Zeitschrift

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Zeitschrift

Zeitschrift wird ein Printmedium genannt, das in regelmäßigen Abständen, meist wöchentlich, 14-täglich oder monatlich, in gleicher, gehefteter oder gebundener Form erscheint. Elektronische Publikationen (Elektronische Zeitschriften) sind hinzugekommen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Gattungen

Man unterscheidet zwischen Publikumszeitschriften und Fachzeitschriften. Zunehmende Bedeutung erlangen Mitglieder-, Kunden- und Mitarbeiterzeitschriften.

Zeitschriften im Handel (1988)

[Bearbeiten] Publikumszeitschriften

Publikumszeitschriften werden unterteilt in

Zu den General-Interest-Zeitschriften gehören zum Beispiel Illustrierte, Nachrichtenmagazin, Wirtschaftsmagazin, Programmzeitschrift, klassische Frauenzeitschriften (Mode, Wellness, Hochglanzmagazine etc.), unterhaltende Frauenzeitschriften („Yellow Press“), klassische Männermagazine, Kinderzeitschriften (wie Bummi) und Jugendzeitschrift (Bravo, Popcorn etc.)

Special-Interest-Zeitschriften sind beispielsweise die Filmzeitschrift, Rätselzeitschrift, Sportzeitschrift, Reisemagazine, Populärwissenschaftliche Zeitschrift, Schwulenmagazin, Satiremagazine, Kulturzeitschrift, Stadtmagazin und Independent-Titel.

[Bearbeiten] Fachzeitschriften

Fachzeitschriften (facheinschlägige Publikationen) sind die titelreichste Gattung. Dazu zählen unter anderem Zeitschriften zu bestimmten Themen wie Computer, Sportarten oder Hobbys, Literaturzeitschriften, Wissenschaftszeitschriften oder Kulturzeitschriften.

[Bearbeiten] Corporate Publishing

Unter Corporate Publishing werden alle unternehmensbezogenen medialen Veröffentlichungen verstanden, darunter auch Zeitschriften. Hierbei sind Mitgliederzeitschriften, Kundenzeitschriften und Mitarbeiterzeitschriften besonders zu betonen. Sie erreichen oft hohe Auflagen.

[Bearbeiten] Sonstige

[Bearbeiten] Einteilung nach Erscheinungsweise

Außerdem kann man Periodika grundsätzlich nach ihrer Erscheinungsweise einteilen:

Zu den meisten dieser Zeitschriftengattungen existieren eigene ausführliche Wikipedia-Artikel oder sie werden in dem Artikel Publikumszeitschriften ausführlicher dargestellt.

[Bearbeiten] Geschichte

Hauptartikel: Pressegeschichte

Der Begriff der „Zeitschrift“ etablierte sich um 1750, zuvor wurde der französische beziehungsweise englische Begriff „Journal“ verwendet. Genauso variationsreich wie das heutige Zeitschriftenspektrum waren auch die Anfänge der Zeitschrift. Sie entwickelte sich aus den unterschiedlichsten Vorläufern: den Flugschriften und Flugblättern, den Streitschriften, den Relationen und Messrelationen, Avisen und Chroniken. Die ersten bekannten Zeitschriften sind das erstmals im Januar 1665 in Paris erschienene Journal des Sçavans und die Londoner Zeitschrift Philosophical Transactions of the Royal Society aus demselben Jahr. Kurioserweise wurden beide schon in den jeweiligen Landessprachen geschrieben, während bis dahin das Lateinische wissenschaftlicher Standard war. Folglich wurde die erste deutsche Zeitschrift Miscellanea curiosa medicophysica ab 1670 in Leipzig in Latein verlegt.

