eine Katze zehn zu zwanzig“ (= 31); zwei (mal) zwanzig Katzen und eine (= 41) oder „vier (mal) zwanzigtausend – vierhundert – zwei (mal) zwanzig und dreizehn“ (= 80.453)! Tausend ist „mìle“ und Million heißt „muillean“. Beim Dezimalsystem wird grundsätzlich nur der Singular des Nomens verwendet.

Gàidhlig Deutsch
a h-aon deug 11
a dhà dheug 12
a trì deug 13
a ceithir deug 14
a cóig deug 15
a sia deug 16
a seachd deug 17
a h-ochd deug 18
a naoi deug 19
a fichead 20

Nomen mit Zahlwort Vigesimalsystem und Dezimalsystem

Gàidhlig (Vigesimal) Gàidhlig (Dezimal) Deutsch
dà chat ar fhichead fichead is a dhà cat 22 Katzen
naoi cait ar fhichead fichead is a naoi cat 29 Katzen
aon chat deug ar fthichead trithead is a h-aon cat 31 Katzen
dà fhichead cat is a h-aon ceathrad is a h-aon cat 41 Katzen
dà fhichead cat is a dhà dheug caogad is a dhà cat 52 Katzen
trì fichead cat is a sia seasgad is a sia cat 66 Katzen
trì fichead cat is a seachd deug seachdad is a seachd cat 77 Katzen
ceithir fichead cat is a h-ochd ochdad is a h-ochd cat 88 Katzen
ceithir fichead cat is a naoi deug naochad is a naoi cat 99 Katzen
mìle is dà fhichead cat 1040 Katzen
trì mìle seachd ceud ceithir fichead is a naoi cat 3789 Katzen
ceithir fichead mìle ceithir ceud dà fhichead is a trì deug cat 80.453 Katzen
deich ar fhichead trithead 30
dà fhichead is a deich caogad 50
trì fichead is a deich seachdad 70
  • neben Kardinalzahlen und Ordinalzahlen existieren eigene Zahlwörter für Personen von 1 bis 10
  • der indogermanische Dual ist noch erkennbar: Auf das Wort für „zwei“ folgt der Dativ Singular in der, wenn möglich, lenierten Form.[14] (z. B. aon phiseag: ein Kätzchen; dà phiseig: zwei Kätzchen; trì piseagan: drei Kätzchen.)

Sprachbeispiele[Bearbeiten]

Gàidhlig Deutsch
A bheil Gàidhlig agad? Sprichst du Gälisch?
Ciamar a tha thu? Wie geht es dir?
Cò as a tha sibh? Woher seid ihr?
Tha mi glè thoilichte! Ich bin sehr glücklich!
Chan eil mi ’tuigsinn. Ich verstehe nicht.
Dè thuirt thu? Was sagtest du?
Tha mi duilich! Es tut mir leid!
Latha breith sona dhuit. Alles Gute zum Geburtstag.
Tha gradh agam ort! Ich liebe dich!
Tha mi ’g iarraidh a dhol dhachaigh Ich will nach Hause gehen[15]

A-màireach[Bearbeiten]

Èiridh sinn aig seachd uairean ’s a’ mhadainn a-màireach agus gabhaidh sinn air bracaist anns a’ chidsin. Ithidh mise ugh agus tost. Ithidh mo charaid, an duine agam hama agus ugh. ’S toil leamsa uighean ach cha toil leam hama. Òlaidh mi cofaidh gun bainne, gun siùcar agus òlaidh e tì làidir le bainne agus dà spàinn siùcar. Tha sinn glè shona seo! Tha e grianach agus an latha breagha an-diugh! Tha sinn a ’falbh anns a’sgoil a-màireach. Coimheadaidh sinn air an tidsear fhad ’s a sgrìobhas ise rudan air a’ chlàr-dubh.

Übersetzung: Am Morgen[Bearbeiten]

Wir stehen um sieben Uhr am frühen Morgen auf und nehmen unser Frühstück in der Küche ein. Ich esse Eier und Toast. Mein Freund isst etwas Schinken und Ei. Ich liebe Eier, aber ich mag Schinken nicht. Ich trinke Kaffee ohne Milch, ohne Zucker und er trinkt starken Tee mit Milch und zwei Löffeln Zucker. Wir sind sehr glücklich hier. Es ist sonnig und ein schöner Tag heute. Wir gehen am Morgen in die Schule. Wir sehen unseren Lehrer, der die ganze Zeit über etwas ins Klassenbuch schreibt.

Language Code[Bearbeiten]

Zweisprachiges Bahnhofsschild in Glenfinnan im schottischen Hochland

Der Language Code ist GD (nach ISO 639-1) oder GLA (nach ISO 639-2).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census 2001 Scotland: Gaelic speakers by council area
  2. Oifis Iomairtean na Gaidhlig
  3. Australische Regierung Office of Multicultural Interests (PDF). Stand 27. Dezember 2007.
  4. nach  David Ross: Scottish Place-Names. 1 Auflage. Birlinn, Edinburgh 2001, ISBN 1-84158-173-9, S. 24ff.
  5. http://www.glasgowgaelic.glasgow.sch.uk/
  6. www.myjobscotland.gov.uk, 7. April 2013
  7. Radio nan Gaidheal: gälischsprachiges Radioprogramm der BBC
  8. BBC News
  9. Nachrichtensendung des gäl. Fernsehprogramms
  10. Source: National Records of Scotland © Crown copyright 2013
  11. http://wals.info/languoid/lect/wals_code_gae
  12. Henry Cyril Dieckhoff: A Pronouncing Dictionary of Scottish Gaelic. Gairm Publications, Glasgow 1992.
  13. Katherine M. Spadaro, Katie Graham: Colloquial Scottish Gaelic. Routledge, New York 2008, ISBN 978-0-415-20675-4.
  14. Colin Mark: Am Faclair Gàidhlig-Beurla. Routledge, London 2004, ISBN 0-415-29761-3, S. 706.
  15. Morag MacNeill: Everyday Gaelic. Gairm Publications, Glasgow 1994.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikipedia auf Schottisch-Gälisch
 Commons: Schottisch-Gälisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien