Elaine Keillor

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Elaine Keillor (* 2. September 1939 in London, Ontario) ist eine kanadische Pianistin und Musikwissenschaftlerin.

Leben[Bearbeiten]

Keillor hatte Klavierunterricht bei ihrer Mutter, Lenore Stevens Keillor, und Reginald Bedford und besuchte Meisterklassen von Claudio Arrau (1956) und Harold Craxton (1959 und 1962). Im Alter von elf Jahren begann sie ihre Karriere als Solo- und Konzertpianistin. Sie trat in Kanada, den USA, Deutschland und anderen europäischen Ländern sowie der Sowjetunion (1962) auf und spielte Aufnahmen für den Rundfunk und das Fernsehen ein. Zu ihrem Repertoire gehören Kompositionen von Bach, Schumann, Saint-Saëns, Rachmaninow, Tschaikowski und anderen. Daneben spielte sie Uraufführungen von Werken zeitgenössischer kanadischer Komponisten wie Patrick Cardy, Nicole Carignan, Michael Colgrass, Clifford Ford, Vivian Fung, Mary Gardiner, Maya Badian, Peter Paul Koprowski, Alexina Louie, Elma Miller, Mark Mitchell, Jean Papineau-Couture, David Thériault und John Weinzweig.

1984 gab Keillor ein Solokonzert in der Carnegie Hall. Neben ihrer Arbeit als Solo- und Konzertpianistin trat sie auch in verschiedenen kammermusikalischen Formationen und im Duo mit Christina Petrowska-Quilico auf. Nach 1990 nahm sie an Festivals wie dem Year of Indigenous Peoples (1993), dem Ottawa Chamber Music Festival (1998) und dem Festival of Music by Women (2002) auf und spielte eine Reihe von Aufnahmen für Carleton Sound ein.

Keillor war von 1972 bis 1974 Assistentin an der University of Toronto und unterrichtete dann an der York University (1976–77), der Queens University und der McMaster University. Von 1977 bis 2002 gehörte sie der Musikfakultät der Carleton University an. Sie arbeitete wissenschaftlich auf dem Gebiet der Biographie und Bibliographie des kanadischen Musiklebens im 19. und 20. Jahrhundert sowie der Musik der Ureinwohner von Nordkanada. Für die Canadian Musical Heritage Society (CMHS) gab sie mehrere Bände kanadischer Klavier- und Orchestermusik heraus und schrieb eine Biographie des Komponisten John Weinzweig sowie Artikel für die Encyclopedia of Music in Canada, The Canadian Encyclopedia, das New Grove Dictionary, Die Musik in Geschichte und Gegenwart und The Garland Encyclopedia of World Music.

Von 1989 bis 2000 war sie Vizepräsidentin der CMHS, deren Präsidentin sie seitdem ist. Sie war Mitglied der American Musicological Society, der Society for Ethnomusicology und der Social Sciences Federation of Canada und Repräsentantin der Canadian University Music Society. 1999 erhielt sie den ersten Canadian Women’s Mentor Award in der Kategorie Kunst und Kultur. 2004 wurde sie für ihre Verdienste um die Dokumentation und Publikation von Quellen zur kanadischen Musikgeschichte mit dem Helmut Kallmann Award ausgezeichnet.

Diskographie[Bearbeiten]

  • Piano Music by Torontonians 1834–1984, 1984
  • Piano Pieces of Barbara Pentland, 1997
  • Views of the Piano Sonata, 1998
  • By a Canadian Lady: Piano Music 1841–1997, 2000
  • Canadians at the Keyboard, 2000
  • Canadian Sounds, 2001
  • Romance: Early Canadian Chamber Music, 2002
  • Mary Gardiner Works for Piano and Voice, 2002
  • Legend of the First Rabbit
  • Canadian Compositions for Young Pianists
  • Sounds Of North: Two Centuries Of Canadian Piano, 2012

Schriften[Bearbeiten]

  • Piano Music I (Hrsg.), CMHS, 1983
  • Piano Music II (Hrsg.), CMHS, 1986
  • Music for Orchestra (Hrsg.), CMHS, 1994
  • Music for Orchestra III (Hrsg.), CMHS, 1995
  • John Weinzweig: The Radical Romantic of Canada, Scarecrow Press, 1994
  • Music in Canada: Capturing Landscape and Diversity, McGill/Queen's Press, 2006