Ephippos von Olynth

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Ephippos von Olynth war ein griechischer Geschichtsschreiber im 4. Jahrhundert v. Chr.

Ephippos stammte aus der Stadt Olynth, die von dem Makedonenkönig Philipp II., dem Vater Alexanders des Großen, im Jahr 348 v. Chr. zerstört wurde, weshalb seine Geburt vor diesem Zeitpunkt anzusetzen ist. Ob er am Alexanderzug teilnahm ist unklar, da eine Gleichsetzung des Geschichtsschreibers mit anderen bekannten Personen dieses Namens problematisch ist.

Ephippos verfasste ein Werk mit dem Titel Über den Tod von Hephaistion und Alexander oder Über das Begräbnis Alexanders und Hephaistions, von dem nur wenige Fragmente erhalten sind (Die Fragmente der griechischen Historiker Nr. 126). Dieses Werk unterscheidet sich von den Schriften anderer Alexanderhistoriker dadurch, dass es nur die Endphase des Lebens des Makedonenkönigs behandelte. Aus den wenigen Fragmenten geht hervor, dass Ephippos ein äußerst feindseliges Alexanderbild gezeichnet hat, was möglicherweise auf die Verurteilung des Kallisthenes von Olynth durch Alexander zurückzuführen ist. Sein Werk stellte offenbar eine Schmähschrift dar. In den Fragmenten des Pamphlets wird Alexander maßloser Alkoholkonsum vorgeworfen sowie seine Prunksucht angeprangert. Am Hof habe offene Angst geherrscht, der König sei mordlustig und wahnsinnig gewesen.

Die Glaubwürdigkeit des Ephippos ist aufgrund der offensichtlichen Tendenz seines Werks umstritten, wenngleich nicht alle seine Aussagen pauschal als unwahr abqualifiziert werden können. Dass die Atmosphäre am Hof Alexanders kaum als harmonisch betrachtet werden kann, wird auch von anderen Quellen gedeckt, wenngleich auch diese auf einer gegenüber Alexander eher negativen Überlieferung beruhen. Das Werk des Ephippos wurde in der Folgezeit von Athenaios benutzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Waldemar Heckel: Who’s Who in the Age of Alexander the Great: Prosopography of Alexander’s Empire. Blackwell, Oxford u.a. 2006, S. 118
  • Klaus Meister: Die griechische Geschichtsschreibung. Kohlhammer, Stuttgart 1990, S. 112f.
  • Lionel Pearson: The Lost Histories of Alexander the Great. Blackwell, Oxford 1960, S. 61-67