Eduard Seler

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Caecilie Seler-Sachs und Eduard Georg Seler
Eduard Seler
Ehrengrab, Bergstraße 38, in Berlin-Steglitz

Eduard Georg Seler (* 5. Dezember 1849 in Crossen an der Oder, Provinz Brandenburg; † 23. November 1922 in Berlin) war Altamerikanist und Altmexikanist.

Leben[Bearbeiten]

1876 unterrichtete Seler am Dorotheenstädtischen Gymnasium in Berlin. Die Stelle musste er aus gesundheitlichen Gründen aufgeben und bis zu seiner Heirat als Privatgelehrter arbeiten. Er studierte Mathematik, Mineralogie, Botanik und Paläontologie. 1887 promovierte er in Leipzig über Mayasprachen. 1892 wurde er Direktionsassistent am Museum für Völkerkunde in Berlin. 1894 habilitierte er sich in Berlin über mexikanische Bilderhandschriften. Zwischen 1887 und 1910 unternahm er sechs Reisen nach Mexiko und schuf eine umfangreiche archäologische und botanische Sammlung. 1899 erhielt er eine Professur für amerikanische Sprachen, Völkerkunde und Altertumskunde an der Universität Berlin. 1903 übernahm er im Museum für Völkerkunde die Leitung der Amerikaabteilung. Von 1910 bis 1911 bekleidete er die Funktion des Direktors des Internationalen Archäologischen Instituts in Mexiko.

In seiner wissenschaftlichen Arbeit befasste sich Seler schwerpunktmäßig mit altindianischen Schriften, Religionen und Mythen. Seler gilt als Begründer der deutschen Altmexikanistik und Altamerikanistik.

1919 wurde er Ehrenmitglied der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte.

Seler wurde auf dem Friedhof Steglitz in Berlin-Steglitz beigesetzt. Die Grabstätte gehört zu den Ehrengräbern des Landes Berlin.

Ein Teilnachlass von Eduard Seler befindet sich im Ibero-Amerikanischen Institut Preußischer Kulturbesitz in Berlin.

Seler war mit Cäcilie Seler-Sachs (1855–1935) verheiratet, die ihn wesentlich bei seinen Reisen und Forschungen unterstützte.[1][2] Sie verwaltete nach seinem Tode den Nachlass, veröffentlichte daraus Publikationen und hielt Vorträge zur Geschichte Amerikas.

Werke[Bearbeiten]

  • Die alten Ansiedlungen von Chaculá im Distrikt Nenton des Departements Huehuetenango der Republik Guatemala
  • Der Charakter der aztekischen und der Mayahandschriften
  • Einige Kapitel aus dem Geschichtswerk des Fray Bernardino de Sahagun
  • Gesammelte Abhandlungen zur Altamerikanischen Sprach- und Altertumskunde
  • Das Konjugationssystem der Mayasprache
  • Die mexikanischen Bilderhandschriften Alexander von Humboldts in der Königlichen Bibliothek zu Berlin
  • Mittelamerikanischen Musikinstrumente
  • Die Monumente von Copan und Quiriguá und die Altar-Platten von Palenque
  • Die Quetzalcouatl-Fassaden yukatekischer Bauten
  • Die Quirimba und ihre Nachbarn
  • Die Ruinen von Uxmal
  • Die Stuckfassade von Acanceh in Yucatan
  • Wandmalereien von Mitla: eine mexikanische Bilderhandschrift in Fresco
  • Wo lag Aztlan, die Heimat der Azteken?
  • Die Teotiuacan-Kultur des Hochlands von Méxiko

Film[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eduard Seler und Cäcilie Seler-Sachs - Pioniere der Altamerikanistik (PDF; 5 kB)
  2. Spanischer Literaturnachweis