Erdähnlicher Planet

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Der Schalenaufbau der Erde, exemplarisch für den Aufbau terrestrischer Planeten

Als erdähnliche Planeten, terrestrische Planeten, tellurische Planeten oder Gesteinsplaneten werden in der Astronomie und Planetologie diejenigen Himmelskörper bezeichnet, die in ihrem Aufbau der Erde gleichen: sie bestehen vollständig oder fast vollständig aus festen Bestandteilen und haben zumeist einen Schalenaufbau: im Zentrum befindet sich ein Eisenkern, darüber eine dicke Schicht, der so genannte Mantel, aus Silicaten und Oxiden, und zuoberst eine dünne Kruste, die ebenfalls aus Silikaten und Oxiden besteht, aber an Elementen angereichert ist, die nicht in das Mantelgestein eingebaut werden können und mit der Zeit „ausgeschwitzt“ werden (zum Beispiel Kalium, seltene Erden, Uran). In einigen Fällen schließt sich über der Kruste eine Atmosphäre an, und bei der Erde liegt noch die Hydrosphäre (Ozeane, Seen …) dazwischen. Des Weiteren ähneln Durchmesser und Masse, aber insbesondere auch die durchschnittliche Dichte, denen der Erde. Letztere bewegt sich grob zwischen 4–6 g/cm³.

Historisch gehören nur die vier Planeten des inneren Sonnensystems in die Gruppe der terrestrischen Planeten: Merkur, Venus, Erde und Mars. Mittlerweile zählen die Planetologen aber auch – wenn auch keine Planeten – den ähnlich aufgebauten Erdmond, die Jupitermonde Io und Europa sowie die größeren Eismonde wie Ganymed, Kallisto, Titan, und Triton dazu. In den letztgenannten Eismonden kann zwar der Eisenkern fehlen, und ein Eismantel an die Stelle eines Silikatmantels treten, aber die grundsätzliche Beschreibung dieser Eismonde, ihre Entstehung und ihre Entwicklung ähnelt denen der klassischen Vorbilder sehr. Auch der Zwergplanet Ceres und der große, differenzierte Asteroid Vesta können in diese Gruppe eingereiht werden.

Aufgrund der mangelnden Genauigkeit und Leistungsfähigkeit der Messverfahren ist es schwer, von extrasolaren Planeten eine erdähnliche Natur nachzuweisen. Der 2009 entdeckte extrasolare Planet CoRoT-7 b besitzt nach derzeitigen Radien- und Massenmessungen eine mittlere Dichte von etwa 1,7–9,3 g/cm³.[1] Damit ist wahrscheinlich, dass es sich um einen terrestrischen Planeten und keinen Gasriesen handelt, auch wenn über den inneren Aufbau keine Messungen vorliegen. Es wird davon ausgegangen, dass viele weitere extrasolare Planeten mit einer terrestrischen Struktur existieren (für einige Kandidaten, siehe Liste von Supererden).

In der Theorie extrasolarer Planeten und der Science-Fiction-Literatur ist oft eine andere, strengere Auslegung angewandt: hier ist mit terrestrischen oder erdähnlichen Planeten gemeint, dass es eine nennenswerte und vielleicht lebensfreundliche Atmosphäre sowie ausreichend Wasser gibt.

In Abgrenzung zu den terrestrischen Planeten bezeichnet man die Gasriesen als Jupiter-ähnlich oder jovianisch.

Die innere Struktur der Planeten des inneren Sonnensystems neben der des Mondes im gleichen Größenverhältnis.

Kepler 186f[Bearbeiten]

Kepler-186f kreist um einen roten Zwerg der Spektralklasse M im Sternbild Cygnus (Schwan). Unter den bislang entdeckten sechs planetaren Begleitern gilt Kepler-186f als erdähnlich.[2] Der Planet hat etwa die 1,1-fache Masse der Erde und sein Radius entspricht ebenfalls dem 1,1-fachen der Erde. Damit handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen erdähnlichen Planeten (Gesteinsplaneten), der sein Zentralgestirn in einem Abstand von 52,4 Million Kilometern umkreist und für einen Umlauf 130 Erdentage benötigt. Sein Abstand zum Zentralgestirn ist zwar deutlich geringer als derjenige von der Erde zur Sonne, dennoch empfängt er im direkten Vergleich weniger Energie und liegt deshalb wahrscheinlich am äußeren Rand der habitablen Zone. Er gilt als bislang aussichtsreichster Kandidat für eine zweite Erde (Stand: April 2014).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CoRoT-7 b – Eintrag bei Extrasolar Planets Encyclopaedia (englisch)
  2. nasa.gov: NASA's Kepler Discovers First Earth-Size Planet In The 'Habitable Zone' of Another Star, abgerufen am 17. April 2014