Escuela de Mecánica de la Armada

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Das Hauptportal der alten ESMA, die vollständig zu einer Gedenkstätte umgewandelt werden soll. Das Transparent weist auf die Gedenkstätte hin.

Die Escuela de Mecánica de la Armada, früher Escuela Superior de Mecánica de la Armada (ESMA) (im Deutschen meist als Technikschule/Mechanikerschule der Marine übersetzt) ist eine Ausbildungseinrichtung der argentinischen Marine in der Hauptstadt Buenos Aires. Sie befindet sich im Stadtteil Palermo, an der Avenida del Libertador.

Während der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 war die Schule gleichzeitig ein Geheimgefängnis und das größte Folterzentrum des Landes. Etwa 5000 Menschen wurden dort gefoltert und anschließend überwiegend ermordet, hauptsächlich politische Gegner des Regimes und Personen, die dafür gehalten wurden. Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen sollen nur rund 200 der Inhaftierten die Gefangenschaft überlebt haben.[1]

Die meisten Opfer waren ohne Rechtsgrundlage in Nacht-und-Nebel-Aktionen von Sicherheitskräften verhaftet worden und wurden als Desaparecidos (span. Verschwundene) bezeichnet. Nach Aussagen des argentinischen Offiziers Adolfo Scilingo wurden viele der in der ESMA Inhaftierten auf so genannten Todesflügen (Vuelos del muerte) betäubt und nackt aus Flugzeugen über dem nahen Rio de la Plata oder dem Atlantik abgeworfen.[2]

Die ESMA unterstand dem Oberbefehlshaber der Marine und Mitglied der Junta Admiral Emilio Massera, der als einer der Hauptverantwortlichen für die Durchführung des „schmutzigen Kriegs“ gegen die Guerilla galt. Zwei der berüchtigtsten Folterer der ESMA waren die Militärangehörigen Alfredo Astiz und Miguel Ángel Cavallo. Cavallo wurde 2000 in Mexiko verhaftet, mittlerweile ist in Argentinien ein Verfahren gegen ihn anhängig. Alfredo Astiz ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Nach dem Ende der Diktatur 1983 wurde das 17 Hektar große parkartige Gelände, auf dem 34 Gebäude stehen, wieder ausschließlich für seinen ursprünglichen Zweck genutzt. Erst Präsident Nestor Kirchner setzte zum Jahrestag des Militärputschs 2004 durch, dass einige der Gebäude vom Militär geräumt und für eine Gedenkstätte zur Verfügung gestellt werden mussten. Als Ersatz für die geräumten Gebäude, unter anderem das Offizierskasino, den Hauptpavillon, die Wache und das Krankenhaus wurden dem Militär neue Räumlichkeiten im Stadtteil Retiro zur Verfügung gestellt.[3]

Am 2. August 2010 beschloss der Ministerrat des Staatenbundes Mercosur, in den Räumlichkeiten der ehemaligen Technikerschule der Marine den Sitz eines zu schaffenden Instituts für Menschenrechte unterzubringen.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSteffen Leidel: Berüchtigtes Ex-Folterzentrum wird der Öffentlichkeit zugänglich. In: Deutsche Welle. 14. März 2005, abgerufen am 13. Dezember 2008.
  2. Christiane Wolters: Ex-Offizier wegen „Todesflügen“ vor Gericht. Deutsche Welle, 14. Januar 2005.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatESMA wird zum Museum. In: Argentinisches Tagblatt. 1. Januar 2005, abgerufen am 13. Dezember 2008.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMenschenrechtsbehörde an historischem Ort. In: amerika21. 6. September 2010, abgerufen am 6. September 2010.

-34.538416666667-58.463611111111Koordinaten: 34° 32′ 18″ S, 58° 27′ 49″ W