Eselsohr (Lesezeichen)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Als Eselsohr wird eine verknickte Ecke einer Seite bezeichnet - meist eines Buches; auch einer Zeitschrift, Zeitung. Visitenkarten wurden zum Beispiel absichtlich geknickt, um sie vom Silbertablett, auf dem sie lagen, leicht aufnehmen zu können.
Das Umknicken der oder mehrerer Seitenecken nach innen ist entweder eine bewusste, als Lesezeichen gedachte Markierung zum Zwecke der schnelleren Wiederauffindbarkeit einer Seite oder aber aus Unachtsamkeit, häufig durch unsachgemäßen Transport in Taschen etc. entstanden.
Der Name rührt einerseits von der Form des Knickes her, die einem Ohr ähnelt, andererseits von der Bedeutung von Esel als Schimpfwort.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Bereits im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm ist der Begriff als folium libri complicatum, als Merkzeichen im gelesenen buch durch einbiegen einer blattecke bekannt [1]. Sie beziehen sich dabei auf den Dichter Andreas Gryphius (1616–1664), der in einem seiner Verse schrieb
„drein (in Büchern) setzt er manche hand und stern und eselsohr und durchgeflochten band.“
[Bearbeiten] Redewendung
Die ebenfalls bei den Brüder Grimm ohne Hinweis auf den Urheber angemerkte Redewendung Es ist selten ein Buch ohne Eselsohr geht auf den Augustinermönch Abraham a Santa Clara, (1644–1709) zurück [2] und soll bedeuten, dass alle Dinge und Menschen auch Fehler haben können.
[Bearbeiten] Dies und Das
In England werden Eselsohren als dog-ear (Hundeohr) bezeichnet. In Frankreich dagegen Corne (Horn). Spanisch allerdings nur doblez-Knick.

