Elei Sinai

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Elei Sinai (hebräisch ‏אֱלֵי סִינַי‎) "Auf zum Sinai" war eine von drei israelischen Siedlungen am Nordrand des Gazastreifens. Sie bildete mit den Siedlungen Dugit und Nisanit ein geschlossenes Gebiet israelischer Siedlungen und grenzte im Nordwesten ans Mittelmeer. Im Süden grenzte die Siedlungen an die palästinensische Stadt Atrata.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Auffanglager von Siedlern aus Elei Sinai nahe Jad Mordechai

1967–2004[Bearbeiten]

Der Gazastreifen wurde durch Israel im Jahre 1967 militärisch besetzt. Elei Sinai wurde im Jahr 1982 (nach dem Jüdischen Kalender im Sukkot 5743) durch eine Gruppe jüdischer Siedler gegründet, die aus Jamit im Nordosten der Sinai-Halbinsel stammten. Jamit war geräumt worden, als der Sinai 1982 entsprechend dem Israelisch-Ägyptischen Friedensvertrag von 1979 an Ägypten zurückgegeben wurde.

Zwischen 2001 und 2004 wurden mehrere Attentate durch militante Palästinenser verübt.[2][3][4][5]

2005[Bearbeiten]

Im Jahre 2004 gab die israelische Regierung bekannt, dass im Zuge des einseitigen Abkopplungsplans Israels alle israelischen Siedlungen im Gazastreifen, unter anderem Elei Sinai, aufgelöst werden. Mit der Umsetzung des Plans wurde am 15. August 2005 begonnen.[6][7] Eine Gruppe der israelischen Siedler erklärte, sie wäre bereit, palästinensische Bürger zu werden, um in Elei Sinai bleiben zu können. Diese Idee wurde jedoch durch die palästinensische und die israelische Regierung gleichermaßen abgelehnt.[8][9] Im Zuge der Räumung des Gazastreifens wurde die Siedlung Elei Sinai schließlich am 21. August 2005 aufgegeben[10], später durch die Israelischen Streitkräfte zerstört und am 12. September 2005 den Palästinensern übergeben.

Von den evakuierten Einwohnern wurden in der Nähe von Askalon die Kibbuzim Karmia und Or HaNer gegründet.[11] Eine der Gruppen bat darum, eine Gemeinde im Zentrum des Landes gründen zu können. Die Regierung stimmte 2006 zu, die Gruppe in Palmachim aufzunehmen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Satellitenfoto von Gaza (engl.)
  2.  Annette Grossbongardt: Eine biblische Sünde. In: Der Spiegel. Nr. 19, 2005, S. 136 (9. Mai 2005, online).
  3. Die aktuelle Entwicklung. Oktober 2001. In: Süddeutsche Zeitung vom 1. Oktober 2001
  4. Hamas-Führer getötet bei n-tv, 1. Januar 2009
  5. Gaza-Streifen. Blutigster Tag seit Monaten. In: Süddeutsche Zeitung vom 30. September 200e
  6. Katya Adler: One small victory in a lost battle. In: BBC vom 18. August 2005
  7. Räumung des Gaza-Streifens. Scharon will nach Säure-Angriff hart durchgreifen. In: Süddeutsche Zeitung vom 19. August 2005
  8. Christine-Felice Röhrs: Die Vertreibung aus dem Gelobten Land. In: Tagesspiegel vom 1. August 2005
  9. Laila El-Haddad: Interview: Israeli settler Avi Farhan. In: al Jazeera vom 4. Juli 2005
  10. Nahost. Gaza fast geräumt. In: Süddeutsche Zeitung vom 21. August 2005
  11. Nir Hasson: Some settlers choose Gaza over citizenship. In: Haaretz vom 2. April 2005

31.58361111111134.5025Koordinaten: 31° 35′ 1″ N, 34° 30′ 9″ O