Der Tagesspiegel

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Disambig-dark.svg Dieser Artikel behandelt eine Berliner Zeitung. Zum Begriff Tagesspiegel siehe auch Tagesrückblick und Tagespolitik.
Der Tagesspiegel
Tagesspiegel-Logo
Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Dieter von Holtzbrinck Medien
Erstausgabe 1945
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage (IVW Q2/2009, Mo-So) 150.052 Exemplare
Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff, Lorenz Maroldt
Weblink tagesspiegel.de
Artikelarchiv 1996 ff.
Tagesspiegel-Schriftzug, Potsdamer Straße 87

Der Tagesspiegel ist eine 1945 gegründete Berliner Abonnementzeitung.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die erste Ausgabe der von Erik Reger, Walther Karsch, Heinrich von Schweinichen und Edwin Redslob gegründeten Tageszeitung erschien nach dem Zweiten Weltkrieg am 27. September 1945 unter der Lizenz der Information Control Division der amerikanischen Militärregierung. Das Blatt war zunächst in Berlin und Brandenburg verbreitet, bis 1948 die Blockade den Vertrieb auf West-Berlin beschränkte. Für die Gründung der Zeitung stellte der Geschäftsmann und ehemalige Papierhändler Heinrich von Schweinichen seinen Mitgesellschaftern das Gründungskapital in Höhe von 5.000 Reichsmark zur Verfügung und finanzierte die Zeitung aus eigener Tasche in den ersten Monaten ihres Bestehens. Im Juni 1946 wurde von Schweinichen aus bisher nicht restlos geklärten Gründen die Lizenz von der amerikanischen Besatzungsmacht entzogen.[1] Während die übrigen Gründungsherausgeber noch heute im Impressum des Tagesspiegels genannt werden, bleibt der Name von Schweinichens unerwähnt.

Der Tagesspiegel erscheint von Montag bis Sonntag, seine verkaufte Auflage beträgt im Wochenschnitt laut IVW knapp 140.000 Exemplare.

Der Tagesspiegel wurde von den Alteigentümerfamilien F.K. Maier und Dannenberger ab 1992 sukzessive an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck verkauft.[2] Mit Wirkung zum 1. Juni 2009 hat die von Dieter von Holtzbrinck neu gegründete Dieter von Holtzbrinck Medien GmbH (DvH Medien) alle Anteile der Tagesspiegel-Gruppe von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck übernommen.[3]

Am 2. Oktober 2009 ist der Tagesspiegel aus dem seit 1954 genutzten Verlagsgebäude an der Potsdamer Straße in ein neues Domizil am Askanischen Platz umgezogen.[4]

Im November 2009 kündigte der Verlag an, ab Juli 2010 auf den Dienst der Nachrichtenagentur dpa zu verzichten.[5]

[Bearbeiten] Layout

Seit 1946 steht unter einer Weltkugel im Kopf der Zeitung das lateinische Motto: rerum cognoscere causas. Das Zitat stammt von Vergil und kann mit „Die Ursachen der Dinge erkennen“ oder freier mit „Den Dingen auf den Grund gehen“ übersetzt werden.[6]

Für sein Layout ist der Tagesspiegel mit dem World’s Best-Designed Newspapers Award 2004 der Society for News Design in New York ausgezeichnet worden.[7]

[Bearbeiten] Ausrichtung und Gliederung

Einer der Herausgeber des Tagesspiegels, Giovanni di Lorenzo, beschrieb seine Auffassung des Blattes mit den Worten: „Zwischen Sein und Schein kann sich eine Qualitätszeitung nur für das Sein entscheiden.“

Der Tagesspiegel ist nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren die meistzitierte Hauptstadtzeitung.[8]

Er gliedert sich in die klassischen Ressorts Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur, Vermischtes sowie den Berlin-Brandenburg-Teil zwischen Politik und Wirtschaft. Sonnabends enthält die Zeitung einen Teil mit Autoanzeigen sowie einen Immobilienteil. Sonntags erscheint neben dem Stellen- und Reisemarkt die Magazinbeilage Sonntag, die stets ein großes Interview enthält.

[Bearbeiten] Archiv

Das Online-Archiv des Tagesspiegels ist zum Teil kostenlos zugänglich und enthält Teile der Online-Ausgabe ab 1. Januar 1996. Weitere unter tagesspiegel.de publizierte Artikel können über die Suchmaske eines separaten, kostenpflichtigen Archivs der vom Tagesspiegel den überregionalen „Mantel“ und das Layout nutzenden Potsdamer Neueste Nachrichten abgerufen werden.[9]

Ältere Print-Artikel können zudem kostenpflichtig angefragt werden.[10] Die von Nachrichtenagenturen übernommenen Texte fehlen jedoch.

[Bearbeiten] Bekannte Journalisten

[Bearbeiten] Literatur

  • Der Tagesspiegel. Zeitung für Berlin und Deutschland. Verl. Der Tagesspiegel, Berlin 1.1945,1 (27.Sept.) ff.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Wolfgang Schivelbusch: Vor dem Vorhang. Das geistige Berlin 1945-1948. München 1995, S. 254 ff.
  2. Frank Kautter: Der Verleger als Erfolgsfaktor der Tageszeitung, Dissertation an der der FU Berlin, 2007, S. 87, Abgerufen am 1. November 2009
  3. Machtwechsel in der Familie Holtzbrinck, meedia.de, 26. März 2009
  4. Der Tagesspiegel hat ab heute eine neue Adresse, Tagesspiegel vom 2. Oktober 2009, Abgerufen am 1. November 2009
  5. dts Nachrichtenagentur: Paukenschlag in der Medienbranche: "Tagesspiegel" will keine dpa mehr, vom 06.11.2009, Abgerufen am 06.11.2009
  6. Vgl. Vergil, Georgica II, 490: „felix , qui potuit rerum cognoscere causas“ – „Glücklich wer die Ursachen der Dinge hat erkennen können.“
  7. 26th Edition Winners. Society for News Design, 4. März 2005, Abgerufen am 8. März 2009 (englisch).
  8. Tagesspiegel bleibt meistzitierte Hauptstadtzeitung. Der Tagesspiegel, 11. Januar 2008, Abgerufen am 8. März 2009.
  9. archiv.pnn.de
  10. www.tagesspiegel.de/suche/recherche/

[Bearbeiten] Weblinks

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