Unter den ersten deutschsprachigen Zeitschriften waren die 1689 begonnenen „monatlichen Unterredungen einiger guter Freunde von allerhand Büchern und anderen annehmlichen Geschichten“ sowie die „Monatsgespräche“ des Christian Thomasius (ab 1688). 1709 erschien dann mit der Neuen Bibliothek eine weitere Zeitschrift in deutscher Sprache. Weitere frühe Zeitschriften des deutschen Sprachraumes waren das Politische Journal nebst Anzeige von gelehrten und anderen Sachen (ab 1781) und die Minerva (ab 1792).

Im 18. Jahrhundert entwickelten sich daraufhin die Gattungen Fachzeitschrift, Frauenzeitschrift und im 19. Jahrhundert die Illustrierten. Wissenschaftliche Zeitschriften spielen eine fundamentale Rolle für den Fachdiskurs innerhalb der Wissenschaften.

Einer der wichtigsten Zeitschriftentheoretiker war Walter Hagemann.

[Bearbeiten] Statistik

2005 betrug die Gesamtauflage der Publikumszeitschriften, die von der IVW in Deutschland erfasst werden, pro Ausgabe rund 123,1 Millionen Exemplare. Die Titelanzahl der Fachzeitschriften in Deutschland betrug 2005 3.637 mit einer Gesamtauflage von 15,1 Millionen Exemplaren.

Während nur etwa 45 % der Publikumszeitschriften im Abonnement vertrieben werden, sind es bei den Fachzeitschriften etwa 90 %.

Statistisch gesehen hat jeder Deutsche ab dem sechsten Lebensjahr im Jahr 2005 34 Zeitschriften erworben. (Quelle: IVW, 873 gemessene Publikumszeitschriften, ohne unter anderem die Sonderhefte).

[Bearbeiten] Verkaufszahlen 2008

  • Frauenzeitschriften: rund 71,8 Millionen Exemplare (wöchentliche 43,0 Mio., 14-tägliche 8,4 Mio., monatliche 20,4 Mio.).
  • Programmzeitschriften: 72,4 Millionen Exemplare
  • Aktuelle Zeitschriften und Magazine: 33,4 Millionen Exemplare

Aktuelle Zahlen veröffentlicht regelmäßig der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V.[1]

[Bearbeiten] Internetaktivitäten

Nach einer Emnid-Studie vom Verband der Deutschen Fachpresse im Börsenverein des Deutschen Buchhandels wird das Internet gleich stark genutzt wie die Printversionen, allerdings bei einem Umsatzanteil von nur 2 Prozent. Eine Studie des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger nennt 4,6 Prozent und erwartet bis 2009 mehr als eine Verdoppelung.

[Bearbeiten] Literatur

  • Hans-Bredow-Institut (Hrsg.): Medien von A bis Z. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-14417-0.
  •  Walther von La Roche: Einführung in den praktischen Journalismus. 18. Auflage. Berlin 2008 (http://www.journalistische-praxis.de/pj). Website zum Buch mit weiterführenden Informationen zum Journalismus
  • Edigna Menhard, Tilo Treede: Die Zeitschrift. Von der Idee zur Vermarktung. Konstanz 2004, ISBN 3-89669-413-8.
  • Elisabeth Noelle-Neumann, Winfried Schulz, Jürgen Wilke (Hrsg.): Das Fischer Lexikon Publizistik, Massenkommunikation. 7. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-596-12260-0.
  • Sibylle Obenaus: Die deutschen allgemeinen kritischen Zeitschriften in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Entwurf einer Gesamtdarstellung. Buchhändler-Vereinigung, Frankfurt am Main 1973
  • Siegfried Weischenberg, Hans J. Kleinsteuber, Bernhard Pörksen (Hrsg.): Handbuch Journalismus und Medien. Konstanz 2005, ISBN 3-89669-429-4.
  • Volker Wolff: ABC des Zeitungs- und Zeitschriftenjournalismus, Konstanz 2006, ISBN 3-89669-578-9.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V., VDZ-Auflagendienste, 22. Mai 2009

[Bearbeiten] Weblinks

 Wikisource: Zeitschriften – Quellen und Volltexte
Wiktionary Wiktionary: Zeitschrift – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Magazines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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