Einsamkeit (Insel)

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Einsamkeit
Umrisse der Einsamkeit
Umrisse der Einsamkeit
Gewässer Karasee
Geographische Lage 77° 30′ N, 82° 30′ O77.49805555555682.50055555555630Koordinaten: 77° 30′ N, 82° 30′ O
Einsamkeit (Region Krasnojarsk)
Einsamkeit
Länge 11,5 km
Breite 5,2 km
Fläche 20 km²
Höchste Erhebung 30 m
Einwohner (unbewohnt)
Lage in der Karasee
Lage in der Karasee

Die Einsamkeit (russisch остров Уединения, norwegisch Ensomheden) ist eine unbewohnte russische Insel in der Karasee.

Geographie[Bearbeiten]

Die Insel ist 11,5 Kilometer lang, 5,2 Kilometer breit und hat eine Landfläche von 20 km². Sie gehört verwaltungsmäßig zur Region Krasnojarsk. Die höchste Erhebung über dem Meeresspiegel beträgt etwa 30 Meter im Südwesten.

Der Umriss der Insel ähnelt dem eines Atolls. Das Festland der Insel umschließt fast komplett die Laguna Sewernaja („Nordlagune“), die nur im Norden eine schmale Öffnung zum Meer hin aufweist. Bei der so genannten Lagune handelt es sich tatsächlich um eine fast 20 km² große Meeresbucht, die im Norden, Osten und Süden nur durch schmale Nehrungen vom offenen Meer abgetrennt ist. Die Fläche der Laguna Sewernaja ist also Meeresgebiet und geht nicht in die Fläche der Insel ein. Anders verhält es sich mit dem Osero Medweschje, einem Binnensee im Süden der Insel.

Der Westen der Insel ist von Fließgewässern durchzogen, die nach Osten zur Lagune hin abfließen und deren längstes der Rutschej Iogensena ist.

Sie ist Bestandteil des 1993 eingerichteten Großen Arktischen Naturreservats, des größten russischen Naturschutzgebiets.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Insel wurde am 26. August 1878 vom norwegischen Seefahrer Edvard Holm Johannesen aus Balsfjord bei Tromsø entdeckt[2] und 1914 von Otto Sverdrup erstmals betreten.[3]

Anfang der 1930er Jahre wurde hier der Halswirbel eines Plesiosauriers gefunden.

Am 8. September 1942 vernichtete das deutsche U-Boot U 251 eine auf der Einsamkeit befindliche sowjetische Wetterstation durch von Bord abgefeuerte Granaten und tötete die sowjetische Besatzung (vgl. Unternehmen Wunderland). Die kleine Wetterstation wurde gleich wieder aufgebaut und war während der Zeit des Kalten Krieges ständig mit einem Stationswärter besetzt. Sie wurde am 23. November 1996 aufgegeben.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Großes Arktisches Naturreservat im Informations- und Auskunftssystem Besonders geschützte Naturgebiete Russlands des Zentrums für Naturschutz (russisch), abgerufen am 1. April 2012.
  2. a b Judith Schalansky: Atlas der abgelegenen Inseln. Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde, Mare, Hamburg 2009, ISBN 978-3-86648-117-6, S. 26 (Leseprobe mit Karte der Einsamkeit; PDF; 1,1 MB).
  3. Kurt Hassert: Die Polarforschung. Geschichte der Entdeckungsreisen zum Nord- und Südpol, Wilhelm Goldmann Verlag, München 1956, S. 137.

Weblinks[Bearbeiten]