Eduard Hach

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Eduard Hach, Foto von Hermann Linde der Ältere

Ernst Wilhelm Eduard Hach (* 23. Dezember 1841 in Lübeck; † 25. März 1917 ebenda) war ein deutscher Verwaltungsjurist, Historiker, Archivar und Heimatforscher.

Leben[Bearbeiten]

Hach war der mittlere von drei Söhnen des Lübecker Senators Hermann Wilhelm Hach und Enkel des Oberappellationsgerichtsrates Johann Friedrich Hach. Seine Mutter Johanna Ernestine (1811–1889) war die Tochter des Gerichtspräsidenten Heise. Adolph Hach und Theodor Hach waren seine Brüder.

Nach dem Besuch des Katharineums, das er 1860 als Primus Omnium abschloss, studierte er Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn, Berlin und ab 1862 Göttingen, wo er 1864 zum Dr. jur. promoviert wurde. Im Herbst desselben Jahres bestand er das Juristische Examen vor dem Oberappellationsgericht der vier Freien Städte und erhielt die Zulassung als Advokat und Notar. Ab 1866 arbeitete er in der Stadtverwaltung, zunächst als Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter des Kanzleisekretärs mit der Führung der Zivilstandsregister betraut. 1871 erhielt er eine feste Anstellung als 2. Senatssekretär und stieg 1885 zum 1. Senatssekretär (Protonotarius) auf.

Er war wie sein Vater und seine Brüder Mitglied der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit und 1872 bis 1875 einer ihrer Vorsteher. Bei vielen der von der Gesellschaft betriebenen Einrichtungen war er im Vorstand vertreten: So war er 1869 bis 1876 Vorsteher der Industrieschule, 1881 bis 1890 Vorsteher der Gesangsklasse und von 1895 bis 1904 Vorsteher des Museums für Lübeckische Kunst und Kulturgeschichte.

Nebenamtlich wirkte er im Archiv der Hansestadt Lübeck, das er 1907 zwischen dem Tod des Archivars Paul Ewald Hasse und dem Amtsantritt von Johannes Kretzschmar auch vorübergehend leitete. Es gelang ihm, die komplizierte Überlieferung und Rechtsverhältnisse der für Lübeck so wichtigen Privat-Wohltätigkeits-Anstalten (Stiftungen) zu ordnen und darzustellen. Als einer der ersten erkannte er den Quellenwert der im Archiv verwahrten Rechnungsbücher und Testamente, denen er verschiedene Veröffentlichungen in der Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde widmete. Die von ihm begonnenen Regesten der Bürgertestamente bildeten die Grundlage für ihre kritische Ausgabe durch Ahasver von Brandt. Seine Sammlung Lübecker Personalia und Berufe im Archiv ist noch heute ein Hilfsmittel, das in seiner Verläßlichkeit wohl unübertroffen ist.[1]

Hach liebte Musik und war auch kompositorisch tätig. 1870 bis 1878 war er Vorsitzender des Musikvereins und von 1876 bis 1885 Vorsitzender der Lübecker Liedertafel. Er verfasste deren Festschriften zum vierzig- und fünfzigjährigen Jubiläum und erarbeitete den Real- und Zettelkatalog der reichhaltigen Bibliothek des Musikvereins, die 1876 vom Senat für die Stadtbibliothek erworben wurde.

Der Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde ernannte ihn zu seinem Ehrenmitglied.

Seit 1870 war er verheiratet mit Helene, geb. von Großheim (* 20. Februar 1820 in Lübeck; † 28. April 1822 ebenda), einer Tante von Carl von Großheim. Das Paar hatte drei Töchter und sechs Söhne.

Werke[Bearbeiten]

  • Die Lübecker Liedertafel während der ersten vier Jahrzehnte ihres Bestandes: 1842–1882. Für die Mitglieder als Manuskript gedruckt. Lübeck: Schmidt & Erdtmann 1883
  • Die Lübecker Liedertafel während des fünften Jahrzehnts ihres Bestandes 1882–1892: Zum 50jährigen Stiftungsfeste für die Mitglieder. Lübec: Borchers 1892
  • Verzeichnis der Privat-Wohltätigkeits-Anstalten in Lúbeck mit Angabe der Stiftungszwecke und der derzeitigen Verwaltung. Lübeck 1898
  • 'Verzeichnis der Privat-Wohltätigkeits-Anstalten im Lübeckischen Freistaate. Lübeck 1901

posthum:

  • Regesten der Lübecker Bürgertestamente des Mittelalters / auf Grund der Vorarbeiten von Eduard Hach ... bearb. und hrsg. von A. von Brandt. Lübeck: Schmidt-Römhild 1964ff

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Graßmann (Lit.) S. 271