Heft (Griffstück)

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Raspel mit Holzheft
Gefäß eines Rapiers, bestehend aus Heft, Knauf, Parierstange und Korb

Mit dem Begriff Heft oder Gehilz (auch Gehilze, Hilze, Griffhilze; von „Gehölz“)[1] wird der früher meist aus Holz bestehende Griff von Blankwaffen und einigen Handwerkzeugen bezeichnet. Er nimmt z. B. den Erl (Angel) auf.

Werkzeuge[Bearbeiten]

Werkzeuge mit Heft sind unter anderem Messer, Feilen (Feilenhefte), Raspeln, Beitel oder Reißnadeln. Im 19. Jahrhundert entstand im Zuge der Industrialisierung und Spezialisierung der Beruf des Heft- bzw. Schalenschneiders. Diese fertigten Hefte aus Holz etwa für die Schneidwarenindustrie.

Auch heutzutage bestehen Hefte häufig noch aus Holz, oft aber auch (etwa bei Messern) aus Kunststoff. Bei hochwertigem Werkzeug sind die Hefte meist austauschbar und können daher bei Bedarf, etwa bei losem Sitz, erneuert werden.

Waffen[Bearbeiten]

Waffen mit Heft sind Klingenwaffen und die meisten Schlagwaffen. In der weiteren Entwicklung der Waffen wurde der vordere Griffabschluss vom einfachen Knebel, der ein Abrutschen der Hand auf die Klinge verhindern sollte, zum Gefäß, welches die Hand fast komplett umschließt, entwickelt. Bei vielen Waffen wurde der hintere Abschluss als relativ schwerer Knauf ausgeführt, einerseits zum besseren Ausbalancieren der Klinge, andererseits als Schlaginstrument.

Hiervon stammt auch die Redewendung „Das Heft in der Hand haben“.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Seifert: Fachwörter der Blankwaffenkunde. Deutsches Abc der europäischen blanken Trutzwaffen. (Hieb-, Stoß-, Schlag- und Handwurfwaffen). Verlag Seifert, Haig 1981.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. GEHILZ, n. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1854–1960 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).