Eleftherotypia
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Eleftherotypia (griechisch Ἐλευθεροτυπία/ "Pressefreiheit") ist eine in Athen erscheinende Boulevard-Tageszeitung linker Ausrichtung. Sie ist eine der am weitesten verbreiteten Zeitungen des Landes. Eleftherotypia gibt auch eine Sonntagsausgabe Kyriakatiki Eleftherotypia (griechisch Κυριακάτικη Ἐλευθεροτυπία) heraus, diese veröffentlicht unter anderem Beiträge aus Le Monde diplomatique.
Eleftherotypia, die 1975 erstmals erschien, gehörte ihren Journalisten, bis die Brüder Tegopoulos sie übernahmen. Der derzeitige Herausgeber ist Thanasis Tegopoulos, der auch die traditionell sozialistische Ausrichtung des Blattes beibehalten hat.
Jeden Mittwoch enthält die Zeitung das Comic-Magazin "9", das wöchentlich über circa 200.000 Leser verfügt. Dieses Magazin veranstaltet regelmäßig Comic-Ausstellungen und jedes Jahr einen Wettbewerb für junge talentierte Comic-Zeichner.
Im Zuge der griechischen Finanzkrise wurde im Juli 2011 ein kompletter Zahlungsstopp für die Gehälter aller Angestellten verfügt. Es sind ca. 700 Menschen betroffen. Trotzdem wurde die Zeitung zunächst weiter herausgegeben. [1]. Anfang 2012 erschien die Zeitung jedoch nicht mehr und die Besitzer stellten Insolvenzantrag [2]
Ab Mitte Februar 2012 wird die Zeitung. als Wochenzeitung Eleftherotypia der Redakteure, in Selbstverwaltung von der Belegschaft produziert.[3]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Internationales
Die Zeitung vertritt eine globalisierungskritische Haltung, die auch eine distanzierte Haltung zur aktuellen Politik der US-Regierung beinhaltet.
[Bearbeiten] Kritik
Im Dezember 1975 wurde der Leiter der CIA-Niederlassung in Athen, Richard Welch von der Terroristengruppe 17. November ermordet. Ein Bekennerschreiben wurde an die Eleftherotypia versandt, die es am folgenden Tag veröffentlichte. Bis zur Verhaftung der Mitglieder der Terroristengruppe im Jahre 2002 wurden noch mehrmals Mitteilungen derselben in der Zeitung Eleftherotypia veröffentlicht. Auch andere linksextreme Terroristengruppen wie ELA sowie kleinere anarchistische Gruppierungen sandten ihre Schreiben ausschließlich der Eleftherotypia. Auch heute noch setzen sich terroristische Vereinigungen bevorzugt mit Eleftherotypia in Verbindung, um sich zu Bombenattentaten in Athen zu bekennen. Kritiker werfen den Zeitung vor, sie würde solche Bekennerschreiben und Manifeste kritiklos veröffentlichen, sowie dass sie es bis 2001 stets unterlassen hat, terroristische Akte zu verurteilen. Da Redakteure der Eleftherotypia sich auch durch Kritik an Anti-Terrorismus-Gesetzen weltweit hervorgetan haben, wird die Zeitung vielfach der Unterstützung für den Terrorismus beschuldigt.[4]
Im November 2005 befand ein Athener Berufungsgericht den Verlag (Tegopoulos-Verlag), den Redakteur Serafim Fintanidis und zwei weitere Mitarbeiter der Eleftherotypia für schuldig, mit einem Artikel über den Prozess gegen die Terroristengruppe 17. November den Staatsanwalt Christos Lambrou verleumdet zu haben. Sie wurden zur Zahlung von je 60.000 Euro an Lambrou verurteilt.[5]
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ [1] Spiegel.de: Artikel zur Schuldenkrise
- ↑ Der Standard vom 4. Januar 2012:"V"
- ↑ Überleben in Griechenland: Die Freiheit, weiterzumachen, von Margarita Tsomou, TAZ, 14.2.2012
- ↑ Manolis Vasilakis, "Kala na pathoun", ISBN 960-252-007-8 A research on the reactions of Greek media and the public after the 9/11 attacks.
- ↑ [2] Artikel der Informaworld