Elisabeth von Schönau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kloster Schönau im Taunus
Der Elisabethen-Altar in der Klosterkirche Kloster Schönau. In der Bildmitte das Reliquiar mit der Schädeldecke der Heiligen Elisabeth von Schönau.

Elisabeth von Schönau (* 1129 bei Köln; † 18. Juni 1164 im Kloster Schönau) war eine deutsche Benediktinerin. Sie wird als Heilige verehrt.

Leben[Bearbeiten]

Im Alter von zwölf Jahren wird Elisabeth von ihren Eltern 1141 den Benediktinerinnen des Klosters Schönau am Rande des Ortes Strüth im Taunus (Rhein-Lahn-Kreis) übergeben. Dort wird sie auch im Jahre 1147 als 18-Jährige eingekleidet.

In den Jahren 1147 bis 1152 erleidet Elisabeth infolge von strenger Askese immer wiederkehrende Krankheiten, Angstzustände und Depressionen. Hildegard von Bingen ermahnt Elisabeth in Briefen, im asketischen Leben besonnen zu sein.

Zur Pfingstzeit des Jahres 1152 leidet Elisabeth unter Zurückweisung aller Nahrung und Erbrechen an tiefen Depressionen. Sünden- und Lebensangst sowie Glaubenszweifel bestimmen ihr Leben zu dieser Zeit. Nach zehntägiger Krisis folgt eine Reihe von visionären Verzückungen. Die Jungfrau Maria tröstet Elisabeth in einer Vision.

Im Jahr 1155 oder 1156 tritt Egbert, Elisabeths Bruder, in den Männerkonvent des Klosters Schönau ein. Elisabeth überlässt sich ganz der Führung ihres leiblichen Bruders. Er lenkt sie und schreibt ihre Visionen in lateinischer Sprache nieder.

In der Zeit nach dem Eintreffen ihres Bruders und unter seinem Einfluss liegt der Höhepunkt der visionären Schau Elisabeths. Ihr Hauptwerk Liber viarum dei - Buch der Gotteswege - sowie die zwei weiteren Schriften De resurrectione beatea mariae virginis - Über die Auferstehung der seligen Jungfrau Maria - und Liber revelationum de sacro exercitu verginim coloniensum - Buch der Offenbarung der Heiligen Schar der Kölnischen Jungfrauen - entstehen in den Jahren 1156 bis 1159.

Elisabeth von Schönau stirbt am 18. Juni 1164 im Kloster Schönau. Ihr früher Tod wird sehr beklagt. Sie überlässt für Schönau die Weissagung, „dass Gottesdienst und Frömmigkeit in Schönau nimmer sterben“. Ihre Gebeine werden beim Marienaltar beigesetzt.

Verehrung als Heilige[Bearbeiten]

Weil die Bevölkerung Elisabeth schon sehr bald als Heilige verehrt, werden ihre Gebeine in den Jahren 1420 bis 1430 in eine eigene Elisabethenkapelle umgebettet. Diese Kapelle wurde beim großen Brand im Kloster Schönau 1723 vernichtet und nicht wieder aufgebaut.

Im Jahre 1584 wird Elisabeth von Schönau als Heilige ins Martyrologium Romanum aufgenommen. Ihr Gedenktag ist der 19. Juni.

Während des Dreißigjährigen Kriegs überfallen schwedische und hessische Soldaten das Kloster Schönau. Die Schweden vertreiben die Mönche, plündern das Kloster, erbrechen das Grab der Heiligen Elisabeth und zerstreuen ihre Gebeine. Nur die Schädeldecke wird gerettet. Sie wird heute in einem Reliquiar auf dem rechten Seitenaltar der Kirche aufbewahrt.

Die Pfarrgemeinde Sankt Florin Kloster Schönau feiert jedes Jahr am Sonntag nach dem 18. Juni das traditionelle Elisabethen-Fest.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Im Jahr 2006 wurde erstmals eine Gesamtübertragung der Werke der Heiligen Elisabeth von Schönau aus dem Lateinischen ins Deutsche vorgelegt. Eingeleitet, übersetzt und kommentiert wurden die Werke von Peter Dinzelbacher. Herausgeber ist die Katholischen Kirchengemeinde Sankt Florin, Kloster Schönau.