Erl (Klinge)

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Erl: Nummer 11

Mit den Begriffen Erl oder Angel bezeichnet man die durch das sogenannte Heft gehende Verlängerung der Klinge der meisten Handwerkzeuge und vieler Blankwaffen.

Bei den Griffteilen von Stangen- und manchen Hieb-, Stich-, Schlag- und Stoßwaffen (u. a. Schwert, Lanze und Speer) sowie bei Geräten mit auswechselbarem Werkzeug wird dagegen der Begriff Schaft verwendet.

Siehe auch: Schaft (Werkzeug)

Inhaltsverzeichnis

Arten[Bearbeiten]

  • Der Flacherl ist sehr stabil gegen Beanspruchungen und ermöglicht eine sichere Befestigung der Griffschalen.
  • Der Runderl wird meist bei Messern mit Griffen aus Hirschhorn oder aus Holz verwendet. Der ausgehöhlte Griff wird über den Runderl gesteckt, der Zwischenraum mit Epoxidharz ausgegossen und das Ende verschraubt.
    • Bei Werkzeugen, deren Heft nicht auf Drehung beansprucht werden, wird der Erl nur eingekeilt. Eine antiquierte Technik ist, den Erl durch den Holzgriff zu führen und hinten U-förmig um- und wieder einzuschlagen.
  • Insbesondere bei hochwertigen Schnitzeisen ist der Erl mehrkantig, bei Feilen und Raspeln auch dreikantig.
  • Als Rattenschwanz-Angel bezeichnet man einen sehr dünnen, runden Erl, der nur verschraubt ist.

Werkzeuge[Bearbeiten]

Werkzeuge mit Heft sind unter anderem Messer, Löffel, Gabel, Säge, Feile, Raspel, Beitel.

Waffen[Bearbeiten]

Klingenwaffen und Messer besitzen in der Regel einen Erl. Beispielsweise nennt man den Erl bei japanischen Schwertern Nakago. Die Nakago ist in Form eines Flacherl gestaltet. Auf ihr hat oft der Schmied seinen Namen, und manchmal auch das Datum und seinen Wohnort, mit einem Stichel eingeschlagen. Dies wird dann als Mei bezeichnet; fehlt eine solche, wird das Schwert als mumei ausgewiesen. Ein Schwert mit einer nicht vom Schmied stammenden nachträglich angebrachten bzw. gefälschten Mei wird dagegen als gimei bezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten]