Pianist

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Dieser Artikel behandelt den Musikberuf. Zum Film von 2002 und der Buchvorlage von 1999 siehe Der Pianist.
Der vergötterte Interpret: Franz Liszt in einer Karikatur von 1842

Ein Pianist (von italienisch Pianoforte, kurz: Piano „Klavier“) ist ein Musiker, der Klavier spielt.

Ausbildung[Bearbeiten]

Der Beruf des Konzertpianisten erfordert es, meist schon im Kindesalter mit dem Klavierunterricht in einer Musikschule oder bei einem Klavierlehrer zu beginnen, um Spieltechnik und künstlerische Gestaltungsmöglichkeiten des Instruments zu erlernen. Ein akustisches Instrument wie Pianino oder Konzertflügel ist dabei unerlässlich, der Unterricht an einem Keyboard reicht nicht aus, da hier eine gewichtete Klaviatur, der volle Umfang von 88 Tasten und die drei Pedale fehlen. In der Regel umfasst die Ausbildung auch Musiktheorie und Musikgeschichte.

Bei entsprechendem Talent und fortgeschrittenen Fähigkeiten absolviert der angehende Pianist dann ein Hauptfachstudium an einer Musikhochschule oder einem Konservatorium. Im Vordergrund dieser Hochschulausbildung stehen nun weniger die technischen als die künstlerischen Bereiche. Nach der künstlerischen Reifeprüfung schließt sich ein Konzertexamen an; zur Vervollkommnung können Meisterkurse folgen. Manche Pianisten legen bereits während ihrer Ausbildung einen beruflichen Schwerpunkt ihrer späteren Berufslaufbahn fest.

Der Beruf des Pianisten[Bearbeiten]

Das Berufsfeld umfasst das ganze Repertoire der E-Musik - d.h. vom Barock (Bach), über Klassik (Mozart, Beethoven), Romantik (Chopin) bis hin zur Neuen Musik (Henze, Lachenmann, Stockhausen, Crumb).

Konzertante Musik[Bearbeiten]

Tasteninstrumente spielen seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle in der musikalischen Ausbildung. Sie eignen sich gut zur kompositorischen Vorarbeit, weil hier Akkorde und allgemein harmonische Fortschreitungen viel leichter spielbar sind als auf Streich- oder Blasinstrumenten. Schon in der Barockzeit traten Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Domenico Scarlatti als gefeierte Virtuosen auf dem Cembalo bzw. auf der Orgel auf. Zahlreiche spätere Komponisten wie Ludwig van Beethoven, Franz Liszt, Frédéric Chopin oder Sergei Rachmaninoff waren zugleich virtuose Konzertpianisten. Einige von ihnen, z. B. Sergei Prokofjew, schrieben einen Großteil ihrer Werke für den eigenen Konzertgebrauch; andere wie Alfredo Casella oder Béla Bartók waren zu Lebzeiten weniger als Komponisten, eher als Klavierprofessoren bekannt. Dank ihrer pianistischen Fähigkeiten haben sie die Klavierliteratur um zahlreiche brillante Solowerke vermehrt.

Zum solistischen Spiel zählen einerseits Werke für ein einzelnes Klavier oder für zwei und mehr Klaviere (und Nebengattungen wie z. B. vierhändiges Spiel), andererseits die Solokonzerte für diese Instrumente und Orchester.

Durch den großen Umfang des Repertoires entscheiden sich manche Pianisten dafür, die Werke weniger Komponisten bzw. einer einzelnen Musikepoche in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen: So konzentriert sich z. B. Alfred Brendel größtenteils auf die Wiener Klassik, Arthur Rubinstein spielte hauptsächlich Chopin und Glenn Gould beschäftigte sich sehr intensiv mit Bach. Manche Pianisten wie Alfons und Aloys Kontarsky traten vorwiegend als Duo auf und konzentrieren sich auf Werke für zwei Klaviere.

Kammermusik und Lied[Bearbeiten]

Ein zweiter Bereich ist die Kammermusik, die ein Klavier als Begleitung eines anderen Instruments und in Besetzungen als Trio, Quartett oder Quintett vorsieht. Vor allem das Klaviertrio fordert einen Spieler, der vollendete pianistische Fertigkeiten besitzt.

Bei einigen Werken wie z. B. Ludwig van Beethovens Tripelkonzert op. 56 oder Alban Bergs Kammerkonzert für Klavier, Geige und 13 Bläser überschneiden sich die Anforderungen an den Pianisten, er muss das solistisch-konzertante wie das kammermusikalische Spiel beherrschen.

Ein herausgehobener Teilbereich der Kammermusik ist die Liedbegleitung. Sie erfordert psychologisches Einfühlungsvermögen, um Klavierlieder in der Folge der RomantikFranz Schubert, Robert Schumann, Johannes Brahms, Hugo Wolf, Richard Strauss u. a. – der Gesangsstimme angemessen zu interpretieren. Manche Pianisten wie Glenn Gould haben nur vereinzelt in diesem Bereich gespielt, manche wie Hartmut Höll, Michael Raucheisen oder Gerald Moore ihre Arbeit fast oder ganz auf die Liedgestaltung beschränkt. Auch hier ist eine feste Arbeitspartnerschaft mit einer Sängerin oder einem Sänger die Regel.

Kammermusik und vor allem Liedbegleitung erfordern eine besondere Ausbildung, die an einigen Musikhochschulen als Studienschwerpunkt angeboten wird.

Berufsaussichten für Pianisten[Bearbeiten]

Die Berufsaussichten für Pianisten haben sich in Deutschland in den letzten Jahren zusehends verschlechtert. Wer nicht in die überschaubare, absolute Spitzengruppe der Solisten aufsteigt, ist mehr und mehr gezwungen, für kleine und kleinste Gagen Auftritte zu absolvieren. Auch der Beruf des Klavierlehrers hat an Attraktivität verloren. Dazu tragen maßgeblich auch die öffentlichen Musikschulen bei, die kaum mehr feste Anstellungsverträge vergeben, sondern nur noch Honorarkräfte beschäftigen. Damit zählen Klavierlehrer zum sogenannten "Neuen Künstlerprekariat", das laut Künstlersozialkasse durchschnittlich 1.000 Euro Brutto Monatsgehalt meldet. Die Altersarmut ist hier vorgezeichnet. Fast alle Klavierklassen an den Musikhochschulen verzeichnen infolgedessen einen starken Rückgang deutscher Bewerber, während der Zustrom an Studierenden aus asiatischen Ländern ungebrochen anhält.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Pianist – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen